Neubau in Stuttgart Ende einer Ära: Schwabenzentrum weicht – so geht’s weiter an der Eberhardstraße

Das Schwabenzentrum an der Haltestelle Rathaus wird abgerissen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Leere Schaufenster und gesperrte Zugänge: Das Schwabenzentrum wird abgerissen. Warum konnte der Komplex nicht gerettet werden und welche Pläne hat der Investor?

Die Läden im Schwabenzentrum an der Eberhardstraße stehen seit Oktober leer, ein Bauzaun ist aufgebaut. Die Arbeiten haben bereits begonnen. Derzeit verschwinden nach und nach die Platten an der Fassade. Das Gebäude, das zwischen 1979 und 1984 erbaut wurde, soll nun zurückgebaut werden.

 

Initiator und Eigentümer ist der amerikanische Investor Hines Immobilien. Geplant ist, den oberirdischen Teil des Schwabenzentrums abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Das Projekt umfasst eine Fläche von rund 10.200 Quadratmetern. Bis 2028 soll ein moderner Gebäudekomplex entstehen – das Central One. In den Obergeschossen soll es Büros geben, die zukünftig vom Unternehmen Deloitte genutzt werden. Das Erdgeschoss ist für Gastronomie, ein Café und Einzelhandel bestimmt.

Nachdem Hines den Gebäudekomplex vor etwa drei Jahren von der Allianz Leben erworben hatte, „haben wir die Bausubstanz eingehend untersucht“, betonte Emanuel Coskun, Managing Director bei Hines Deutschland am Standort Stuttgart, im März dieses Jahres im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik des Gemeinderats. Das eindeutige Ergebnis der Untersuchung: „Im jetzigen Zustand können wir die Flächen nicht mehr vermieten.“ Sie seien ungünstig geschnitten, heißt es bei Hines und mit tragenden Wandscheiben durchsetzt. Zudem verfüge das Gebäude über eine mangelnde Belichtung. „Da darüber hinaus die Fassade, anders als üblich, eine tragende Konstruktion darstellt, sind Maßnahmen im Bestand – zum Beispiel die Vergrößerung der Fenster – nicht umsetzbar gewesen. Somit kam nur der oberirdische Abriss des Gebäudes in Frage. Die bestehende Tragstruktur der Untergeschosse soll möglichst erhalten bleiben.“

Innenhof des Schwabenzentrums in Stuttgart bleibt geschlossen

Die Baumaßnahmen werden Auswirkungen auf die direkte Umgebung haben: Der Durchgang durch den Innenhof des Schwabenzentrums bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Das merken auch die Nutzerinnen und Nutzer der Tiefgarage. Die Bushaltestelle Rathaus ist bereits auf die Höhe Hauptstätter Straße 40 (Bürgerbüro) verlegt worden.

Aber: Über dem Aufzug (Rathauspassage) sowie der daneben befindlichen Treppe zur unterirdischen Passage wurden Schutzkonstruktionen errichtet, sodass beide weiterhin als Zugang zur U-Bahn-Haltestelle (Rathaus) genutzt werden können. „Der barrierefreie Zugang zur U-Bahn wird über die gesamte Projektlaufzeit durchgehend gewährleistet sein“, heißt es in einer Erklärung von Hines.

So soll das Central nach der Fertigstellung aussehen. Foto: Hines/Blocher Partners

Der Zeitplan sieht vor, dass Ende März kommenden Jahres der Rückbau im Wesentlichen abgeschlossen sein wird, sodass im zweiten Quartal 2026 mit dem Neubau begonnen werden kann. Die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2028 geplant. Dann soll auch die Wegeführung zur U-Bahn-Haltestelle (Rathaus) eine neue, klare Struktur haben: Eingerahmt von zwei Ladenflächen im ersten Untergeschoss wird ein breiter Durchgang weiterhin von der Eberhardstraße zur Haltestelle der SSB führen.

Zugang zur Haltestelle Rathaus in Stuttgart wird verbessert

Der zweite fußläufige Zugang wird aufgewertet und um eine Rolltreppe erweitert. Hier sollen die Passanten direkt zum Fußgängerüberweg „Rathauspassage“ gelangen. „Uns ist bewusst, dass der Rückbau und auch der Neubau zu Einschränkungen führen werden. Wir versuchen, diese so gering wie möglich zu halten. Am Ende aber schaffen wir mit dem Central einen anspruchsvollen Raum für verschiedene Nutzungen, was zu einer erheblichen Aufwertung führen und sich positiv auf das Umfeld auswirken wird“, sagt Emanuel Coskun.

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