Neue Attraktion in Leonberg 205 000 Euro für Pumptrack – warum sich die Investition lohnt

Kinder und Jugendliche stürmen den neuen Leonberger Pumptrack bei der offiziellen Eröffnung – und zeigen schon das eine oder andere Kunststück. Foto: Simon Granville

Nach acht Jahren Planung und Geduld ist die neue Anlage in der Innenstadt offiziell freigegeben. Zur Eröffnung strömen Kinder und Jugendliche in Scharen.

Die Kinder und Jugendlichen – es waren zahlreiche in den südlichen Bereich der alten Autobahntrasse gekommen – konnten es kaum erwarten, bis der Leonberger Oberbürgermeister Tobias Degode das rote Band endlich durchgeschnitten hatte. Das war der Startschuss für den neuen Pumptrack an der Ecke Glemseckstraße/Berliner Straße. Doch auch der Chef im Leonberger Rathaus wusste natürlich, dass die Anlage insgeheim bereits im Vorfeld intensiv auf Herz und Nieren geprüft wurde. „Das war natürlich nicht erlaubt, die Eröffnung hat sich verschoben, weil das Gras rund um die Anlage nicht so gewachsen ist wie wir uns das gewünscht hätten, und auch das Wetter nicht so mitgespielt hat“, sagte Degode.

 

Die asphaltierte, wellige, 100 Meter lange Rundstrecke ist also endlich offiziell freigegeben. Und der OB musste schnell zur Seite springen, weil die Kinder schon ungeduldig in den Startlöchern standen und an ihm vorbei die Rampe hinunterstürzten. Mit Mountainbikes, BMX-Rädern, Scootern oder auch Skateboards sausten sie im Kreis, die Geübten wagten spektakuläre Sprünge und Kunststücke. Vorwiegend Jungs, aber auch das eine oder andere Mädchen reihte sich mutig in den Kurs ein.

So manche zuschauenden Eltern schütten Adrenalin aus

Mehr Adrenalin schütten jedoch so manche zuschauenden Eltern am Streckenrand aus: „Pass auf Leon, nicht so schnell“, „Elias, schau, wo du hinfährst, sonst passiert noch was.“ Doch die Akteure allen Alterns nahmen die Wellen und Steilkurven Runde um Runde erstaunlich zielsicher, rücksichtsvoll und ohne größere Blessuren. Immer mit dem Ziel, mit der Verlagerung des eigenen Gewichts sowie mit Drücken und Ziehen Geschwindigkeit aufzubauen, ohne groß in die Pedale treten zu müssen.

Die Idee einer Pumptrack-Anlage hatte der Kinderschutzbund bereits im Jahr 2018 ins Spiel gebracht. Die Frage damals: „Was kann man mit Spenden in Höhe von 20 000 Euro Sinnvolles machen?“ Susanne Lang vom Kinderschutzbund ist froh, dass nun etwas geschaffen wurde, das die Kinder und Jugendlichen begeistert. Die Gesamtkosten für Planung und Ausführung belaufen sich auf etwa 205 000 Euro. Vom Verband Region Stuttgart gab‘s eine finanzielle Förderung in Höhe von 52 000 Euro, die restlichen 133 000 Euro übernahm die Stadt Leonberg.

100 Meter lang ist der asphaltierte Rundkurs. Foto: Simon Granville

Jugendliche planen Sitzmöglichkeiten

Die Planungen hatten bereits im Jahr 2021 unter Federführung des Stadtplanungsamts begonnen. Sie wurden bis 2025 konkretisiert. Baustart war am 20. Oktober 2025. Die Pumptrack-Arbeiten waren bereits nach einem Monat abgeschlossen. Schwieriger hatten sich dann witterungsbedingt die begleitenden Garten- und Landschaftsbauarbeiten gestaltet. Daher erfolgte die Eröffnung erst jetzt im Mai.

Umso zufriedener ist Tobias Degode, dass die Grünraumvernetzung der Kernstadt um eine Attraktion reicher ist. Vertreterinnen und Vertreter des städtischen Jugendausschusses, die ihre Ideen bei der Planung einbringen durften, werden jetzt eine Projektgruppe bilden. „Wir wollen rund um die Anlage noch Sitzmöglichkeiten schaffen.“

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