Neuer Concept-Store in Stuttgarts Innenstadt „Wir wollen was schaffen, das Stuttgart so richtig aufmischt“

Daniel Cregan wagt den Schritt in die Selbstständigkeit. Seine Leidenschaft: Interior Design. Foto:  

Mit seinem „Abnorm Studio“ will der Stuttgarter Daniel Cregan einen Raum für nachhaltiges Design und bewussten Konsum in Stuttgart schaffen. Das erste Event, „Kontakt Kiosk“, organisiert von drei jungen Student:innen, war bereits ein großer Erfolg.

Digital Desk: Katrin Maier-Sohn (kms)

Ein Raum so lang und schmal wie ein Schlauch, Wände aus abgenutztem Sichtbeton und nur ein kleines Schaufenster raus zur Christophstraße – was auf den ersten Blick nicht nach optimaler Ladenfläche aussieht, hat auf den zweiten viel Charme. Der Stuttgarter Daniel Cregan hat das Potenzial des ungenutzten Geschäfts in der Stuttgarter Innenstadt sofort erkannt.

 

Als er eines Tages durch die Christophstraße läuft und sieht, dass die Nummer 5, wo zuvor ein Juweliergeschäft war, leer steht, weiß er: Das ist es! „Ich habe mich sofort in den Raum verliebt und wusste: Egal wie und was, ich muss hier was rein machen.“

Der gelernte Schreiner interessiert sich bereits seit vielen Jahren für Innendesign, nun will er sich damit selbstständig machen. Am Montag, 10. Februar ist es soweit. Dann öffnet Daniels „Abnorm Studio“ seine Türen. Das Konzept ist eine Mischung aus Concept-Store und Gastro. „Der Großteil des Ladens wird zu einem Concept-Store für Keramik, Möbel, Kaffeebohnen von der Tübinger Rösterei Südhang und Oji-Matcha“, sagt der 28-Jährige. „Auf rund 30 Prozent der Fläche soll ein kleines Café entstehen.“

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Bis das Café betrieben werden kann, dauert es allerdings noch, da die Genehmigung von der Stadt fehlt. Bis diese da ist, gibt es die Getränke – Espresso, Flat White, Matcha und Softgetränke – nur To go.

Später sollen im Studio auch Veranstaltungen stattfinden. Der 28-Jährige kann sich zum Beispiel Kaffee-Verkostungen oder einen Plattenflohmarkt vorstellen.

„Kontakt Kiosk“ war ein voller Erfolg

Ein erstes Event fand bereits vor der offiziellen Eröffnung statt. Ende Januar zog für einen Tag der „Kontakt Kiosk“ in die Räumlichkeiten der Christophstraße 5 ein. Dabei handelte es sich um ein Bachelorarbeitsprojekt der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd. Die Studierenden Linn Zahn, Tim Reinmann und Amelie Ruess wollten so eine ungenutzte Fläche und Leerstand in einen Begegnungsort umzunutzen.

Die Studis Amelie, Tim und Linn bespielen das neue Studio in der Christophstraße für einen Tag als „Kontakt Kiosk“. /Katrin Maier-Sohn

„Es soll ein sogenannter dritter Ort sein“, erklärte die 23-jährige Amelie am Tag der Veranstaltung. „Die Theorie des Dritten Ortes geht davon aus, dass Menschen als ersten Ort ihr Zuhause haben, der zweite Ort ist die Arbeit oder die Schule, und dann gibt es den dritten Ort, an dem sie einen Ausgleich finden können und sich mit anderen austauschen. Zum Beispiel Cafés, Kinos oder Parks. Uns ist es wichtig, dass diese dritten Orte nicht immer an Konsum gebunden sein müssen und sehr niedrigschwellig sind.“ Dazu entwickelten die Studis eine kleine Mitmachausstellung, verteilten Getränke gegen Spenden und ließen laut Musik ablaufen.

Dass das Konzept der drei gut ankam, zeigten die vielen Besucher:innen. Junge Leute aus Stuttgarts Kreativszene, aber auch interessierte Passant:innen versammelten sich vor und in der neuen Location.

Abnorm Studio, Christophstr. 5, Stuttgart-Mitte, ab 10.2., Mo-Sa 11-19 Uhr

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