In Endersbach machen Anwohner gegen Pläne mobil, unweit des Otto-Mühlschlegel-Hauses einen Funkmast zu bauen, der fast so hoch wäre wie der Kirchturm.

An der der Auberlenstraße im Weinstädter Teilort Endersbach soll nahe dem Tennisclub und dem Alten- und Pflegeheim Otto-Mühlschlegel-Haus ein neuer Funkmast gebaut werden. Der Bauantrag für den 34 Meter hohen Mobilfunkmast liegt im Bauamt der Stadt. „Allerdings ist das Vorhaben“, sagt Anwohner Albrecht Rühle, „uns direkten Anwohnern und umliegenden Nachbarn ein Dorn im Auge“. Es forme sich Widerstand gegen das Projekt und gegen die entsprechende Baugenehmigung.

 

Alternativstandorte abgelehnt

Seitens des Bauamts der Stadt Weinstadt sei den Anliegern in einem Gespräch mitgeteilt worden, dass die Baurechtsbehörde den Bauantrag letztendlich wohl genehmigen müsse. Alternative Standorte, wie etwa am Remsufer an der Birkelspitze und beim Globus-Baumarkt, seien offenbar von den Antragstellern abgelehnt worden.

„Unser Vorschlag, den Mast bei der Grüngutsammelstelle aufzustellen, wurde von den zukünftigen Betreibern abgelehnt“, berichtet Rühle. Die Begründung dafür sei gewesen, dass dort lediglich die Spaziergänger auf den Feldwegen dann einen besseren Empfang hätten. „Seit Monaten versuchen wir Anwohner, dieses Bauvorhaben zu verhindern und kommen mit unserer Forderung, das Bauvorhaben zu stoppen, nicht weiter. Mein Haus ist nur 70 Meter vom Mast entfernt – das geht einfach gar nicht.“

Am Standort des künftigen 34-Meter-Masts steht bereits ein provisorischer Mast mit einer Höhe von gut 20 Metern. Auch gegen diesen hatten Anwohner Einspruch eingelegt – jedoch ohne Erfolg. Angesichts der aktuellen Pläne seien nun auch Anwohner des vis-à-vis der Strümpfelbacher Straße gelegenen Wohngebiets Rosenfeld auf das drohende Ungemach aufmerksam geworden, „und auch da formiert sich ein starker Widerstand“. Ein Argument gegen das Projekt ist nach Ansicht der Kritiker allein schon die Höhe des Funkmasts. Dieser wäre nur sieben Meter niedriger als der Turm der 200 Meter entfernt gelegenen evangelischen Kirche, der 41 Meter misst. Rühle: „Der Mast könnte zum neuen Wahrzeichen Endersbachs werden.“

Anbieter suchen seit Jahren nach Standorten

Seit vielen Jahren suche Vodafone nach einem Standort für einen Mobilfunkmast in Endersbach, bestätigt die Stadt Weinstadt den Stand der Dinge bei dem Neubauprojekt des Funkmasts. Der Auslöser sei der Abbau einer Anlage an der Bebionstraße. Auch die Telekom sei seit Längerem auf der Suche nach einem Standort, berichtet Pressesprecherin Claudia Leihenseder. Gemäß dem Mobilfunkpakt seien die Mobilfunkbetreiber in einen Dialog mit der Stadt eingetreten, um geeignete Standorte zu finden.

Standorte außerhalb der Ortschaft wurden offenbar von der Telekom als nicht zielführend angesehen. Zur kurzfristigen Abdeckung des Bedarfs von Vodafone sei bereits ein mobiler Interimsmast eingerichtet. Dieser Mast mit einer Höhe von rund 25 Metern ist genehmigt und in Betrieb. Mittlerweile liege ein Antrag auf einen dauerhaften Mast der Telekom vor, der auch von Vodafone genutzt werden soll. Der Betonmast würde tatsächlich eine Höhe von rund 34 Metern haben. Aber: „Der Bauantrag ist noch nicht genehmigt, da noch Unterlagen einzureichen sind.“ Kar sei, so Leihenseder, dass die Stadt „kein willkürliches Abweisungsrecht“ habe. Die Stadtverwaltung prüfe über einen Gutachter, ob ein oder zwei entfernt liegende Maste den Bedarf erfüllen können.

Geplant ist zudem eine Informationsveranstaltung und eine Strahlungsmessung zu den Auswirkungen der bestehenden Anlage auf Wohnhäuser. OB Michael Scharmann wird am heutigen Mittwoch bei seiner Ortsteilbegehung in Endersbach gegen 18 Uhr am Maststandort vorbeischauen.