Neuer Treffpunkt für Genießer Mediterranes Flair mitten in Ditzingen
Italienische Weine, Spirituosen von deutschen Start-ups, dazu Süßes und Deftiges. Salvatore Cassini setzt in seiner neuen Gastrobar nicht nur seine Leidenschaft um.
Italienische Weine, Spirituosen von deutschen Start-ups, dazu Süßes und Deftiges. Salvatore Cassini setzt in seiner neuen Gastrobar nicht nur seine Leidenschaft um.
Mediterranes Flair. Geselligkeit. Gemütlichkeit. „Das ist Lebensgefühl pur“, sagt Salvatore Cassini. Er hat vor wenigen Wochen einen „neuen Ort für italienischen Genuss“ eröffnet, wie er es selbst formuliert. Der 52-Jährige verwirklichte in der Ditzinger Innenstadt seinen Traum. Dort brachte er sein Wissen, seine Berufserfahrung und vor allem seine Leidenschaft zusammen. Entstanden ist mit La Passione ein Ort, das Café, Spezialitätengeschäft, Gastronomiebetrieb zugleich ist, ein Ort, um das Leben zu feiern. Während der Öffnungszeiten. Aber auch in privater Runde. „Man kann den Raum mieten“, sagt Cassini.
Die Theke, mit der dahinter liegenden Küche, Tische für kleinere und größere Runden, auch Stehtische, allesamt stehen sie vor den Regalen mit Wein, Spirituosen, Pasta und anderen italienischen Spezialitäten. Wer hier dieser Tage reinkommt, kommt, um es sich gutgehen zu lassen: einen Espresso zu trinken, ein Cornetto zu essen, oder ein Glas Wein und eine Pinsa zu bestellen. Oder einfach nur Hallo zu sagen zu ihrem Bekannten, Freund, Geschäftspartner Salvatore Cassini.
Cassini, der Mann, der in Leonberg aufwuchs und dort auch zur Schule ging, zog später mit seiner eigenen Familie nach Höfingen. Gleichwohl er – ebenso wie seine aus Ditzingen stammende Frau – in der Region verwurzelt sind, blieb der enge Kontakt nach Italien. „Ditzingen ist für uns Heimat“, sagt Cassini einerseits.
Andererseits lebt seine Verwandtschaft in Italien, seine Schwester verantwortet in Sizilien mehrere Hundert Olivenbäume. Das dort gewonnene Olivenöl ist nun eines der Produkte in Cassinis Ladenregalen. Die Pasta kommt aus einer Manufaktur in Asturien, die Weine stammen von Winzern, die er persönlich kennt. Zu wissen, dass er Qualität verkauft, ist Teil der Konzeption: Cassini will hier zusammenführen, was sein Berufsleben über alle Stationen ausgemacht hat. Schließlich hatte er zeitlebens Bezug zur Gastronomie.
Salvatore Cassini ist gelernter Koch. Nach der Schule in Leonberg lernte er im Europe Hotel in Stuttgart-Feuerbach. Er orientierte sich beruflich um, nachdem ihn ein Motorradunfall für ein halbes Jahr außer Gefecht gesetzt hatte – und er zurückfinden musste in den Alltag. Später verantwortet er unter anderem einen Gastrobetrieb bei Pforzheim, war in Kantinen tätig, im Außendienst, war acht Jahre Vertriebsleiter im Weinhandel, eher er sich in dieser Branche selbstständig machte. Den Weinhandel betreibt er heute nach wie vor, es ist ein finanzielles Standbein.
Das La Passione in Ditzingen ist in gewisser Weise auch sein Showrooom. „Die Leute probieren einen Wein und tragen ihn im Karton raus“, sagt der Geschäftsmann; der Gastronom in ihm sagt vor allem: „Kommunikation ist wichtig, ich will die Leute glücklich sehen“. Dass wenige Meter weiter bereits ein italienisches Café etabliert hat, störe nicht, ist er überzeugt. Natürlich kenne man sich. „Ich möchte mich aber nicht vergleichen. Das sind zwei Konzepte, zwei Welten. Jeder hat seine Daseinsberechtigung.“ Die Bewirtung im Außenbereich ist geplant, sie sei bei der Stadt beantragt.
Cassini lädt in der Marktstraße zu „kulinarischen Weinproben“, wie er es nennt. Da bringt er dann seine Kochkunst und seine Weinkenntnisse zusammen, ist zugleich in Kontakt mit den Endkunden, seinen Gästen – ohne – abgesehen von seiner Familie – Personal zu benötigen. Kulinarisch gezaubert wird, was die kleine Küchenzeile hergibt. Das bedeutet auch, das der in der Herstellung zeitintensive Pinsateig eben nicht selbst gemacht ist – und trotzdem jene Qualität hat, die Cassini einfordert.
In der Küche und im Service hilft unter anderem seine 26-jährige Tochter Anina Delgado. Doch sowohl sie als auch ihre Tante rufen ihn, wenn es darum geht, die Antipasti oder die Pinsa servierfertig zu machen. Zuletzt legt der Chef Hand an. Die Bestellung muss schließlich seinem Blick standhalten.