Pyrotechnik in der Bundesliga Kontrolliertes Zündeln im Stadion? Anders ist der Konflikt nicht zu lösen

Pyrotechnik im Fußballstadion – der Konflikt ist ohne einen Kompromiss nicht zu lösen. Foto: Pressefoto Baumann

Soll in Fußballstadien das Abbrennen von Pyrotechnik kontrolliert und genehmigt erfolgen? Der neuerliche Vorstoß hat Charme und Substanz, kommentiert unser Reporter Dirk Preiß.

Sport: Dirk Preiß (dip)

Man kann sich trefflich darüber streiten, ob zum ultimativen Stadionerlebnis brennende Fackeln und jede Menge Rauch gehören. Für die einen ist die Atmosphäre erst komplett, wenn die Arena leuchtet, die anderen verweisen auf die Gefahren und fragen sich seit jeher: Muss das denn immer sein? Zumal den Vereinen durch das Verhalten ihrer Fans ja auch immense Kosten entstehen. Weil das Abbrennen von Pyrotechnik eben nicht erlaubt ist. Stand heute.

 

Womöglich ändert sich das ja in absehbarer Zeit. Dann nämlich, wenn ein Vorschlag umgesetzt wird, den nun Alexander Wehrle, der Vorstandschef des VfB Stuttgart, formulierte: Das kontrollierte, mit allen Verantwortlichen abgesprochene und danach genehmigte Abbrennen von Pyrotechnik in einem Fußballstadion.

Die Idee hat Charme. Denn: Zu lösen, das haben die vergangenen Jahre gezeigt, ist der Pyro-Konflikt ansonsten kaum. Das Sicherheitsrisiko bleibt damit unkalkulierbar. Und: Das ständige Hase-und-Igel-Spiel zwischen Fans und Sicherheitskräften, das Aufrufen immer höherer Geldstrafen ohne Wirkung oder die teils lächerlich anmutenden Stadiondurchsagen werden der Sache ohnehin längst nicht mehr gerecht.

Insofern wäre es den Versuch wert, den vermeintlichen Zauber der Bengalos zu erhalten, dabei aber die Sicherheit deutlich zu erhöhen. Wenn im Gegenzug das noch gefährlichere Zünden von Raketen und Böllern beendet werden kann, wäre schon viel erreicht – auf diesen Teil des Deals müssten sich die Ultras dann aber auch zuverlässig einlassen.

Ganz wichtig bei einem solchen Versuch: Er kann gelingen – und sein Gesicht würde dabei keine der aktuellen Streitparteien verlieren.

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