Shukri Zekaj (links) und Thomas Gkogkas haben das Ruder im Bahnhöfle übernommen. Foto: Simon Granville
Lange stand das Bahnhöfle in Steinheim-Kleinbottwar (Kreis Ludwigsburg) leer. Jetzt haben neue Pächter übernommen. Das Restaurant ist kaum wiederzuerkennen.
Christian Kempf
11.05.2026 - 12:00 Uhr
Wahrscheinlich haben sich die meisten Kleinbottwarer in den vergangenen Tagen erfreut die Hände gerieben. Denn die recht ausgedünnte Gastroszene im Steinheimer Stadtteil wurde nun mit der Wiederbesetzung des lange brachliegenden Restaurants Bahnhöfle gestärkt. Und bei der Gelegenheit haben die neuen Pächter Thomas Gkogkas und Shukri Zekaj dem Lokal sogleich einen gewaltigen Modernitätsschub verpasst. Rund 60.000 Euro hat das Tandem in die Hand genommen, um die Räumlichkeiten herauszuputzen.
Frühere Stammgäste werden die Gaststätte innen kaum wiedererkennen. Der Charme der 1980er-Jahre ist passé. Das Lokal bietet einen zeitgemäßen Look. Nicht zuletzt ist das dem frisch verklebten Vinylboden in Holzoptik zu verdanken. „Im Grunde ist aber die ganze Inneneinrichtung inklusive der Theke neu“, sagt der gelernte Hotelfachmann Thomas Gkogkas.
Der alte Name ist auch der neue
Frühere Gäste werden das Bahnhöfle kaum wiedererkennen. Die neuen Pächter haben der Gaststätte einen modernen Look verpasst. Foto: Simon Granville
Wert legen die neuen Pächter aber auch darauf, an Traditionen anzuknüpfen. So wurde bewusst nicht am Namen gerüttelt. „Wir wollten das Restaurant wieder ‚Bahnhöfle’ nennen. So kennen es alle im Ort und verbinden damit eine Bereicherung. Wir wollten nichts Willkürliches“, erklärt der Bietigheimer Gkogkas, der zuletzt in seiner Heimatstadt im Hotel und Restaurant „Eberhards am Wasser“ gewirkt hat – das die Familie des Hemden-Herstellers Olymp gegründet hat.
Die Speisekarte ist gespickt mit Mahlzeiten, die bei Besuchern aus und rund um Kleinbottwar hoch im Kurs stehen dürften. „Der Fokus liegt bei uns auf klassisch-schwäbischer Küche“, sagt Gkogkas. Man beziehe die Zutaten nach Möglichkeit von Erzeugern aus der Region. Gäste könnten Wurstsalat, Maultaschen, Rostbraten und Co. bestellen.
Mit dieser Philosophie scheinen die neuen Pächter einen Nerv getroffen zu haben. Zur öffentlichen Einweihungsfeier am letzten Samstag im April seien zwischen 150 und 180 Gäste in die Gaststätte geströmt, berichtet Gkogkas. Bei den ersten offiziellen Öffnungstagen in der Folgewoche sei „die Resonanz ebenfalls sehr, sehr gut“ gewesen, konstatiert der 26-Jährige.
Im Hinblick auf das Kundeninteresse könnte dem Bahnhöfle auch die idyllische und gute Lage direkt am Radweg zwischen Steinheim und Großbottwar in die Karten spielen. Der Standort war in der Tat auch ein Grund dafür, dass Gkogkas und Shukri Zekaj bei der Stadt Steinheim als Eigentümerin der Immobilie wegen einer Pacht vorstellig wurden. Positiv ins Gewicht sei zudem das äußere Erscheinungsbild mit der Fachwerkästhetik gefallen, berichtet Gkogas. Ferner habe er eine Vision im Kopf gehabt, wie das Restaurant nach einer Umgestaltung ausschauen könnte.
Nach einem Foto ist das Interesse geweckt
Die Gaststätte ist idyllisch an einem Radweg gelegen. Foto: Simon Granville
Direkt auf dem Schirm hatte der Hotelfachmann das Bahnhöfle allerdings nicht, als er sich nach einem eigenen Restaurant umschaute. Den Hinweis darauf, dass die Gaststätte auf dem Markt ist, gab ihm Shukri Zekaj, den Gkogkas in gemeinsamen Berufsjahren in der Gutsschenke im Ludwigsburger Schlosshotel Monrepos kennen und schätzen gelernt hat. Der Murrer Zekaj hatte von dem leerstehenden Restaurant in Kleinbottwar erfahren und Gkogkas ein Foto davon geschickt. Gkogkas' Interesse war geweckt. Er meldete sich bei der Stadt – und am Ende wurden die Verträge unterschrieben.
Dabei sei eine Laufzeit von fünf Jahren mit Option auf eine Verlängerung festgezurrt worden, erklärt Gkogkas. „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, betont er. Wohl wissend, dass sich das Restaurant auf einem Gelände befindet, auf dem sich die Kommune perspektivisch eine Kita oder einen Erweiterungsbau für die Grundschule vorstellen könnte. Aber das ist höchstens ferne Zukunftsmusik. In der Gegenwart können sich die Kleinbottwarer erst mal über ein neues Restaurant freuen, das nur mittwochs geschlossen bleibt und ansonsten mittags und abends geöffnet sein wird.