Nina Chuba in der Porsche-Arena Hallo! Ich bin hier ganz oben!
Nina Chuba ist die Nina Hagen der Gen Z: Sie rappt, ist keck und selbstbewusst. Und weiß in der ausverkauften Porsche-Arena am Montagabend, wie man die Menge an Fans verzaubert.
Nina Chuba ist die Nina Hagen der Gen Z: Sie rappt, ist keck und selbstbewusst. Und weiß in der ausverkauften Porsche-Arena am Montagabend, wie man die Menge an Fans verzaubert.
Jeden Sommer wird er auserkoren, der Drink des Jahres, das Trend-Getränk der heißen Nächte, die man mit viel Eis und Strohhalm trinkt. Früher waren die Trinkröhrchen aus Plastik, in dem der Caipirinha herumgestochert wurde, dann kam irgendwann der niederschwellige Aperol Spritz, kurz taucht auch der feine Herr namens Negroni auf. Es kam aber nie vor, dass ein Trendgetränk einen Song bekam. Im Fall von „Wildberry Lillet“ weiß man gar nicht mehr, wer Huhn und Ei ist, wer war zuerst da? Nina Chuba oder das Getränk auf allen Karten?
Nina Chuba besingt in „Wildberry Lillet“, dem Sommerhit aus dem Jahr 2022, den Traum vom Popstardasein, von den Zielen, die sie so hat, von den Dingen, die man mit Geld kaufen kann: Immobilien („Immos“), Privatjet, Flamingos im Garten. Aber auch von immateriellen Erfolgen, wie etwa ihrem Namen auf Plakaten. Natürlich gibt sie diesen Übersong auch am Montagabend in der Porsche-Arena zum Besten: Es ist die erste Zugabe des wahrlich kurzweiligen Konzertes – und alle singen mit, auch wenn die Mehrheit der vor allem weiblichen Besucherinnen das alkoholische Getränk sicher noch nicht ordern darf.
Los geht es mit „Nina“, pünktlich um 20.15 Uhr, diesem Song, der so tut, als wäre er extra als Opener für die großen Hallen geschrieben worden: „Wer ist wieder da?“ tönt es hinter dem Vorhang. Und die Menge skandiert: „Nina, Nina.“ „Hallo! Ich bin hier ganz oben“ sprechsingt Nina Chuba mit ihrer markant-nasalen Stimme. Dann geht’s Schlag auf Schlag, Hit auf Hit. „Mangos mit Chili“ etwa ist wie viele der Songs mit den Bläsern live verstärkt, eine gute Live-Band hat Chuba ebenfalls dabei. Das hat mächtig Wumms, das macht dem Publikum sicht- und hörbar Laune. Manchmal ist’s gar putzig, wenn sich „Randali“ auf „Party“ reimt.
Chubas Vita ist das, was man eine Traumkarriere nennt. Sie ist nicht nur in den Mehrzweckhallen der Republik angekommen, sondern vor allem auf TikTok (22 Millionen Likes) und Instagram (450.000 Follower). Das Mädchen aus Wesel lebt seit ein paar Jahren im coolen Berlin. Früh steht sie vor der Kamera für die Kinderserie „Die Pfefferkörner“. Dann kommt die Musik, die eigenen Sachen, sowie das erste Sonnen im Rampenlicht an der Seite von Felix Kummer bei „Der letzte Song (Alles wird gut)“. Heute ist sie ein Star, und was für einer!
Porsche-Arena am Montagabend. Das Konzert ist seit Monaten ausverkauft. Nina schlüpft in ihre Rolle der Nina Chuba. Viele Mädchen im Rund der Halle tragen ihre Haare als sogenannte „Space Buns“, was die Älteren vermutlich am ehesten an Prinzessin Leia aus „Star Wars“ erinnert. Und klar liegt es nahe, Nina Chuba nicht nur wegen ihres Vornamens mit Nina Hagen zu vergleichen.
Der Prototyp des alten weißen Mannes rumort jetzt vermutlich was von Punk und Anarchie in seinen imaginären Bart, während doch Chuba gar den Kapitalismus besingt. Chuba aber weiß genau, was sie da macht, wie sie die Generation Z anspricht.
Chuba ist selbstbewusst, hat eine markante Stimme, und auch ein großes Talent, was das Songschreiben angeht. Und sie weiß es auf der recht großen Bühne, sich und ihre Lieder zu inszenieren. Sie schafft mit wenigen Mitteln wie etwa der Mikrokamera bei „Glatteis“ ganz schön viel Effekt. „Oh mein Gott, Stuttgart, seid ihr viele. Das hier ist die größte Halle auf der Tour“, gibt Chuba unumwunden zu. Die Menge springt bei „Ich hass dich“, Luftschlangen fliegen durch die Luft. Einmal da steht Nina Chuba dann in der Mitte der Halle auf einer kleinen Bühne, ist ihren Fans fast schon nah.
Nina Chuba, inzwischen 25 Jahre alt, ist das Mädchen, das man beim bekannt und sehr erfolgreich werden in Echtzeit zuschauen konnte. In einem Interview sagte sie mal, dass ihre Träume recht privat seien, sie träumt von einem Leben in einem Haus, vielleicht mit See, mit Backen und Kochen, mit Tieren. Man wünscht es ihr. Sie muss die Welle jetzt weiterreiten: noch höher, noch schneller. Auch nächstes Jahr wird sie wieder auf Tour gehen: am 27. Oktober 2025 gastiert sie in der Schleyerhalle. So steht es auf den Plakaten.
1. Nina
2. Mangos mit Chili
3. Freitag
4. Tracksuit Velours
5. Ich glaub ich will heut nicht mehr gehen
6. 80 Quadratmeter
7. Sturmmaske auf
8. Farbenblind
9. Tinnitus
10. Femminello
11. Ich hass dich
12. Neben mir
13. Fieber
14. Glatteis
15. Sakura
16. Alles gleich
Zugaben
17. Wildberry Lillet
18. Waldbrand
19. Fahr zu Hölle