Damit Radfahrer in der dunklen Jahreszeit sicher ans Ziel kommen, sollten einige Vorkehrungen getroffen werden, findet Monika Knopf,vom ADFC auf den Fildern.
Wer das Fahrrad auch über den Winter nutzen möchte, muss zuweilen widrigen Wetterbedingungen trotzen. Schnee, Kälte, Glätte, Nässe und Dunkelheit sind die großen Herausforderungen. Hinzu kommen nicht oder unzureichend geräumte Straßen und Wege, an denen das Weiterkommen schwierig werden kann. Wer sich für das Fahrrad als Verkehrsmittel entscheidet, sollte darauf vorbereitet sein.
Monika Knopf ist das ganze Jahr über mit dem Fahrrad unterwegs und kennt die Herausforderungen des Winters. Sie ist im Vorstand des ADFC auf den Fildern aktiv und verrät, worauf es ankommt. Das Wichtigste sei im Winter die Sichtbarkeit, findet sie. Eine gute Beleuchtung am Fahrrad ist dafür unerlässlich. Außerdem empfiehlt sie, eine auffällige und reflektierende Warnweste zu tragen – auch wenn dies vielleicht nicht besonders cool aussehe. Im Zweifelsfall kann die Weste Leben retten. Reflektoren am Fahrrad sind ohnehin vorgeschrieben und sollten auch genutzt werden, um die Sichtbarkeit zu erhöhen. „Ich will gesehen werden“, macht Knopf klar. Gleichzeitig sollte aber darauf geachtet werden, dass die Leuchtmittel andere Verkehrsteilnehmer nicht blenden.
Die richtige Kleidung ist entscheidend
Zum Schutz vor Kälte und Nässe ist die richtige Kleidung entscheidend. Ein Helm sollte natürlich das ganze Jahr über getragen werden. Am Körper empfiehlt Knopf den Zwiebellook aus mehreren Schichten. „Das ist das A und O“, sagt sie. Wer auf einem herkömmlichen Fahrrad strampelt, dem wird es am Körper durch die Bewegung warm. Immer mehr Menschen nutzen aber Pedelecs und kommen damit gar nicht mehr so richtig ins Schwitzen beim Radeln. Was häufig trotz Anstrengung kalt wird, sind Füße, Hände und das Gesicht. Sowohl für die Füße als auch für die Hände gibt es wetterfeste Lösungen. Im Gesicht kann ein Schaal bis über die Nase gezogen werden. Für die Augen empfiehlt Knopf eine Schutzbrille - übrigens auch im Sommer. Bei Geschwindigkeiten von mehr als 15 Km/h sollten die Augen geschützt werden, sagt sie.
Gegen Nässe gibt es entsprechende Jacken, Hosen oder Overalls in unterschiedlichen Preisklassen. Wer sparen möchte, kann statt bei Sportartikelherstellern auch bei Anbietern von Arbeitskleidung nachschauen. Oft bieten diese eine gute Qualität für einen vergleichsweise günstigen Preis an, verrät Knopf. Und wem trotz guter Kleidung immer noch zu kalt ist, kann sich sogar über beheizbare Kleidung Gedanken machen. „Heute gibt es alles“, verspricht Knopf. Ein wenig müsse jeder für sich selbst herausfinden, was das Passende ist. „Es gibt kein Patentrezept“, sagt sie.
Fahrräder inzwischen für einen Ganzjahresbetrieb geeignet
Die Technik neuer Fahrräder sei inzwischen für einen Ganzjahresbetrieb geeignet, erklärt die Fachfrau weiter. Sie nutze im Winter aber vorne gerne ein Rad mit Spikes. Damit hat das Rad mehr Grip bei Glätte. Andere Radler bevorzugten vorne und hinten Spikes, wieder andere wechselten ihre Reifen im Winter nicht. Denn die Spikes hätten auch Nachteile. Sie seien laut, ruckelig, unkomfortabler und es sei etwas anstrengender mit ihnen zu fahren.
Auf die eigene Technik und Ausrüstung hat jeder Radfahrer selbst Einfluss. Was dagegen nicht selbst beeinflusst werden kann, ist der Zustand der Straßen und Wege nach Schneefall und bei Glätte. Die Hauptradverbindungen würden oft gut geräumt und gestreut, verrät Knopf. Sie sind meistens auch Schulwege. Deshalb wird ihnen eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. „Da ist der Räumdienst immer zügig“, lobt die Fachfrau.
Problematische seien jene Straßen, die für viele Radler zwar Hauptverkehrswege seien, für den Autoverkehr aber eine nachgeordnete Bedeutung hätten. Dort werde spät oder gar nicht geräumt und gestreut. Ein weiteres Problem könne entstehen, wenn der Schneepflug die weiße Pracht von der Straße auf den nebenliegenden Radweg befördere. Und wer sich bei Glätte zwischen den Ortschaften über Feldwege bewegen wolle, dürfe in der Regel auch nicht auf gestreute Wege hoffen. „Es fehlt die Durchgängigkeit“, sagt Knopf. Immer wieder gebe es Stellen, wo es dann kein Weiterkommen gebe. Zuweilen muss dann ein geräumter Umweg über Hauptstraßen gefahren werden.
Mehr als 700 000 Kilometer geschafft
Frostpendeln
Dass das Fahrradfahren im Winter für viele Pendler weiterhin eine Alternative zum eigenen Auto und dem ÖPNV ist, zeigt die Teilnahme an der Aktion „#Frostpendeln“. Dort werden deutschlandweit seit dem 1. November und noch bis zum 28. Februar Kilometer gesammelt und online eingetragen. Ziel ist es zu zeigen, dass sich Fahrräder auch im Winter als Pendelfahrzeuge eignen.
Erfolge
Bereits Ende November haben die knapp 3000 Frostpendler insgesamt bereits mehr als 700 000 Kilometer geschafft und damit nach eigenen Angaben rund 113 717 Tonnen CO2 eingespart. Das Team „Winterradeln auf den Fildern“ hatte Ende November hundert Mitglieder, die bereits mehr als 18 000 Kilometer gesammelt hatten. pib