Die Beschilderung und die Verkehrsführung wurden bei der Umgestaltung geändert, die Probleme sind geblieben. Foto: Werner Kuhnle)
Oberhalb von Remseck-Aldingen kracht es am Abzweig nach Kornwestheim oft. Nach der Umgestaltung des Knotenpunkts hat sich die Lage sogar zugespitzt. Was läuft da schief?
Christian Kempf
10.02.2026 - 13:30 Uhr
Die Kreuzung oberhalb von Remseck-Aldingen, an der die Landesstraße aus Kornwestheim auf die Kreisstraße nach Ludwigsburg trifft, wurde vor rund zwei Jahren aufwändig umgestaltet. Ziel war vor allem, den Knotenpunkt zu entschärfen. Doch das Gegenteil ist eingetroffen. Es kracht nun sogar in kürzeren Intervallen. Nach Ansicht des Polizeipräsidiums Ludwigsburg sollte es so nicht weitergehen. „Wir sehen hier Handlungsbedarf“, sagt Pressesprecher Steffen Grabenstein.
Die Stelle war schon immer heikel. Bei der Polizei waren dort von Januar 2020 bis zur Umgestaltung im Jahr 2024 etwas mehr als 20 Unfälle registriert worden. Dieser Wert klingt jedoch fast schon überschaubar, wenn man die Zahlen aus der noch kurzen Ära nach dem Umbau zum Maßstab nimmt. Laut Steffen Grabenstein wurden nämlich allein im Jahr 2025 insgesamt 20 Unfälle aufgenommen. Dabei seien 16 Personen leicht verletzt worden, erklärt der Polizeisprecher.
Die Einmündung gelte damit als Unfallhäufungsstelle. Eine Kommission werde nach Möglichkeiten suchen, die Situation an der Einmündung zu verbessern, verkündet Grabenstein.
Bei Verkehrsschau sollen die Würfel fallen
An der Kreuzung geht es links nach Ludwigsburg, rechts nach Remseck hinunter. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)
Gespannt darf man sein, auf welche Lösung sich die Fachleute am Ende einigen. Mehr dürfte man im Frühjahr wissen, wenn die Verkehrsschau für Remseck angesetzt ist. Im Rahmen des Vor-Ort-Termins könnten „mögliche Maßnahmen festgelegt werden“, erklärt Andreas Fritz, Pressesprecher des Landratsamts in Ludwigsburg. Eine dieser denkbaren Optionen „wäre zum Beispiel die Installation einer Ampelanlage“. Wann eine Umsetzung erfolgen würde, lasse sich erst sagen, wenn eine Lösung festgezurrt sei.
Fritz verteidigt das Konzept zur Umgestaltung der Kreuzung – auch wenn an dem Abzweig seitdem das Blaulicht noch häufiger kreist. „Wie bei Baumaßnahmen im Verkehrsbereich üblich, haben wir auch an diesem Knotenpunkt eine Verkehrsuntersuchung gemacht. Diese betrachtet alle Verkehrsbeziehungen. Im Ergebnis hat die Untersuchung den umgesetzten Umbau als beste Lösung aufgezeigt“, erklärt der Sprecher des Landratsamts.
Die Unfälle entstünden im Wesentlichen in einer Verkehrsbeziehung, die vor der Umgestaltung unauffällig gewesen und daher gar nicht angetastet worden sei. Konkret meint Fritz Kollisionen mit Autofahrern, die aus dem Neckartal kommen und nach links Richtung Kornwestheim abbiegen wollen. Rund 60 Prozent aller Zusammenstöße passierten in dieser Konstellation, wie der Pressesprecher berichtet. „Diese Unfälle waren auf der Grundlage der Verkehrsuntersuchung weder vorhersehbar, noch ist ein Zusammenhang mit dem Umbau erkennbar“, beteuert Fritz.
In der Tat hat sich baulich für Linksabbieger nach Kornwestheim nichts verändert. Modifiziert wurde vor allem die Verkehrsführung für Autos, Lastwagen und Co., die aus Kornwestheim kommen. Deren Fahrer rollen nun nicht mehr wie zuvor auf eine klassische T-Kreuzung mit Stopp-Schild zu. Stadessen wurde eine separate Rechtsabbiegespur hinunter Richtung Aldingen geschaffen. Auf dieser ist man ein paar Meter parallel zur Straße zwischen dem Remsecker Stadtteil und Ludwigsburg unterwegs, ehe man auf die Hauptspur wechselt.
Fahrer müssen auf Lücke zum Einscheren warten
Obendrein hat man eine Einfädelspur für Linksabbieger angelegt, die Richtung Ludwigsburg fahren wollen. Um dorthin zu gelangen, muss man zunächst eine Fahrspur queren. Dann schwimmt man ähnlich wie in der Gegenrichtung parallel zum Hauptverkehr, bis eine Lücke zum Einscheren frei ist.
Ein Konzept, das alles in allem unter Autofahrern kontrovers diskutiert wird. Kritisiert wird dabei auch die Beschilderung, die so mancher für unübersichtlich hält. Angesichts der hohen Unfallzahlen werden die Debatten um die Kreuzung wohl auch nicht so schnell abebben.