Panoramatherme Beuren Therme steht das Wasser bis zum Hals

Im Jahr 2019 zählte die Panomaratherme gut eine halbe Million Besucher, im vergangen Jahren waren es noch knapp 206 000. Foto: Horst Rudel

Durch die coronabedingt gesunkenen Besucherzahlen steckt das Bad in Beuren tief in den roten Zahlen. Ohne weitere finanzielle Hilfe des Landes kann der Betrieb nicht aufrechterhalten werden.

Beuren - Es sieht nicht gut aus: Die Besucherzahlen in der Panoramatherme in Beuren sind coronabedingt massiv gesunken. Die Gemeinde braucht finanzielle Hilfe, um ihren Eigenbetrieb zu stützen. Die bisherige Förderung von Bund und Land reicht offenbar nicht aus, um das Thermalbad mit seiner Saunalandschaft über Wasser zu halten.

 

In diesen Tagen hat die Gemeinde einen Antrag auf 6,6 Millionen Euro aus dem Ausgleichsstock des Landes gestellt. „Aus eigener Kraft wird die Panoramatherme Beuren diese schwere Zeit nicht überstehen“, sagt der Bürgermeister Daniel Gluiber. Das Bad ist ein beliebtes Ausflugsziel und eine wichtige Gesundheitseinrichtung über die Gemeindegrenzen hinaus. „Wir haben überregionale Bedeutung“, erklärt der Schultes. Aus einem Umkreis von bis zu 200 Kilometer kämen die Gäste. Es gibt Wellness, eine Badelandschaft und Saunen. Und auch Angebote zur Linderung gesundheitlicher Leiden gehören zum Portfolio.

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Finanzielle Lage ist dramatisch

Vor der Coronapandemie kamen im Jahr 2019 noch mehr als eine halbe Million Besucher in das Bad, der Umsatz lag bei 7,3 Millionen Euro. Bereits im Jahr darauf sind die Besucherzahlen dramatisch gesunken. Man sei völlig unverschuldet in die jetzige Situation geraten, betont der Bürgermeister: „Weder Missmanagement noch Fehlentscheidungen haben zu dieser Situation geführt.“

Im Jahr 2020 brach die Besucherzahl um gut die Hälfte ein: Gerade einmal 240 488 Menschen lösten ein Ticket. Die Zahlen für 2021 sind noch schlechter: Es kamen 205 964 Badegäste. Beim Umsatz wird mit 3,5 Millionen Euro gerechnet; die genauen Zahlen liegen noch nicht vor. Im laufenden Jahr sollen es 3,9 Millionen Euro werden. „Allein diese Zahlen zeigen, wie dramatisch die Lage für das Thermalbad ist“, sagt Gluiber.

Beuren ist eine finanzschwache Gemeinde

Vor zwei Jahren bekam die Therme, bei der rund hundert Menschen beschäftigt sind, von Bund und Land rund 1,7 Millionen Euro. Dem Eigenbetrieb fehlen damit für 2020 etwa 2,4 Millionen Euro an Umsatz. Im Jahr 2021 hat die Gemeinde beschlossen, eine halbe Million zuzuschießen. Für die Kommune ist dies ein enormer Kraftakt. „Wir sind eine finanzschwache Gemeinde“, sagt der Bürgermeister. Die naturnahe Lage des Ortes am Albtrauf habe viele Vorteile für die knapp 3700 Einwohner. Ein großer Teil der Gemarkung gehört zu dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Dass keine neuen und großen Unternehmen im Außenbereich angesiedelt werden können, die den Kommunalhaushalt mit ihrer Gewerbesteuer kräftigen könnten, gehört dagegen zu den Nachteilen der Lage.

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Beträchtliche Nachteile für hätte es auch, sollte die Therme die Coronakrise nicht überstehen. Der Eigenbetrieb hat Darlehen von insgesamt neun Millionen Euro aufgenommen, die die Kommune übernehmen müsste. Darüber hinaus müsste die Gemeinde die bereits aufgelaufenen Jahresverluste übernehmen, die sich auf die nun beantragen 6,6 Millionen Euro belaufen. Eine Folge wäre, dass die Gemeinde ihre Pflichtaufgaben nicht mehr erfüllen könnte und das Land Beuren stützen müsste, um die örtliche Verwaltung funktionsfähig zu erhalten. Darüber hinaus würde sich die Frage nach der Zukunft der Gebäude stellen. Denn „ein geschlossenes Bad wird relativ schnell zur Ruine, die kein Investor kaufen möchte“, heißt es aus dem Rathaus.

Doch noch hofft die Gemeinde darauf, das Bad mit der Unterstützung des Landes retten zu können. Wenngleich sich, wie überall, schwer abschätzen lässt, wann in der Beurener Panoramatherme wieder ein regulärer Betrieb möglich ist.

Die Panoramatherme

Sauna
In der Panoramatherme in Beuren gibt es fünf unterschiedliche Schwitzkabinen, ein Dampfbad Salomelium mit Honigeinreibungen sowie ein orientalisches Rhasoul-Bad.

Baden
In insgesamt sieben mit Thermalwasser gefüllten Becken können Besucherinnen und Besucher die wohltuende Wirkung des 28 Grad bis 40 Grad warmen Wassers genießen. Ein weiteres Becken bietet Kaltwasser mit 24 Grad. Drei Innen- und vier Außenbecken ergänzen das Wasserangebot in der Panorama Therme.

Angebot
Alle Becken der Beurener Panoramatherme stehen den Besuchern derzeit zur Verfügung. Sämtliche Warmräume sind zugänglich, jedoch derzeit ohne Bedampfungen. In der Sauna darf geschwitzt werden. Bei den Aufgüssen wird zurzeit allerdings auf eine Verwedelung verzichtet.

Eintritt
Welche Regeln für den Eintritt gelten, richtet sich nach der Coronaverordnung des Landes. Informationen dazu stehen auf der Homepage der Therme.

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