Erst vor rund zwei Wochen war bekannt geworden, dass der Outdoor-, Camping- und Caravaning-Spezialist Herzog in Kirchheim am Neckar Insolvenz beantragen musste. Nun dürfen Geschäftsführung, Mitarbeiter und Kunden aufatmen: Für den Traditionsbetrieb gibt es eine Lösung, mit der das Unternehmen und alle rund 60 Arbeitsplätze erhalten werden können.
Die schnelle Rettung ist auch deshalb wichtig gewesen, weil die Urlaubszeit vor der Tür steht und sich mancher noch dafür mit neuer Ausrüstung eindecken möchte. Schon als die Insolvenz bekannt gegeben worden war, hatte sich der Insolvenzverwalter optimistisch gezeigt, dass die Firma auch in Zukunft fortgeführt werden kann. Man führe vielversprechende Gespräche mit ernsthaften Investoren, hieß es seinerzeit.
Familie Herzog führt Geschäfte mit Investor weiter
Die Familie Herzog und ein Investor haben gemeinsam zum 1. Juli 2025 den Geschäftsbetrieb von Insolvenzverwalter Holger Blümle von Schultze & Braun übernommen und führen sowohl die Produktion von Caravan- und Wohnmobilvorzelten als auch den Handel mit einem breiten Camping-, Trekking-, Freizeit- und Outdoor-Sortiment sowie Reisemobilen und Wohnwagen fort. Dasselbe gilt auch für die Werkstatt, in der sämtliche Service- und Reparaturleistungen rund um Caravaning und mobile Freizeit abgedeckt werden können.
Dass das mehr als 120 Jahre alte Unternehmen überhaupt in Schieflage geraten ist, hängt mit den Spätfolgen der Corona-Pandemie und die dadurch sowie durch weltweite politische Krisen hervorgerufenen immensen Preissteigerungen zusammen. Die trafen die Firma Herzog beim Einkauf der Materialien für die Produkte, führten aber auch dazu, dass sich die Menschen bei Neuinvestitionen zurückhielten. Hatte es zuvor noch einen Boom gegeben, weil die Menschen nach den Reisebeschränkungen durch die Corona-Pandemie wieder die Welt erkunden wollten und das gerne in den mobilen eigenen vier Wänden und in der Natur, blieben nun die bereits gekauften Wohnwagen und Reisemobile auf dem Hof der Firma stehen und banden einiges an Kapital, sodass die Liquidität nicht mehr ausreichte.
Zukunftsperspektive für alle
„Es freut mich sehr, dass wir mit dieser Lösung schnell Klarheit schaffen konnten und es nun für das Unternehmen und die Familie sowie die Mitarbeitenden und Kunden eine Zukunftsperspektive gibt“, sagt Holger Blümle.
Die Belegschaft von Herzog habe mit ihrem Engagement dazu beigetragen, dass die Kunden von der Insolvenz nur sehr wenig mitbekommen hätten, heißt es seitens der Insolvenzverwaltung. Die Produktion am Unternehmenssitz sei in vollem Umfang weitergelaufen, auch Bestellungen über den unternehmenseigenen Online-Shop waren und sind weiterhin möglich.