Ostfildern „Eine grüne Oase“ – 650.000 Euro fließen in Naherholungsgebiet
Mit 270.000 Euro aus Fördergeldern und 380.000 Euro aus eigener Tasche will Ostfildern die Neugestaltung der Bürgergärten im Scharnhauser Park umsetzen. Was dort geplant ist.
Mit 270.000 Euro aus Fördergeldern und 380.000 Euro aus eigener Tasche will Ostfildern die Neugestaltung der Bürgergärten im Scharnhauser Park umsetzen. Was dort geplant ist.
Mit einem Klimawäldchen, Pop-up-Gärten und neuen Schattenplätzen möchte will die Stadt Ostfildern die Bürgergärten im Scharnhauser Park aufwerten. Das Konzept hat die Vertreter der Region Stuttgart überzeugt. 270 000 Euro Fördermittel bekommt die Stadt für das Projekt.
Auch der Landschaftspark der Stadt Nürtingen wird von der Region mit 400 000 Euro gefördert. Dass die Finanzspritze eine einmalige Chance für die Stadt Ostfildern ist, steht für Bürgermeister Michael Lübke außer Frage. 380 000 Euro muss die Stadt selbst schultern, um das ehemalige Gartenschaugelände herzurichten.
Wie das aussehen soll, haben die Bewohnerinnen und Bewohner in einer Bürgerbeteiligung mit geplant. „Es geht darum, mit neuen Konzepten den Pflegeaufwand zu verringern“, sagt Lübke. Um die Kosten zu verringern, haben die kommunalen Planer nach Einsparmöglichkeiten gesucht – so wird etwa auf einen Teil der Bäume verzichtet.
Angebote wie Urban Gardening sollen mehr Menschen Lust machen, sich niederschwellig zu engagieren. Darüber freut sich Hans Gruber. Der engagierte Freizeitgärtner kümmert sich seit 20 Jahren um die Gärten auf dem ehemaligen Gelände der Landesgartenschau 2002. „Durch die Bürgerbeteiligung haben wir schon neue Mitstreiter gewonnen“, sagt der Senior.
Trotz des Eigenanteils sehen die Kommunalpolitiker die Fördergelder als große Chance. „Die Bürgergärten sind ein wertvolles Erholungsgebiet für unsere Bürgerinnen und Bürger“, sagt Steffen Kaiser (Freie Wähler). Ein großes Team von Ehrenamtlichen habe seit der Landesgartenschau große Teile dieser Fläche gepflegt „und so einen wunderschönen Park von Bürgern für Bürger ermöglicht.“ Allerdings würden sich immer weniger Menschen engagieren. Kaiser begrüßt deshalb, dass die Stadt Pläne vorgelegt hat, um den Aufwand wie auch die Kosten zu reduzieren.
„Es geht um die Zukunft der Bürgergärten“, stellte Axel Deutsch (CDU) klar. Er lobte die Ehrenamtlichen, die seit 24 Jahren dafür gesorgt hätten, dass ein attraktiver Park entstanden sei. Obwohl mit dem neuen Konzept der Pflegeaufwand reduziert werde, hofft Deutsch, dass sich auch weiter engagierte Menschen finden. Die Finanzspritze der Region gebe der Stadt die Möglichkeit, insgesamt 650 000 in das attraktive Naherholungsgebiet zu investieren.
„Mit der Umgestaltung der Bürgergärten können Klimaziele unterstützt und ökologische Vielfalt gestärkt, aber auch der Pflegeaufwand für Bürgerinnen und Bürger reduziert werden“, ist Margarete Schick-Häberle (Grüne) überzeugt. Mit den Projekten Klimawäldchen, Klimawiese, Klimawildnis und Veranstaltungsfläche entstehen nach ihren Worten „neue und attraktive Spiel- und Aufenthaltsflächen.“ Auf Bäume, die aus Kostengründen jetzt nicht gepflanzt werden, will Schick-Häberle dennoch nicht verzichten. „Vielleicht wäre eine Baum-Sponsoring-Aktion möglich?“ fragt die Stadträtin.
Die Bürgergärten im Scharnhauser Park sind nach den Worten von Ünal Yalcin (SPD) „eine grüne Oase“. Sie verbinden nach seinen Worten „gärtnerisches Engagement mit gemeinschaftlichem Miteinander und leisten so einen wichtigen Beitrag zu einer lebendigen Stadtgesellschaft.“ Zwar sieht Yalcin die finanzielle Belastung kritisch. Da die Bürgergärten aber „in der bisherigen Form nicht fortgeführt werden können“, kämen die Kosten ohnehin früher oder später auf die Stadt zu. Die gesellschaftliche Bedeutung der Gärten sieht auch Jutta Zwaschka (Linke). „Die Bürgergärten sind für alle frei zugänglich und bieten Menschen ohne eigenen Garten und mit wenig Freizeit eine Möglichkeit, mitzumachen.“