Weil der Bus künftig nur noch Tempo 30 statt Tempo 50 fahren kann, wird die Strecke zwischen Plochingen und Esslingen verkürzt. Die Linie endet ab 3. November in Oberesslingen.
Die Fahrplanänderung tritt nach den Herbstferien in Kraft: Ab Montag, 3. November, fährt die Buslinie 140 nur noch zwischen Plochingen und Oberesslingen, teilt der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) mit. Die bisherigen Start- und Endpunkte am ZOB in Esslingen entfallen – eine Ausnahme sind vereinzelte Schülerfahrten. Die Verkürzung der Strecke sei notwendig, um die Fahrzeiten stabil zu halten und zusätzliche Kosten für einen weiteren Bus zu vermeiden, heißt es zur Begründung.
Hintergrund für diese Maßnahme sind nach Angaben des VVS die Lärmaktionspläne der Stadt Esslingen und der Gemeinde Altbach, welche die Einführung mehrerer Tempo-30-Zonen vorsehen. Das wirke sich auch auf den Nahverkehr aus, erläuterte VVS-Geschäftsführer Jan Neidhardt jüngst beim Jahresgespräch mit Esslingens Landrat Marcel Musolf.
Tempolimits betreffen immer auch den ÖPNV
Dadurch, dass die Busse langsamer fahren, würden sich die Fahrzeiten teils signifikant verlängern, weiterführende Anschlüsse könnten nicht mehr erreicht werden. „Als Reaktion bleibt dem ÖPNV entweder die Optimierung der Linienführung oder der Einsatz zusätzlicher Fahrzeug- und Personalressourcen“, machte Neidhardt deutlich.
Die Buslinie 140 wird nun also „optimiert“ – sprich verkürzt. Denn durch die Geschwindigkeitsreduzierung von Tempo 50 auf Tempo 30 verlängert sich die Fahrzeit zwischen Plochingen und Esslingen laut dem VVS von derzeit rund 30 Minuten um drei Minuten je Richtung. Der Stundentakt sei damit nicht mehr zu halten. Wollte man das bisherige Angebot aufrechterhalten, würde ein zusätzliches Fahrzeug inklusive Fahrer erforderlich werden. „Das hätte zusätzliche Kosten in Höhe von mindestens 200 000 Euro jährlich zur Folge“, teilt der VVS mit.
VVS: Die Mehrheit der Fahrgäste ist nicht betroffen
Die Nachfrage aber würde einen solchen Zusatzaufwand nicht rechtfertigen. Heute nutzen laut dem VVS an Schultagen durchschnittlich 1200 Fahrgäste den 140er-Bus. Das Gros, rund 800 Fahrgäste, steige in Altbach zu. Von ihnen fahren den Angaben zufolge rund 500 in Richtung Plochingen und 300 in Richtung Esslingen. Von letzteren wiederum würden etwa 100 bereits bis Oberesslingen aussteigen, sie seien also „von der Anpassung nicht betroffen“, heißt es in der Mitteilung. „Für die Mehrheit der Nutzerinnen und Nutzer bleibt die gewohnte Verbindung bestehen.“
Insgesamt wird die Zahl der Fahrgäste, für die sich durch die Änderung eine spürbare Erschwernis durch die Linienverkürzung und den Entfall von drei Haltestellen zwischen Oberesslingen und ZOB ergibt, auf etwa 100 bis 150 geschätzt. Für sie bestehen nach Angaben des Verkehrsverbundes jedoch „gute Alternativen“.
So würden schon heute viele Fahrgäste in Esslingen-Zell zur S-Bahn umsteigen und dabei Zeit sparen. Andere würden ohnehin die Buslinie 101 nutzen, etwa für Fahrten zum Georgii-Gymnasium. Wer den Esslinger Innenstadtbereich erreichen möchte, könnte in Oberesslingen bequem und ohne Straßenquerung auf die Linie 101 umsteigen. Allerdings verlängere sich die Fahrzeit dabei um rund sieben bis acht Minuten.
Die Verkürzung der Buslinie 140 sei in enger Abstimmung mit dem Landkreis Esslingen, den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen und dem Verbund getroffen worden. Frühe Abstimmungsgespräche sind laut Neidhardt bislang keine Selbstverständlichkeit – sollten es aber sein. Viele Kommunen im Kreis Esslingen würden derzeit Maßnahmen zur Minderung des Verkehrslärms planen. Neidhardt mahnt eine vorausschauende Planung an: „Die Konsequenzen für den ÖPNV müssen frühzeitig mitgedacht und abgewägt werden.“