Neues Quartier in Stuttgart Wie soll das Umfeld des künftigen Bahnhofs aussehen?

Die Stadt will wissen, welche Nutzungen auf dem Grundstück direkt am neuen Bahnhof gewünscht sind. Foto: Stadt Stuttgart

Wenn die oberirdischen Gleise eines Tages nicht mehr benötigt werden, kann in der Stuttgarter Innenstadt ein neues Quartier entstehen. Welche Nutzung direkt am künftigen Bahnhof wünschenswert ist, soll in einem Wettbewerb ermittelt werden.

Stadtentwicklung/Infrastruktur : Christian Milankovic (mil)

A3 klingt erst einmal nach einem gängigen Papierformat. In Stuttgart wird darüber hinaus aber mit dem Kürzel auch jene Fläche bezeichnet, auf der heute noch die Gleise des Kopfbahnhofs enden und die direkt an den künftigen Tiefbahnhof angrenzt. Bei der Stadt legt man besonderes Augenmerk auf das Areal: Zum einen dürfte es zu den Flächen gehören, die nach dem Ende des oberirdischen Zugbetriebs am schnellsten bebaut werden können. Und zum anderen soll das dort entstehende Gebäude architektonisch die Messlatte für all das werden, was auf den übrigen Gleisflächen nach und nach entsteht.

 

Auftaktveranstaltung am Mittwoch

Ehe die Stadt über die Hülle nachdenkt, will sie erst einmal über die Inhalte sprechen – und dabei jeden, der es möchte, zu Wort kommen lassen. Am Mittwoch beginnt ein für alle offener internationalen Ideenwettbewerb, bei dem Vorstellungen davon entwickelt werden sollen, welche Nutzungen auf dem knapp 120 Meter breiten und 60 Meter tiefen Grundstück in zentraler Innenstadtlage denkbar wären. Baubürgermeister Peter Pätzold stellt das Konzept des Wettbewerbs von 18 Uhr an im ehemaligen Hotel am Schlossgarten bei einer öffentlichen Veranstaltung vor – wer dabei sein will, muss sich zuvor unter www.rosenstein-stuttgart.de/ideenwettbewerb anmelden.

Bis zum 15. Juli können Ideen ebenfalls über diese Plattform eingereicht werden. Am 28. Mai gibt es ein Online-Symposium in englischer Sprache, vom 20. bis 22. Juni wird bei einer Ideenwerkstatt im Ausstellungsraum Rosenstein, Eichstraße 9, gemeinsam über das Areal nachgedacht. Wer sich der Ideenfindung eher spielerisch nähern möchte, kann dort jetzt schon ein sogenanntes Ideenspiel abholen.

Bekannte Namen in der Jury

Am Ende prämiert eine Jury, in der neben neben Bürgerinnen und Bürgern, Mitgliedern des Gemeinderats, des Jugendrats sowie Vertretern aus der Bürgermeisterriege, auch Menschen aus den Bereichen Kultur, Wirtschaft, Tourismus, Wissenschaft, Architektur/Planung, Soziologie, Ökologie und Jugend sitzen,  die  Ergebnisse. Einem breiteren Publikum dürften vor  allem die Namen von Andreas Rieke alias And.Y, von den Fantastischen Vier oder von Bettina Gräfin Bernadotte, Chefin auf der Blumeninsel Mainau etwas sagen.

Während in dem Wettbewerb der Kreativität kaum Grenzen gesetzt werden, muss sich der Gemeinderat im Hintergrund mit den Mühen der Ebene auseinandersetzen. Teil der Baugenehmigung von Stuttgart 21 ist auch, dass in den unterirdischen Geschossen des noch zu planenden Gebäudes auf A 3 auch eine Tiefgarage mit 350 Stellplätzen entsteht. Das ist zuviel nach dem Geschmack der Stadtverwaltung. Deswegen soll am Mittwoch der gemeinderätliche Verwaltungsausschuss rund 66 000 Euro für eine Untersuchung freigeben, die der Frage nachgeht, ob die aus dem Jahr 1999 stammende Vorgabe an Stellplätzen noch angemessen ist. „Im Gutachten soll ebenfalls die Möglichkeit der ,Umwandlung‘ von Pkw- in Fahrradstellplätze betrachtet werden“, heißt es in dem Papier, über das am Mittwoch im Rathaus abgestimmt wird.

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