Oli P. und seine Frau Pauline Petszokat am ersten Abend von Holiday on Ice in der Stuttgarter Porsche-Arena. Foto: LICHTGUT/Max Kovalenko
Fünf Jahre nach einer Tumor-OP ist Pauline Petszokat zusammen mit ihrem Mann Oli P. zurück auf dem Eis. Ein Gespräch über den Kampf zurück – und veganes Essen in Stuttgart.
Als sich Pauline Petszokat 2020 einer schwierigen Operation wegen eines Hirntumors unterziehen musste, hätte die frühere Eiskunstläuferin und Ehefrau des Sängers Oli P. nicht geglaubt, dass sie noch einmal auf das Eis, das ihr die Welt bedeutet, zurückkehren kann. Fünf Jahre später steht die 39-Jährige nicht nur wieder auf Kufen, die Petszokats sind Gaststars bei „Cinema of Dreams“, der aktuellen Show des Erfolgsformats Holiday on Ice.
Am Mittwochabend waren Oli P. und Pauline Petszokat in der Stuttgarter Porsche-Arena mit dabei, der 47-jährige Sänger performte unter anderem seinen Megahit „Flugzeuge im Bauch“, während seine Frau Pirouetten und Kurven lief und sich von einem Holiday on Ice-Läufer durch die Luft wirbeln ließ.
Vor der Show haben wir mit Oli P. gesprochen – über die schrittweise Rückkehr nach einer schweren Krise, sein Können auf dem Eis und veganes Essen in Stuttgart.
Generell zusammen zu sein macht sehr viel Spaß. Deswegen heiratet man ja auch (lacht). Ich freue mich total, wenn wir Zeit zusammen haben. Normalerweise bin ich ja jedes Wochenende in einer anderen Stadt, um dort aufzutreten. Deshalb ist es umso schöner, wenn wir die Gelegenheit haben, gemeinsam zu arbeiten.
Hätten Sie beide nach Paulines Tumor-Operation geglaubt, dass sie noch einmal professionell auf dem Eis stehen könnte?
Das war überhaupt nicht zu erwarten. In den ersten Monaten, ja Jahren nach der Operation war an Sport generell nicht zu denken. Eine Runde durch den Park joggen – das wäre viel zu viel gewesen. Es ist unglaublich schön, dass so etwas heute wieder möglich ist. Und trotzdem ist es wichtig, weiter auf Sicht zu fahren, auszutesten, aber auch Grenzen zu akzeptieren.
Als die Anfrage von Holiday on Ice kam…
… haben wir uns zusammengesetzt und gemeinsam überlegt: Trauen wir uns das zu? Für Pauline war dann schnell klar: Das ist für sie eine so tolle Herausforderung und die Gelegenheit, nochmal voll in die Sportart ihres Lebens einzutauchen. Wir sind sehr glücklich, dass es so gut läuft und es bisher keinen Rückschlag gab.
Gibt es die Momente, in denen Sie auf dem Eis stehen und denken: „Wow, wie weit sind wir gekommen“?
Klar. Wenn ich auf dem Eis stehe und singe und meine Frau läuft um mich herum, dreht sich und sieht bezaubernd aus – das sind die Momente, in denen man denkt: Wahnsinn, was passiert hier gerade? Und das ist auch gut so, dass man solche Augenblicke nicht einfach als selbstverständlich nimmt.
Was bedeutet Ihnen das?
Ich bin unheimlich stolz auf meine Frau. Dass sie sich das zutraut, dass sie sich zurückgekämpft hat.
Kann das auch eine Inspiration sein für andere Menschen, die mit schweren Krankheiten zu kämpfen haben?
Wir sind durch die Deutsche Hirntumorhilfe und Selbsthilfeorganisationen Yeswecan!cer viel im Austausch mit anderen Betroffenen. Da bekommen wir ganz viele Rückmeldungen von Paaren, die Ähnliches durchmachen. Aber jeder geht mit so einer Krankheit anders um. Wir nehmen nicht für uns in Anspruch, dass wir genau wissen, wie der richtige Weg sein könnte. Und wir lernen immer noch dazu, von Menschen, die vor uns diesen Weg beschritten haben.
Was haben Sie da erfahren?
Dass es Zeit braucht. Dass nicht von heute auf morgen alles wieder gut ist. Dass Heilung ein Prozess ist und dass es auch nach Jahren noch Fortschritte geben kann. Es braucht Geduld.
Sie sind nicht bei jeder Holiday on Ice-Show dabei, auch in Stuttgart waren sie nur am ersten Abend auf dem Eis…
Genau. Die Premiere in der Porsche-Arena war unser vorletzter Auftritt. Der letzte ist im Februar in Bremen. In Dortmund haben wir gemerkt, dass zwei Shows hintereinander schon auch anstrengend sind. Eine dritte wäre eine zu viel gewesen. Da wäre die Anstrengung zu groß gewesen. Deshalb ist es gut, dass wir dazwischen immer ein bisschen Pause haben.
Foto: LICHTGUT/Max Kovalenko
Wie sicher sind Sie auf Schlittschuhen?
Wenn ich jetzt sage „Super“, falle ich bestimmt auf die Nase. (lacht) Ich habe immerhin 2006 mit meiner Partnerin die erste Staffel von „Stars on Ice“ mit Katarina Witt gewonnen. Damals habe ich meine Frau kennengelernt. Paulines Vater ist Knut Schubert, der Trainer von Minerva Hase und Nikita Wolodin, unserer deutschen Medaillenhoffnung bei Olympia. Deshalb muss ich mich zusammenreißen, damit ich meine Familie nicht blamiere.
Also sind Sie gar nicht so schlecht?
Laien würden wahrscheinlich sagen: Wow, das schaut ja richtig gut aus. Aber im Vergleich zu meiner Frau und den Eisläuferinnen und -läufern hier bin ich natürlich ein blutiger Anfänger. Was die Holiday on Ice-Leute auf dem Eis machen, ist ganz stark und höchstes Niveau. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sie teilweise drei Shows am Tag machen. Das ist einfach nur krass.
Auf Instagram war zu sehen, dass Sie sich Essen aus dem Vhy, dem veganen Restaurant von Timo Hildebrand, geholt haben. Wie hat’s geschmeckt?
Ich kenne das Vhy schon länger und finde es ganz toll. Immer wenn ich in Stuttgart bin, versuche ich dort einen Tisch zu ergattern. Ich merke, dass das Essen von dort mir gut tut. Das ist nicht bei allem Veganen der Fall, manchmal wird mit viel Geschmacksverstärkern gearbeitet.
Wie lange leben Sie vegan?
Seit acht Jahren. Gerade habe ich auch ein veganes Kochbuch herausgebracht. Jetzt, nachdem ich das Vegansein lange und in vielen Lebenslagen ausprobiert habe, habe ich das Gefühl, ich kann mitsprechen, aus dem veganen Alltag berichten und auch Tipps geben.