Vor 13 Jahren floss zuletzt Wasser aus dem denkmalgeschützten Fitz-Faller-Brunnen. Jetzt geht er an neuem Standort wieder in Betrieb. Fließen muss dafür auch einiges Geld.

Stadtleben/Stadtkultur: Jan Sellner (jse)

Lange wurde daran gebaut, jetzt ist er fertig: der Brunnen auf dem großen grauen Platz zwischen Württembergischer Landesbibliothek und Hauptstaatsarchiv an der Konrad-Adenauer-Straße. Von der Straße aus ist er nicht zu sehen, steigt man die Freitreppe hinauf, steht man auf dem Bibliotheksplatz vor einem großen rechteckigen Bassin, aus dem Metalltische ragen. Über sie fließt Wasser ins Becken.

 

Stuttgart-Kennern dürfte das Ensemble bekannt vorkommen. Hat man das nicht schon irgendwo in der Stadt gesehen? Richtig, der von dem Bildhauer Hanspeter Fitz sowie dem Architekten Peter Faller gestaltete Brunnen stand lange zwischen dem Ferdinand-Leitner-Steg und dem Planetarium im Mittleren Schlossgarten. Aufgestellt wurde das Brunnenensemble anlässlich der Bundesgartenschau in Stuttgart 1961.

Er soll ein Gegenstück zum historischen Akademiebrunnen bilden

Die Stuttgart-21-Planungen beendeten das Dasein des unter Denkmalschutz stehenden Fitz-Faller-Brunnens an seinem ursprünglichen Standort. Bereits 2012 wurde die Anlage abgebaut und eingelagert. Als neuen Standort entschied sich das Land für den Bibliotheksplatz. Dort soll er ein Gegenstück zum historischen Akademiebrunnen jenseits der Konrad-Adenauer-Straße bilden.

Die Metalltische des Brunnens mussten ersetzt werden. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Vor wenigen Tagen wurden die Bauarbeiten abgeschlossen und der 31,5 mal 9,3 Meter große Brunnen erstmals mit Wasser befüllt – „probeweise“. In der zweiten Julihälfte soll die derzeit noch abgesperrte Fläche dann freigegeben werden.

Die Kosten verteuerten sich von 1,4 auf 2,3 Millionen Euro

Damit das Brunnenwasser fließen konnte, musste auch eine stattliche Geldsumme fließen. Das Finanzministerium beziffert die Kosten bisher auf 2,3 Millionen Euro – 900 000 Euro mehr als veranschlagt: allgemeine Baupreissteigerungen und höhere Preise für Metalle und Edelstahl. Außerdem hätten 15 neue Wasserteller angeschafft werden müssen: „Die alten Teller konnten nach über 60 Jahren leider nicht mehr weiterverwendet werden.“

Der 1961 eingeweihte Fitz-Faller-Brunnen an seinem alten Standort im Mittleren Schlossgarten. Foto: Fritz Gramm

Der Entwurf für die „Neuinterpretation“ des einst runden, jetzt eckigen Traditionsbrunnens stammt laut Ministerium vom Architekturbüro LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei, das auch den Erweiterungsbau der Landesbibliothek und die Außenanlagen an der Konrad-Adenauer-Straße bis zum Charlottenplatz geplant hat.