Das Restaurant That’s Amore bietet intensive Geschmackserlebnisse, die Wine Lounge sorgt bei Rat-Pack-Sound für Großstadtgefühle – da kann fürwahr Liebe entstehen, findet unser Autor Uwe Bogen.
Mit der Wahl des Restaurantnamens That’s Amore will der Chef zeigen, was ihn antreibt: die Liebe zum Genuss. Die Ansprüche von Philipp Di Mineo, bekannt durch das Pier 51 in Degerloch, sind hoch – die Preise teilweise auch. Seit der Eröffnung im früheren Meatery an der Kronprinzstraße sind die Abende sehr gut besucht – oft muss man lange im Voraus reservieren. Die große Nachfrage liegt auch an der Art, wie Kochkunst im angenehmen Ambiente und mit entspannter Musik zelebriert wird.
Vom 50er-Jahre-Hit „That’s Amore“ von Dean Martin lässt sich Philipp Di Mineo, ein Sohn sizilianischer Einwanderer, inspirieren, „von italienischer Leichtigkeit und amerikanischer Unbekümmertheit“, wie er sagt. Der Song läuft hier immer wieder. „When the moon hits your eye like a big pizza pie, that’s amore“ – da singen Gäste gern mit.
Gastfreundschaft wird groß geschrieben bei dem Wirt, der mit Jörg Rauschenberger einen vielseitig erfolgreichen Geschäftspartner im Hintergrund hat. Der Service ist überdurchschnittlich. Man erfährt detailreich, was es mit den Speisen auf sich hat. Die Küche ist offen. Von vielen Plätzen aus sieht man, wie Di Mineo und sein Team alle Speisen frisch zubereiten, ohne Convenience, was heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist.
Die Gäste können den gläsernen Reifekühlschrank für Fleisch im Erdgeschoss sehen. Foto: Lichtgut/Zophia Ewska
Wer das zweigeschossige Restaurant betritt, sieht einen gläsernen Reifekühlschrank, der von der Meatery stammt, in dem Rinderrücken am Knochen zum Dry Aging hängen. Für Veganer ist dies kein schöner Anblick, dabei bietet die Speisekarte auch für fleischlosen Genuss eine überzeugende Auswahl. Beim italienisch-amerikanischen Steakhouse steht hochwertiges Fleisch im Fokus. Die Gäste wählen unter verschiedenen Größen und Cuts aus Ländern wie Italien und Amerika – es gibt aber auch Steaks von Weiderindern aus regionaler Aufzucht (für je 100 Gramm zahlt man 13,90 Euro). Das perfekt zubereitete Fleisch stammt nicht aus Massentierhaltung, nicht aus dunklen, engen Ställen. Sollte dies einem der höhere Preis nicht wert sein?
Die Medium-Well-Variante ist saftig, außen kross
Der New York Chopped Salad, klein geschnitten und mit Gurke, Tomate und Bohnen serviert, ist für 12,90 Euro ein frischer, knackiger Starter mit fein abgestimmtem Dressing. Die Wodka Wheels (19,90 Euro) bestehen aus Rotelle-Pasta (sehen aus wie Räder), Garnele, Wodka, Olivenöl – geschmacklich läuft alles rund. Beim Salmon Steak vom Grill mit Baby Spinat (26,90 Euro) kann man wählen zwischen Raw, Medium, Medium Well und Well Done. Die Medium-Well-Variante ist saftig, außen kross – überzeugt auf ganzer Line. That’s Amore bietet intensive Geschmackserlebnisse, die Wine Lounge sorgt bei Rat-Pack-Sound für Großstadtgefühle – da kann fürwahr Liebe entstehen. Und die geht immer gern durch den Magen.
That’s Amore, Kronprinzstraße 24, Stuttgart-Mitte, Telefon 0711 /41 45 71 21; Öffnungszeiten: Mo bis Fr 18 bis 24 Uhr; Sa 12 bis 1 Uhr. www.thatsamore-restaurant.de