Bei dem Chlorgasunfall in der Panoramatherme Beuren sind am Mittwochnachmittag mehrere hundert Gäste in Sicherheit gebracht worden.
Wie der Bäderchef der Panoramatherme Beuren schildert, sind 350 Menschen bei dem Chlorgasunfall am Mittwochnachmittag evakuiert wurden. Während Sanierungsarbeiten an den Pumpen in dem Kur- und Wellnessbad war eine Chlorgasblase in einem Becken ausgetreten. Dabei wurden – wie berichtet – 12 Menschen verletzt.
Die betroffenen 12 Gäste hatten sich nach Worten des Beurener Kur- und Bädermanagers Bertram Dorner im warmen Außenbecken der Therme aufgehalten, als die besagte Chlorgasblase gegen 16.30 Uhr aus einer Wasserleitung in das Becken ausgetreten sei. An dem Nachmittag hätten sich rund 25 Beschäftigte in der auch bei Ausflüglern, Kurgästen und Touristen beliebten Therme befunden.
Gäste im Außenbecken klagten über Atemwegsreizungen
Danach habe man das Schott, gemeint ist die mobile Trennwand, die sich zwischen dem großen Innen- und dem Außenbecken befindet, geschlossen, um eine Durchmischung des Wassers zu verhindern. Die beiden Becken verfügten über eine jeweils über eine separate Wasseraufbereitung. Außerdem seien vorsorglich die Fenster geöffnet worden, damit das flüchtige Gas, falls in der großen Bäderhalle vorhanden, entweichen konnte.
Das Thermen-Team alarmierte die Rettungskräfte samt der Feuerwehr
Die Gäste, die sich in unmittelbarer Nähe dieses Ereignisses im Außenbecken aufhielten, hätten Chlorgas eingeatmet und das hätte bei den Betroffenen zu Atemwegsreizungen geführt. Unmittelbar nach dem Unfall sei gegen 16.30 Uhr sofort die Rettungskette in Gang gesetzt und die Rettungskräfte alarmiert worden.
Von der Evakuierung in der Panoramatherme waren rund 350 Menschen betroffen
Alle Badegäste im Innen- und Außenbereich der Panoramatherme seien mit Ausnahme der Sauna, der Abteilung Physiotherapie und dem Thermenrestaurant evakuiert worden. Dabei handelte es sich nach Dorners Worten um rund 350 Menschen.
Bei der Aktion seien die Gäste vom Thermen-Team und der Feuerwehr in den Grottenbereich geleitet worden. Bei der Thermengrotte handelt es sich um eine Fläche von insgesamt 520 Quadratmetern, die der typischen Höhlenlandschaft der Schwäbischen Alb nachempfunden ist. In dem Bereich der Panoramatherme befinden sich das Dampfbad Nebelhöhle, ein Wärmestollen mit Farblichtbad sowie ein Salzstollen, in dem Sole vernebelt wird sowie eine Duscherlebnisgrotte.
Mehrere Ruheräume schließen sich dort an. In diesem geheizten Bereich seien die Evakuierten rund eine Stunde lang von den Bäderangestellten und der Freiwilligen Feuerwehr betreut und mit Getränken versorgt worden.
Die verletzten Gäste sind auch mit Sauerstoff versorgt worden
Die verletzten Gäste, die über Atemwegsreizungen geklagt hatten, seien mit Sauerstoffgaben behandelt worden. Drei der Betroffenen wurden in ein Krankenhaus gebracht, sie seien inzwischen wohlauf und hätten die Klinik wieder verlassen können, sagte Dorner.
Einen solchen Unfall hat es laut Bäderchef in der Panoramatherme noch nie gegeben
So etwas habe er noch nie erlebt, bekannte der Bäderchef und verwies auf die mehr als 50-jährige Geschichte der Panoramatherme in dem Kurort am Fuß der Schwäbischen Alb. Die noch nie da gewesene Situation habe alle Beteiligten erheblich unter Stress gesetzt.
Die Polizei untersucht den ungewöhnlichen Fall in Beuren
Gleichzeitig erklärte Dorner, sein Team habe umsichtig und professionell auf den Unfall reagiert. Das sei auch ein Ergebnis der regelmäßigen Evakuierungsübungen, an denen sich die rund 100 Beschäftigten jedes Jahr während der Revisionszeit des Bades beteiligten. Er könne noch nicht sagen, wie es zu dem Zwischenfall gekommen ist, momentan liefen auch die Ermittlungen der Polizei.
Der Unfall durch die Chlorblase steht im Zusammenhang mit Sanierungsarbeiten
Fest steht bisher nur, dass die Entstehung der Chlorgasblase im Zusammenhang mit den Sanierungsarbeiten an den Pumpen in der Therme steht. In dieser und in der kommenden Woche stand der Austausch mehrer der insgesamt 70 Pumpen an, die für die ständige Umwälzung des Badewassers sorgen, das mehrmals pro Stunde in den Becken getauscht wird.
„Diese technischen Verbesserungen tragen künftig auch zur Energieeinsparung bei – gut für Komfort und Umwelt gleichermaßen. Während der Arbeiten kann es kurzzeitig zu Einschränkungen oder Ausfällen bei einigen Attraktionen wie Düsen, Sprudelliegen oder dem Strömungskanal kommen“, ist auf der Homepage der Therme zu lesen.
Das Bad war nach dem Chlorgasunfall am Mittwochnachmittag vorübergehend geschlossen worden. Nach dem Unfall und während der Nacht sei keine erhöhte Chlorgaskonzentration mehr gemessen worden, erklärte der Bädermanager. Inzwischen läuft der Betrieb nach Worten von Bertram Dorner seit Donnerstag wieder wie gewohnt.