Landtag und jüdische Gemeinde würdigen die Arbeiten der Gedenkstätten im Land. Ausgezeichnet wird auch das Engagement einer syrisch-libanesische Friedensaktivistin.
Rückhalt für die Arbeit der Gedenkstätten im Südwesten: Der Landtag und die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) haben die Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen für ihr beispielhaftes Bemühen bei der Aufarbeitung und Aufklärung der NS-Verbrechen mit der gemeinsam ausgeschriebenen Joseph-Ben-Issachar-Süßkind-Oppenheimer-Medaille gewürdigt. Ausgezeichnet wurde auch die syrisch-libanesische Friedensaktivistin Rawan Osman. Die Medaille wird alle zwei Jahre für herausragendes Engagement gegen Minderheitenfeindlichkeit und Vorurteile vergeben. Die Verleihung fand bei einem Empfang zum jüdischen Neujahrsfest am Montag im Neuen Schloss statt.
Landtagspräsidentin Muhterem Aras rief bei der Feier dazu auf, gemeinsam gegen Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit und für Versöhnung und Verständigung einzustehen: In Zeiten, in denen die Gedenkstätten zunehmend von Anfeindungen betroffen seien, stünden die Landtagsfraktionen von Grünen, CDU, SPD und FDP „felsenfest hinter der Gedenkstättenarbeit“. In der Landesarbeitsgemeinschaft sind mehr als 80 Gedenkstätten vertreten. Stellvertretend nahmen Felix Köhler und Thomas Stöckle die Medaille entgegen.
Traub: „Gedenkstätten senden ein Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung“
IRGW-Vorstandssprecherin Barbara Traub lobte, die Gedenkstätten leisteten fortwährende Erinnerungsarbeit und trügen zugleich nachhaltig zur Stärkung der demokratisch-freiheitlichen Grundordnung bei: „Sie senden ein fortwährendes Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung.“ Das gelte auch für die Arbeit der Friedensaktivistin Rawan Osman. Mit Projekten wie „Arabs ask“ helfe sie , „Brücken über Gräben zu bauen, die über die Jahrzehnte durch unwidersprochene Vorurteile und fortwährende Hetze entstanden sind“. Geehrt wird Osman für ihr Engagement gegen Antisemitismus und für ihre Aufklärungsarbeit über Israel in den sozialen Medien. Traub betonte: „In dem, was wir unsere Kinder heute lehren, entsteht jeden Tag Stück für Stück etwas mehr von der Zukunft, die wir unserer Welt wünschen.“