Am Anfang lauerte Jonas Köpsel (li.) hinter Wanja Russenberger, holte sich dann aber einen klaren Sieg bei der Männer-Elite. Foto: Holger Schmidt
Der Regen sorgte beim Magstadter Radcross für ordentlich Schlamm und Dreck. Hannes Genze störte das wenig. Der Lokalmatador gewann bei den Masters II erneut sein Heimrennen.
Holger Schmidt
10.11.2025 - 10:52 Uhr
Rechtzeitig zum Magstadter Radcross-Rennen setzte der Regen ein und sorgte für reichlich Schlamm und Dreck. „Viel Arbeit für Hochdruckreiniger und Waschmaschinen“, witzelte der Streckensprecher. Des einen Leid, des anderen Freud. „Ich mag diese Bedingungen“, strahlte Lisa Heckmann (VC Darmstadt), die bei den Frauen gewann.
„Schlamm ist cool“, fand auch Lokalmatador Hannes Genze vom ausrichtenden RV Pfeil Magstadt, zum fünften Mal in Folge Sieger im Wettbewerb der Masters II. „Ich war von Runde eins an am Drücker und habe meinen Vorsprung ständig ausgebaut“, berichtete der amtierende deutsche Meister seiner Altersklasse. Nur einmal sei er abgestiegen, ansonsten habe alles geklappt, um wie schon am Vortag in Vaihingen erneut ganz vorne vor seinem Dauerrivalen Tobias Kurz (Radsport Rhein-Neckar) die Ziellinie zu überqueren.
Beim Heimrennen ungeschlagen: Hannes Genze vom RV Pfeil Magstadt gewann bei den Masters II zum fünften Mal in Folge. Foto: Holger Schmidt
Genauso erfolgreich gestaltete bei der Männer-Elite Jonas Köpsel (RV Adler Lüttringshausen) seine Fahrt. „Ohne Defekt, ohne Platten, ich find’s top“, fasste er zufrieden zusammen, nachdem ihn tags zuvor noch ein platter Vorderreifen ausgebremst und den sicheren Podestplatz gekostet hatte. Zweiter wurde der Schweizer Wanja Russenberger, das Treppchen komplettierte Lennart-Jan Krayer (Lexware Mountainbike Team). Der nach seinem Erfolg in Vaihingen favorisierte Jonas Hamm (RSV Garching) landete diesmal auf Rang vier.
Dahinter überraschten zwei Einheimische. Sein bestes Cross-Bundesliga-Ergebnis fuhr als Fünfter Paul Hellberg ein. „Ich habe mir meine Kraft super eingeteilt und mich Stück für Stück nach vorne gearbeitet“, strahlte der 22-Jährige. „Technisch gut unterwegs, aber die Beine müde“, kam sein Magstadter Teamkollege Max Vetter als Siebter ebenfalls in die Top Ten.
Bei den Frauen war der Weg frei für Lisa Heckmann. In den vergangenen Jahren oftmals Zweite hinter der Schönaicherin Lisa Brandau, die ihr Rad mittlerweile an den Nagel gehängt hat, fuhr die 37-Jährige diesmal ungefährdet auf Platz eins und zum zweiten Erfolg an dieser Stelle nach 2016. Nach ihr erreichte die deutsche U23-Meisterin Sina van Thiel das Ziel, aufs Podium kam zudem die Hannoveranerin Stefanie Paul. Für Titelverteidigerin Jule Märkl (Canyon SRAM) blieb der vierte Rang.
Nicht nur von Hannes Genze gelobt wurde der neue, verlängerte Kurs mit zusätzlichen anspruchsvollen Waldpassagen oberhalb der Tennisplätze. Änderungen, die zusammen mit der wiederaufgebauten Blockhütte und dem Rad-Depot in der Mitte der Strecke den Weg zu höheren Weihen für das traditionelle Magstadter Radcross ebnen sollen. „Es gibt Überlegungen, die deutsche Meisterschaft hierher zu holen“, verriet Bürgermeister Florian Glock.