Vodafone stellt am 20. Januar in Stuttgart und Städten der Region die TV-Frequenzen um. Beim vergangenen Mal blieb bei älteren Geräten der Bildschirm oft schwarz. Was ist zu tun?

Geld/Arbeit: Daniel Gräfe (dag)

Die Ankündigung kam zum Jahreswechsel: In Mails, Briefen oder Aushängen informierte Vodafone die Kundinnen und Kunden in Stuttgart und Teilen der Region, dass man in der Nacht zum 20. Januar die TV-Frequenzen neu belege. „Im besten Fall bekommst Du das nicht mit“, heißt es in den Mails. Und im schlechtesten Fall? Könnte wohl der Bildschirm erst einmal schwarz bleiben. Das sollte man deshalb beachten:

 

Was geschieht in der Nacht zum 20. Januar?

In Stuttgart, Esslingen, Waiblingen und Filderstadt sowie in vielen dazu gehörenden Gemeinden werden die TV-Frequenzen umgestellt. Dabei werden einigen TV-Sendern neue Frequenzen zugewiesen. Die Umstellung wird seit vergangenem Jahr Region für Region vorgenommen. In Ludwigsburg erfolgt sie in der Nacht zum 5. Februar. In Böblingen, Sindelfingen, Leinfelden-Echterdingen und Göppingen fand die Umstellung bereits statt.

Wie viele Haushalte sind in Stuttgart betroffen?

In Baden-Württemberg hat Vodafone für 3,7 Millionen Haushalte seine Kabelanschlüsse verlegt, davon rund 280.000 in Stuttgart. Wie viele Haushalte davon Kunden sind, teilt Vodafone nicht mit. Branchenexperten schätzen, dass etwas weniger als die Hälfte zu den Kunden zählt.

Warum belegt Vodafone die Frequenzen neu?

Vodafone will sein Kabelnetz schneller und leistungsfähiger machen. Indem das Unternehmen das Frequenzspektrum vereinheitlicht, schafft es mehr Kapazitäten für andere Dienste. Die Umstellung soll auch höhere Übertragungsraten für andere Offerten Vodafones garantieren – etwa das Internetangebot.

Was ändert sich konkret?

Die Reihenfolge der Programme. Um die Programme zu empfangen, ist ein Sendersuchlauf nötig. Außerdem müssen die Vodafone-Kunden ihre TV-Favoritenlisten neu erstellen und Aufnahmen neu programmieren.

In der Mehrheit der Fälle wird der Suchlauf vom TV-Receiver automatisch durchgeführt. Laut Vodafone finden die Empfangsgeräte von Vodafone, Vodafone-Vorgänger Unitymedia oder Sky die Sender nach der Umstellung in der Regel automatisch. Hier ändere sich nach der Umstellung nur die Reihenfolge der Programmplätze (bei Nutzern einer GigaTV Box bleibt die Reihenfolge erhalten). Damit alles reibungslos läuft, rät Vodafone, den Fernseher in der Nacht zum 20. Januar nicht vom Strom zu trennen.

Was ist, wenn der Suchlauf nicht automatisch durchgeführt wird?

In diesem Fall muss man den Suchlauf manuell durchführen – dies ist oft bei älteren Fernsehgeräten oder Receivern, die noch von den Vodafone-Vor-Vorgängern Kabel BW oder Kabel Deutschland ausgegeben wurden, der Fall. Das Problem: Der Suchlauf ist je nach Hersteller im Menü an einer unterschiedlichen Stelle von TV oder Receiver platziert. Meist findet man ihn in den Geräte-Einstellungen, die auch Tuning-Menü DVB-C heißen können, teilt Vodafone mit. Hier finde man die Option Sender- oder Kabelsuche.

Welche Art der Sendersortierung empfiehlt Vodafone?

Nach der Option Sender- oder Kabelsuche wird – falls vorhanden – neben der manuellen Sortierung auch die „automatische Sendersortierung“ angeboten. Dabei werden die Sender in einer einheitlichen Reihenfolge sortiert – was Vodafone empfiehlt. Die TV-Hersteller vergeben der automatischen Sendersortierung allerdings unterschiedliche Namen – so heißt sie bei Samsung etwa Auto Channel Numbering oder Auto Tuning, bei LG Automatische Kanalsortierung beziehungsweise -nummerierung und bei Sony unter anderem Auto Channel Sorting.

Woran erkennt man, dass man den Suchlauf selbst durchführen muss?

Oft bleibe der Bildschirm schwarz, ohne dass sich ein Hinweis auf die Frequenzumstellung finde, erklärt ein Vodafone-Sprecher. Manchmal fehlen auch Programme oder die Wiedergabe ist fehlerhaft.

Was tun bei anhaltenden TV-Störungen?

Vodafone empfiehlt, den Fernseher oder Receiver vom Stromnetz zu trennen und ihn nach einigen Sekunden Pause wieder einzuschalten. Man könne auch TV oder TV-Receiver auf Werkseinstellungen zurücksetzen – dabei gehen natürlich vorherige Einstellungen verloren. Falls auch Internet und Telefon gestört seien, solle man den Internet-Router kurzzeitig vom Netz trennen.

Hat Vodafone eine Hotline geschaltet?

Nur die allgemeine Vodafone-Hotline 0800 172 1212. Hier muss man die Kundennummer bereithalten. Laut Vodafone wolle man an Umstellungstagen die Hotline mit zusätzlichen Mitarbeitenden besetzen. Dennoch könne es zu längeren Wartezeiten kommen.

Wie waren die Erfahrungen bei der letzten Umstellung der TV-Frequenzen?

Das letzte Mal stellte Vodafone 2022 die TV-Frequenzen in der Region Stuttgart um. Dabei blieben allein in Stuttgart Tausende Bildschirme schwarz. Viele ältere Bürgerinnen und Bürger kamen bei der manuellen Sendersuche nicht klar. Die Kundenhotline von Vodafone verzeichnete lange Wartezeiten, die Elektronikhändler der Region berichteten teils „von einem Ansturm“ von Anfragen. Ein Händler sprach von einer Warteliste mit mehr als 100 Anfragen. Teils gab es Warteschlangen bei bekannten Großhändlern der Region wie bei Euronics in Sindelfingen.

Werden künftig die Umstellungen einfacher?

Voraussichtlich ja. Im Zuge der Umstellung führt Vodafone den so genannten NorDig-LCN-Standard ein. Dadurch erkenne das Empfangsgerät künftig automatisch, wenn ein Sender auf einen anderen Programmplatz verschoben werde, teilt Vodafone mit. Auch die Favoritenliste bleibe bestehen.