OB-Wahlkampf in Leonberg Nach Schicksalsschlag: Josefa von Hohenzollern ist zurück auf der Bühne

Nach einer zweiwöchigen Auszeit steigt Josefa von Hohenzollern wieder in den Leonberger OB-Wahlkampf ein. Foto: Slotwinski

Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes hatte sich die OB-Kandidatin zurückgezogen. Jetzt zeigt sie sich wieder in der Öffentlichkeit und freut sich auf ihr Baby.

Leonberg: Thomas K. Slotwinski (slo)

Am Wochenende war sie bei zwei Stadtteil-Rundgängen dabei, beim großen Jugend- und Bürgerfest im Stadtpark ließ sie sich blicken, bei der Schützengilde im Glemstal und sogar in einem Besen sagte sie Hallo: Josefa von Hohenzollern-Emden ist zurück auf der Leonberger Wahlkampf-Bühne. „Uns geht es gut, und der Gedanke an meinen Mann gibt mir Kraft“, sagte die OB-Kandidatin am Dienstag unserer Zeitung.

 

Mit „uns“ meint die 51-Jährige ihren Sohn, der in der kommenden Woche im Leonberger Krankenhaus zur Welt kommen soll. „Wenn alles gut läuft, werde ich im Kreißsaal der Hebammen entbinden“, hofft die werdende Mutter, die beweisen will, dass der Kindersegen und die Belastungen eines Wahlkampfes durchaus miteinander vereinbar sind. „Meine Familie ist da. Wir meistern das gemeinsam.“

Der Vater des Kindes, ihr Ehemann Harald von Hohenzollern, war vor drei Wochen völlig überraschend einem plötzlichen Herztod erlegen. Der 62-Jährige war Diamanten-Händler in Namibia. Er brach zusammen, als er ins Auto steigen wollte. Nach dem ersten Schock musste die gebürtige Josefa Schmid mit den Behörden in dem südwestafrikanischen Staat die Formalitäten klären. „Das ist schon anders, als wenn man es mit mitteleuropäischen Dienststellen zu tun hat“, sagt die FDP-Politikerin.

Nach dem Tod ihres Mannes hatte sie sich zwei Wochen komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. In dieser Zeit musste sie sich mit Anwürfen der Sigmaringer Linie des Fürstenhauses Hohenzollern auseinandersetzen. Das Adelshaus hatte öffentlich erklärt, dass Prinz Harald nicht zur Familie gehöre, da er in den Emden-Zweig des Geschlechtes eingeheiratet habe. Josefa von Hohenzollern-Emden sagt hingegen, dass ihr Mann seinen Titel völlig rechtmäßig getragen habe. Durch die Heirat mit ihm treffe dies auch auf sie zu.

Josefa von Hohenzollern bei der Schützengilde Leonberg-Höfingen. Foto: privat

Die kurze Aufregung hat sich gelegt. Nun will sie wieder Termine wahrnehmen. „Das ist auch im Sinne meines Mannes. Er hat mir immer wieder in meinen Kandidatur-Absichten den Rücken gestärkt.“ Zeit hat Josefa von Hohenzollern-Emden. Seit zwei Jahren ist die Erste Bürgermeisterin von Leonberg von ihrem Chef, dem amtierenden Oberbürgermeister Martin Georg Cohn (SPD), wegen, wie er sagt, „gravierender Verletzung der Dienstpflichten“ mit einem Arbeitsverbot belegt. Seither liegt der Fall beim Regierungspräsidium Stuttgart als kommunaler Aufsichtsbehörde.

Neben von Hohenzollern bewerben sich die von den Grünen und der Ratsliste „SALZ“ unterstützte Herrenberger Amtsleiterin Marion Beck, der Düsseldorfer Verwaltungsleiter Tobias Degode, der von CDU und Freien Wählern getragen wird, und der Leonberger Influencer Benjamin Schulz um das höchste Amt in der 50 000-Einwohner-Stadt. Alle betonen ihre parteipolitische Unabhängigkeit.

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