Neustart der FDP Giftpfeil gegen die eigene Generalsekretärin
Ihr Engagement im Land sei „viele Jahre“ her, hatte die Südwest-FDP der neuen Generalsekretärin Büttner bescheinigt. Warum der Satz eine Gemeinheit enthält.
Ihr Engagement im Land sei „viele Jahre“ her, hatte die Südwest-FDP der neuen Generalsekretärin Büttner bescheinigt. Warum der Satz eine Gemeinheit enthält.
Der Gegenwind aus der Südwest-FDP blieb offenbar ohne Wirkung. Mochte ihr einstiger Heimatverband auch murren – mit satten 80 Prozent wurde Nicole Büttner zur neuen Generalsekretärin der Liberalen gewählt. Viel besser schnitt auch der frisch gekürte Parteichef Christian Dürr nicht ab. Sie sehe sich als „ungewöhnliche Lösung in ungewöhnlichen Zeiten“, meinte die 40-jährige KI-Unternehmerin, die aus dem Kreis Karlsruhe stammt.
Dabei hatte die Landespartei nichts unversucht gelassen, um Büttner diskret zu bremsen. Erst gab der Vorsitzende Hans-Ulrich Rülke ein höchst distanziertes Statement ab: die Gründerin sei „ein überraschender Vorschlag aus der Berliner Start-up-Szene“. Offenbar wollte er vermeiden, dass sie bei der Verteilung der Spitzenposten Baden-Württemberg zugerechnet wird und damit andere Aspiranten blockiert. Dann verweigerte ein Sprecher der Landes-FDP jedes unterstützende Zitat für die Kandidatin: Ihr Engagement im Landesverband liege „bereits viele Jahre zurück, daher trauen wir uns keine Einschätzung der Person zu“.
Viele Jahre? Das schien schon angesichts ihres Antretens bei der Europawahl 2019 und ihrer Amtszeit als Chefin des Landesfachausschusses Wirtschaft (2017 bis 2019) übertrieben. Nun aber stellt sich heraus, dass die Stellungnahme noch vergifteter war, als sie klang. Laut dem Geschäftsbericht der Südwest-FDP gehörte Büttner nämlich noch bis Mitte 2023 als Beisitzerin dem Landesvorstand an. Zwei Jahre danach wollte die Partei kein gutes Wort mehr über sie sagen – das lässt tief blicken. Die Auskunft ist nur so zu verstehen, dass Büttner zwar das Amt innehatte, sich darin aber nicht nennenswert engagierte. Nun könne man nur hoffen, heißt es in der Südwest-FDP, dass sie als Generalsekretärin überzeugender agiere.