Orden in Obertürkheim Salesianer verlassen Stuttgart
Der Orden der Salesianer Don Boscos verlässt nach 23 Jahren Stuttgart. Die drei Ordensmänner haben in Obertürkheim gelebt und sich der pastoralen Jugendarbeit verschrieben.
Der Orden der Salesianer Don Boscos verlässt nach 23 Jahren Stuttgart. Die drei Ordensmänner haben in Obertürkheim gelebt und sich der pastoralen Jugendarbeit verschrieben.
Nach 23 Jahren verabschiedet sich der Orden der Salesianer Don Boscos aus Stuttgart. Die drei Ordensmänner Pater Jörg Widmann, Pater Clemens Mörmann und Bruder Matthias Bogoslawski lösen bis Ende August ihre Wohngemeinschaft in der Ebniseestraße in Obertürkheim auf. Grund für den Rückzug ist der fehlende Nachwuchs. Immer weniger junge Menschen in Deutschland entscheiden sich für das Ordensleben. „Die Diözese Stuttgart wollte ein neues jugendpastorales Zentrum in der Innenstadt mit weiteren, jüngeren Patres bauen“, sagt Pater Jörg Widmann. Diese Verpflichtung konnte der Orden nicht eingehen. Die Salesianer-Leitung hat sich entschlossen, die Kräfte innerhalb des Bundesgebietes auf wenige Standorte zu bündeln. Stuttgart gehört nicht dazu. „Wir werden die Standorte, zu denen wir versetzt werden, mit unserer Erfahrung aus der jugendpastoralen Arbeit in Stuttgart verstärken“, sagt Widmann.
In den mehr als zwei Jahrzehnten haben die Ordensmänner in Stuttgart tiefe Spuren hinterlassen. Sie haben sich der Arbeit mit Jugendlichen verschrieben. Insgesamt neun Ordensmänner lebten seit 1999 in der Ordens-WG im Obertürkheimer Pfarrhaus. Die größte Öffentlichkeitswirkung erzielte der kürzlich verstorbene Pater Ernst Kusterer, dessen Stimme und Gesicht aus dem Radio und der Gebetssendung Big Pray bekannt war. Ansonsten haben die Patres Jugendgottesdienste gestaltet, zu Grillpartys und gemeinsamen Festen eingeladen, Reisen nach Turin, zu den Wurzeln der Ordensbrüder, durchgeführt und sich unvoreingenommen den Fragen der Jugendlichen angenommen. „Wir wollen der Kirche ein fröhliches, lebensnahes Gesicht geben“, sagt Pater Clemens Mörmann.
Auf vielen Feldern suchten sie den direkten Draht zur jungen Generation. Jeder der drei hat eigene Schwerpunkte gesetzt. Pater Matthias war in Schulen unterwegs, bot Kirchenführungen, Workshops zu Nachhaltigkeit und Tage der Orientierung an. Pater Clemens hat sich mehr seelsorgerisch für benachteiligte Kinder eingebracht, und Pater Jörg war als Stadtjugendpfarrer mitentscheidend für den Aufbau der Jugendkirche verantwortlich. Seit 2016 finden junge Menschen im Jugendpastoralen Zentrum YouCh in der Landhausstraße im Stuttgarter Osten eine zentrale Anlaufstelle. „Auch nach unserem Weggang wird die Arbeit mit den Jugendlichen dort weitergehen. Zwei Pastoralreferenten garantieren die Kontinuität“, sagt Bruder Matthias. Als letzten Höhepunkt erlebten die drei den Katholikentag im Mai. „Unser Orden war mit einem Zirkuszelt im Stadtgarten präsent und zeigte sich als lebendige, fröhliche, spontane Gemeinschaft“, so Pater Jörg. Er wird Direktor der Salesianer-Niederlassung in Regensburg, Pater Clemens wird nach München versetzt, wo er sich im Jugendwohnheim einbringt und Peter Matthias zieht es in die Niederlassung nach Berlin-Marzahn.
Der Abschiedsgottesdienst mit anschließendem Abend der Begegnungen wird am Samstag, 2. Juli, um 18 Uhr in der St. Franziskuskirche in Obertürkheim gefeiert.