ÖPNV soll schneller werden Neue Chance für eigene Busspur ins Bottwartal
Eine neue Trasse nur für Busse zwischen Marbach und Murr (Kreis Ludwigsburg) lag wegen Finanzierungsproblemen auf Eis. Doch nun soll ein neuer Anlauf unternommen werden.
Eine neue Trasse nur für Busse zwischen Marbach und Murr (Kreis Ludwigsburg) lag wegen Finanzierungsproblemen auf Eis. Doch nun soll ein neuer Anlauf unternommen werden.
Die Landesstraße 1100 zwischen Marbach und Murr ächzt unter der hohen Verkehrslast, ist zu den Stoßzeiten häufig verstopft. Zwischen all den Autos stehen zwangsläufig auch Busse im Stau, die zwischen dem Marbacher Bahnhof und dem Bottwartal pendeln. Aus dieser unbefriedigenden Situation heraus wurde vor einigen Jahren die Idee geboren, den ÖPNV auf einer separaten Spur an dem Nadelöhr vorbeizulotsen. Wegen Finanzierungsproblemen lag das Projekt zuletzt auf Eis. Nun geht aber wieder ein Türchen auf.
Das Vorhaben stockte zuletzt, weil die Gemeinde Oberstenfeld dafür keine Mittel im Haushalt eingestellt hatte. Voraussetzung für den Bau der Busspur ist aber, dass alle Kommunen zwischen Marbach und Beilstein nach einem fixen Schlüssel einen Beitrag leisten. Der neue Oberstenfelder Bürgermeister Kai Kraning erklärt zwar, dass auch im Etat für 2026 kein gesonderter Posten für das Vorhaben ausgewiesen ist. Man habe aber Mittel für allgemeine, also noch nicht näher definierte Themen im Haushalt reserviert. Heißt: eine Beteiligung wäre durchaus möglich, selbst wenn im Etat dafür nicht eigens ein Topf bereitsteht.
Kraning stellt zudem klar, dass man dem Ganzen nie einen Riegel habe vorschieben wollen. „Wir sind gerne bereit, in Gespräche einzusteigen, wenn wieder Schwung in die Sache kommt“, sagt er.
Ein Ball, den das federführende Landratsamt Ludwigsburg gerne aufnimmt. „Die Kreisverwaltung begrüßt es, dass die Gemeinde Oberstenfeld Interesse an der Fortführung der Planungen zur Busspur hat. Die Wiederaufnahme der Gespräche mit den Kommunen des Bottwartals und der Stadt Marbach ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen“, erklärt Pressesprecher Andreas Fritz.
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass der Landkreis im Zuge der Haushaltskonsolidierung und weil Oberstenfeld „keine Mittel für den Abschluss der Planungsarbeiten zur Verfügung stellte“ seinerseits den Ansatz für die Busspur 2026 nicht mehr berücksichtigt hat.
Sollte die Spur doch noch realisiert werden, würde sie in Fahrtrichtung Marbach in der Nähe der Bergkelterkreuzung bei Murr beginnen und parallel zur Landesstraße 1100 auf der anderen Seite der Murr vorbei an der Kläranlage verlaufen. Im Kern soll die Trasse über das bestehende Radwege- und Feldwegenetz führen. Busse sollen auf der Strecke bis zu 200 Sekunden schneller fahren können als auf der Landesstraße 1100.