Posse um Radweg in Stuttgart Protest im Rosensteinpark: Radweg noch immer nicht freigegeben

Der Rad- und Fußweg ist noch nicht freigegeben, genutzt wird er dennoch von vielen Besuchern des Rosensteinparks. Foto: Sebastian Steegmüller

Ein asphaltierter Radweg in Bad Cannstatt bleibt gesperrt. Stadtsprecher Hillinger warnt: „Bei Unfällen besteht keinerlei Haftung seitens der Stadt.“ Ein Risiko, das viele ignorieren.

Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel am Rande des Rosensteinparks: Regelmäßig öffnen Unbekannte den fertig asphaltierten, aber gesperrten Rad- und Fußweg zwischen dem Cannstatter Seilerwasen und dem Parkgelände, die Stadt macht ihn wenig später wieder dicht. Das ging Mitte Januar so weit, dass Radfahrer sarkastische Nachrichten vor Ort an die Bauzäune hängten und das Hin und Her öffentlich kritisierten: „Das klappt inzwischen wirklich zuverlässig“, war dort zu lesen. Verbunden mit der Bitte, die Energie doch zu sparen und stattdessen die Arbeiten abzuschließen.

 

Gesperrter Rad- und Fußweg wird gestreut

Hatte der Protest etwa Erfolg? Die Serpentine, die am Eingang des Rosensteinparks an den Rad- und Fußweg unter der Stuttgart-21-Neckarbrücke anschließt, wurde vor zwei Wochen hangseitig mit rot-weißen Warnbaken versehen. Es wurde Rollsplitt gestreut. Außerdem stehen seither die Zäune am Rand des Weges. Doch jetzt wird es absurd: Die vermeintliche Interimslösung, die Radfahrer zu mehreren „Danke“-Schildern veranlasst hat, ist keine. Der Weg ist nach Angaben des Tiefbauamts noch immer nicht freigegeben.

„Es fehlt noch ein Geländer, damit Radfahrer, die dort unterwegs sind, ausreichend gesichert sind“, sagt Stadtsprecher Oliver Hillinger. Es wird von einer Baufirma errichtet, die für die Bahn tätig ist. „Baubeginn ist laut Planung im Frühling, bis Frühsommer soll die Baustelle abgeschlossen sein“, so Hillinger.

„Wenn Personen die dort aufgestellten Absperrungen öffnen oder überwinden, so ist dies illegal. Es besteht bei Unfällen, die sich in der Folge auf der gesperrten Strecke ereignen, keinerlei Haftung seitens der Stadt.“ Die Sperrung müsse aus Sicherheitsgründen aufrechterhalten bleiben, bis die Baustelle abgeschlossen ist. Eine Öffnung könne erst erfolgen, wenn die notwendige Absturzsicherung zu den Stadtbahngleisen errichtet wurde.

Stahltreppe war viereinhalb Jahre Interimslösung

Bereits Ende Oktober des vergangenen Jahres wurde der Rad- und Fußweg zwischen Neckar und B10/B14 gesperrt, eine Umleitung über die Wilhelma eingerichtet. Ursprünglich für rund einen Monat, um die Stahltreppe, die über eine Baustellenzufahrt führte, abzubauen. Das Provisorium, das nach der Eröffnung des Rad- und Fußwegs immerhin viereinhalb Jahre stand, wurde nicht mehr benötigt, weil die großen Bauprojekte dort weit fortgeschritten oder abgeschlossen waren.

So könnte der neue Fuß- und Radweg flach in den Park führen. Foto: STZN-Grafik

Nach dem Rückbau der Treppe wurde die Lücke zwischen Brücke und Park im vergangenen November geschlossen. Damit Fußgänger und Radfahrer nicht mehr den steilen Anstieg in Richtung Schloss Rosenstein auf sich nehmen müssen, ist neben der Serpentine ein zweiter Weg geplant. Dieser soll flach bis zu den Seen führen. Dazu wird die Baustellenzufahrt genutzt und verlängert. Auch hier hat sich der Start der Arbeiten verzögert. Ursprünglich sollten sie bereits Ende des vergangenen Jahres beginnen. Wiederholt sich dann das gleiche Spiel? Werden die Absperrungen geöffnet und geschlossen, sobald die Schotterstrecke asphaltiert ist? Auch sie verläuft entlang der Stadtbahngleise.

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