Neues Restaurant in Stuttgart Saftige Sokos und sämiger Bohneneintopf im Schinauri

Sie präsentieren georgische Küche: Berater Ash Shalaby, Geschäftsführer Lasha Mukbaniani und der Gesellschafter Paata Balanchivadze (von links) Foto: Lichtgut/Stefanie Bacher

Georgien gilt in kulinarischer Hinsicht als das Italien Osteuropas. In Stuttgart gibt es mit dem Restaurant Schinauri schon das dritte Lokal für diese Länderküche.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Thea Bracht (tab)

Granatäpfel, Walnüsse, Auberginen, dazu Kräuter aller Art: Die georgische Küche, ein Schmelztiegel orientalischer, mediterraner und kaukasischer Esskulturen, ist meilenweit entfernt von fleischlastiger Ostblock-Eintönigkeit. Für den Georgier Lasha Mukbaniani, einst Diplomat, ist sie ein wichtiger Bestandteil der nationalen Kultur. Er hat aus seinem Hobby einen Beruf gemacht. Zusammen mit seiner ukrainischen Ehefrau ist er nun auf kulinarischer Mission. In Stuttgart-Heumaden war er an der Eröffnung des Kartuli Eso beteiligt, „aber das Schinauri ist das erste richtige eigene Restaurant“, betont er. „Schinauri“, das ist ein nahestehender Mensch, der jederzeit willkommen ist.

 

Am Wochenende geht es in Stuttgart-Zuffenhausen tatsächlich manchmal zu wie auf einer großen Familienfeier. In den Sälen – die Einrichtung fällt mit gefliestem Boden und viel direkter Beleuchtung pragmatisch aus – sind an diesem Samstag die meisten Tische reserviert. Die Vorspeise ist schon rein optisch ein Genuss: Pkhali (11,90 Euro), das sind farbenprächtige Pasten mit Spinat, Roter Bete und grünen Bohnen, gebunden mit Walnüssen, Knoblauch und Kräutern, bieten eine feine Mischung aus erdigen, nussigen und Gemüse-Aromen, einen fruchtigen Kontrast dazu setzen die Granatapfelkerne, mit denen die Pasten garniert sind. Dazu passt das traditionelle Brot Puri (2 Euro).

Raffinierte Soßen für die Teigtaschen

Die Raffinesse der georgischen Küche liegt auch in den Soßen, die an Chutneys erinnern und gut zu Fleischgerichten passen. Makhvali (2,90 Euro) auf Brombeerbasis etwa vereint fruchtig-säuerlich-pikante Noten. Gekochte Teigtaschen sind ebenfalls beliebt in dem Land zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus. Wir entscheiden uns für saftige Sokos mit Pilzen (2,70 Euro pro Stück). Gegessen wird mit den Händen: einfach am Zipfel halten und zubeißen, wie die hilfsbereite Bedienung erklärt. Wir hätten gerne mehrere Varianten probiert, allerdings liegt die Mindestbestellmenge bei drei – aus logistischen Gründen, erläutert Lasha Mukbaniani. „Wir bereiten sie frisch zu – und kochen jeweils eine Sorte in einem Topf.“

Durchaus vielfältig: die georgische Küche Foto: Lichtgut/Stefanie Bacher

Ungemein aromatisch schmeckt der sämige Bohneneintopf Lobio Kotanschi (13,50 Euro), der mit Maisbrot serviert wird. Das Schmorgericht Chahohbili mit Hähnchen, Tomaten und Zwiebeln (14,90 Euro) und der Gemüseeintopf Ajapsandali (10,90 Euro) sind angenehmen scharf und überzeugen ebenfalls mit komplexer Würze. Knoblauch spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle.

In Zuffenhausen gibt es auch georgische Küche – im Schinauri. Foto: STZN Grafik/Yann Lange

Georgien hat auch eine Jahrtausende alte Weinbautradition – was man den Tropfen lange nicht angemerkt hat. Der kräftige, nicht ganz günstige Rotwein-Klassiker Mukuzani (9,60 Euro für 0,2 l) aber zeigt, dass sich die Qualität deutlich verbessert hat.

Schinauri, Marbacher Straße 18, Stuttgart, Telefon 0711 / 34089748. Geöffnet Dienstag bis Donnerstag von 17 bis 22 Uhr, Freitag bis 23 Uhr, Samstag und Sonntag 15 bis 23 Uhr. https://bio.site/shinauri

Bewertung

Bewerbung
Essen: **** Service *** Atmosphäre: ***(Fünf Sterne: erstklassig, Vier Sterne: überdurchschnittlich, Drei Sterne: gut, Zwei Sterne: passabel, ein Stern: enttäuschend)

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