Neues Blumenfeld in Leonberg Selbstpflücken am Kreisel zwischen Leonberg und Rutesheim

Die Osterglocken blühen prächtig: Anna und Wolfgang Wöhr sind zufrieden. Foto: Simon Granville

Der Eltinger Nebenerwerbslandwirt Wolfgang Wöhr legt am Leonberger Stadtrand einen weitläufigen Blumenacker zum Selbstpflücken an.

Das Gelb der Osterglocken und erste bunte Tulpen künden bereits von der Blütenpracht, die darauf wartet, sich nordwestlich des Kreisverkehrs an der Rutesheimer Straße zu entfalten. Der Eltinger Landwirt Wolfgang Wöhr hat am diesem exponierten und leicht zugänglichen Standort mit den Vorbereitungen begonnen, auf mehr als 9000 Quadratmetern einen Acker mit Blumen zum selbst schneiden anzulegen. Bis spät in den Herbst soll hier eine große Blumenvielfalt zum Anhalten animieren und dazu, selbst einen Strauß direkt vom Feld zu pflücken.

 

Die vierjährige Thea springt von Narzisse zu Narzisse und sucht fieberhaft nach den ersten blühenden Tulpen. Ihre Mutter kann sie kaum bremsen, nicht zu viele abzuschneiden. „Das ist das Schöne am Blumenfeld, die Kinder haben ihren Spaß und man kann den Strauß selbst gestalten“, sagt sie. „Wir kommen wieder, denn Oma hat bald Geburtstag“, freut sich Thea.

Bezahlen ist Vertrauenssache

Problemlos schafft es die Vierjährige, die Blumen zu zählen. „Das Geld will ich einwerfen“, sagt sie nachdem die Mutter die Brieftasche gezückt hat. Das Bezahlen bei den Selbstpflückfeldern ist eine Sache des Vertrauens.

„Jetzt steht die meiste Frühlingsarbeit an“, sagen Anna und Wolfgang Wöhr, die gerade mit dem Pflanzen von Lilien-Zwiebeln beschäftigt sind. Aus dem großen Vorgarten beim Eichenhof in Eltingen haben sie zudem blaue Iris und Margeriten umgesiedelt. „Dort wuchern sie wie Unkraut“, freut sich Anna Wöhr, dass die Blumen nun eine neue Heimat gefunden haben.

Blumen säen mit Blick auf den Engelberg. Foto: Simon Granville

In den nächsten Tagen folgen die Gladiolen. Die Knollen werden mit einer Spezial-Maschine ausgesät. Die kam bereits beim Pflanzen der Tulpenzwiebel und der Narzissen-Knollen zum Einsatz. „Das ist eigentlich eine polnische Maschine zum Knoblauch setzen. Die habe ich einfach umgebaut“, sagt Wolfgang Wöhr. Das bei der Fläche per Hand zu bewerkstelligen, wäre eine Riesenarbeit, bedenkt man, dass zehntausende Tulpenzwiebeln in fünf Etappen und ebenso viele Gladiolen in drei Etappen in den Boden kommen, damit sie zeitversetzt blühen.

„Das Ziel ist, von Frühling bis in den Spätherbst Blumen anzubieten“, sagt Wolfgang Wöhr. Der Nebenerwerbslandwirt, dessen Hauptgewerbe Fliesenlegen und Innenausbau sind, sieht in den Blumenacker eine zusätzliche Einnahmequelle, nachdem er mit der eigenen Christbaum-Plantage gesehen hat, dass die Kundschaft, das schätzt, was aus der Region kommt.

Im Boden sind bereits auch die Sonnenblumen. Auch hier werden alle zwei Wochen neue ausgesät, damit es Blüten über einen langen Zeitraum gibt. Die Knollen und das Saatgut bezieht Wolfgang Wöhr von einem Spezialhändler aus Bad Krozingen.

Aus Ditzingen, von der Gärtnerei Beiermeister, werden später die Setzlinge für Zinnien, Astern, Strohblumen, Kornblumen, Löwenmaul, Cosmea, Strauchflieder und Herbstchrysanthemen geliefert. „Die werden in Mulch-Folie gepflanzt, die biologisch abbaubar ist, aber davor den Unkrautwuchs und das Verdunsten des Wassers bremst“, erläutert Wöhr.

Damit sie im kommenden Jahr blühen, werden im Herbst noch Bartnelken, Pfingstrosen und Allium ausgebracht. Im westlichen Teil des Areals gibt es im Herbst auch Kürbisse zum selbst ernten. Gedacht sind vorwiegen Halloween-Schnitzkürbisse und als Speisekürbisse Hokkaido.

Große Fläche für viele Blumen

Ganz unerfahren ist die Familie Wöhr mit Blumenäckern nicht, denn sie hat bereits einen kleineren an anderer Stelle betrieben. Der jetzige gut platzierte Standort für Blumen zum Selberpflücken wurde nur durch Flächentausch unter Kollegen möglich.

Und schon bremst das nächste Auto: Eine 72-jährige Eltingerin hat im Nu einen Armvoll Narzissen und Tulpen geschnitten. „Hier kann ich aussuchen, was ich will und bei den Tulpen gibt es immer wieder Überraschungen“, weiß sie aus Erfahrung. „Zudem halten diese Blumen länger.“

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