Olympia 2026 Rodelt er bis 2030? Felix Loch lässt sich alle Optionen offen

Noch kein Abschiedsgruß: Felix Loch nach Platz sechs in Cortina d’Ampezzo Foto: Robert Michael/dpa

Das Olympiarennen verlief enttäuschend für Rodler Felix Loch. Dennoch ist seine olympische Karriere noch nicht zwangsläufig beendet. Fährt der 36-Jährige auch 2030 noch mit?

Sport: Dirk Preiß (dip)

Es sah ja durchaus nach einem Moment des Abschieds aus. Gerade war Felix Loch auf der olympischen Eisbahn von Cortina d’Ampezzo ins Ziel gefahren. Schon da war klar: Mit einer Medaille wird es diesmal nichts werden – trotz bester Vorleistungen im Weltcup. Als am Ende Sechster stieg der Bayer beim Sieg von Teamkollege Max Langenhan vom Schlitten – und fiel seinem Vater und langjährigem Trainer Norbert Loch in die Arme. Es flossen Tränen – und man stellte sich unweigerlich die Frage: Endet hier gerade eine große olympische Karriere?

 

Die Antwort hätte eindeutig ausfallen können. Denn: Felix Loch ist 36 Jahre alt, die nächsten Winterspiele finden erst in vier Jahren statt, seine drei Goldmedaillen hat er längst in der Vitrine liegen – und das Familienleben hat für den Olympiasieger zuletzt durchaus an Bedeutung gewonnen. Zwar hat er schon verkündet, dass er im Weltcup weiterrodeln möchte – aber noch einmal vier Jahre lang?

„Wir werden das“, sagte Loch, „von Jahr zu Jahr entscheiden.“ Das klingt einerseits nach einem Abschied auf Raten, zumal die WM am Königsee 2028 ein schönes Karriereende in der Heimat bedeuten würde. Aber: Ein Limit wollte sich der Vater von zwei Söhnen nicht setzen. „Wenn nichts zwickt und zwackt und ich sehe, dass ich noch vorne mitfahren kann“, sagte er, könne es ja immer noch ein Jahr werden. Am Ende werde man sehen, ob das dann „eines, zwei, drei, vier oder acht“ werden. Obwohl er „kein Bauchmensch“ sei, erwartet er in der Frage nach dem Zeitpunkt des Karriereendes irgendwann „eine Bauchentscheidung“.

Was sicher ist: Die Olympiabahn 2030 wäre kein Neuland für Felix Loch. Im französischen La Plagne war er bereits oft zum Testen des Materials. Am neuen Eiskanal von Cortina hat er sich dagegen die Zähne ausgebissen. „Bitter“ seien die vergangenen zwei Tage gewesen, sagte Felix Loch. Oben habe er immer Fehler gemacht und Zeit verloren, die unten nicht mehr aufzuholen war. Zudem habe er „nie das richtige Set-up beim Material gefunden“.

Mit seiner Frau Lisa wird er nun dennoch noch bis Ende der Woche in Cortina bleiben. Die Söhne, die am Wochenende auch an der Bahn waren, „dürfen“ dagegen wieder in die Schule. Und nach den Spielen von Mailand und Cortina d’Ampezo dann mitverfolgen, ob ihr Papa den Gesamtweltcup gewinnt.

Vor Olympia war Felix Loch nämlich in Topform. Einen Punkt liegt er in der Gesamtwertung vor dem Österreicher Jonas Müller, zwei Rennen stehen noch aus. Dann kommt der Moment des Abschieds – aber nur aus dieser Saison.

Weitere Themen