Radsport-Mekka Schönaich Wo schon Jan Ullrich mitfuhr
Der Rad-Klassiker „Rund um Schönaich“ verspricht bei seiner 50. Auflage wieder Volksfestcharakter. Rund 600 Teilnehmer und rund 4000 Zuschauer werden am Ostermontag erwartet.
Der Rad-Klassiker „Rund um Schönaich“ verspricht bei seiner 50. Auflage wieder Volksfestcharakter. Rund 600 Teilnehmer und rund 4000 Zuschauer werden am Ostermontag erwartet.
Jubiläum in Schönaich. Zum 50. Mal steigt am Ostermontag auf dem bewährten Neun-Kilometer-Rundkurs Schönaich-Breitenstein-Neuweiler mit insgesamt 600 Teilnehmern der Rad-Frühjahrsklassiker „Rund um Schönaich“. „Eines der letzten Radsport-Monumente in Deutschland“, sagt stolz Freddy Eberle, Vorstandsmitglied beim veranstaltenden RSC Schönaich und seit 1986 Streckensprecher und damit „Stimme“ der Veranstaltung.
Wie andere Mitstreiter erinnert sich auch Eberle noch gut an das Jahr 1975, als die zweimal wegen der Coronamaßnahmen ausgefallene Veranstaltung aus der Taufe gehoben wurde. Gleich bei der ersten Auflage auch württembergische Schülermeisterschaft, hätten die Initiatoren Eugen Kirn, Herbert Maucher und Edwin Töpfl sicher nicht gedacht, dass gerade ihrer Radsportveranstaltung ein solch langes Leben beschieden sein würde. Wurde anfangs noch im Juni gefahren und in umgekehrter Richtung, wechselte man 1980 auf den Ostermontag und 1990 in den Gegenuhrzeigersinn.
Schnell pilgerten die Fans aus ganz Süddeutschland an die Strecke nach Schönaich, Breitenstein oder Neuweiler und die Teilnehmerfelder wurden hochklassiger und international. Von 2500 bis 4000 Zuschauern sprechen je nach Wetterlage die Veranstalter. „Es ist ein echtes Volksfest!“, bestätigt Andreas Sauerborn, Lokalmatador und selbst Sieger des Rennens im Jahr 1997. Damals war das Ziel noch oben am Wolfenberg, der Ortseinfahrt aus Richtung Waldenbuch, heute befinden sich Start und Ziel mitten im Ort in der Wettgasse.
Im Jahr darauf bestimmten Schnee und Graupelschauer das Bild, aber auch weit über 20 Grad und bestes T-Shirt-Wetter gab es schon bei den 50 Austragungen von „Rund um Schönaich“. Blickt das Organisationsteam um Freddy Eberle, Organisationsleiter Tim Müller und all die anderen treuen Helferinnen und Helfer, manche davon seit der ersten Stunde, zurück, fallen mit Stolz die vielen bekannten Namen, die sich in den Teilnehmerlisten verewigt haben. „Quäl-dich-du-Sau Udo Bölts war ebenso dabei wie der von ihm solchermaßen angestachelte einzige deutsche Tour de France-Sieger Jan Ullrich, 1994 vor seinen ganz großen Erfolgen in Schönaich, das damals zur Rad-Bundesliga der Männer zählte, als 23. im Ziel. Tobias Steinhauser, Vater des diesjährigen Paris-Nizza-Dritten Georg Steinhauser, gewann 1996. Gar dreimal ganz oben stand der Döffinger René Weissinger, einmal bei den Junioren und 2001 und 2002 dann bei den Männern. Sein Vater Roland fährt als einer von 180 Helfern am Ostermontag eines der Begleitfahrzeuge, während René Weissinger sich diesmal ganz der Unterstützung seines Sohnes Luca widmet, der erstmals im Schülerrennen über 27 Kilometer am Start steht.
„Fast alle späteren Profis waren in Schönaich dabei“, fasst Freddy Eberle, mit seinem profunden Fachwissen eine Art wandelndes Lexikon, die illustren Namen zusammen. Dabei natürlich auch bei den Frauen Lokalmatadorin Lisa Brandau, 2018 Erste und 2019 Zweite beim Heimrennen, die sich nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn ebenfalls ganz in der RSC-Familie stellt.
Diesmal sind es Dennis Vogt und Christian Nachtrodt, die die Farben des gastgebenden Vereins sportlich hochhalten, beim Nachwuchs feiert David Lösch seine Premiere. Bei den Großen mit guten Erfolgsaussichten mit dabei sind Cedric Abt (Kempten) und Silas Graf (Untermünkheim), im vergangenen Jahr Dritter und Vierter, sowie Tillmann Sarnowski, gebürtiger Nufringer und 2022 im Trikot des RSV Öschelbronn Sieger der Rad-Bundesliga der Junioren, deren erster Lauf 2026 wieder einmal „Rund um Schönaich“ ist. Und bei den Frauen steht die Vorjahreszweite und Juniorensiegerin Leni Bauer, ihres Zeichens deutsche Juniorenmeisterin vom RSV Stuttgart-Vahingen, nicht nur bei Freddy Eberle ganz oben auf dem Zettel.
Kurzfristig nachgemeldet haben außerdem Franziska Brauße (Öschelbronn) und Lisa Klein (beide Rembe rad-net women), ihres Zeichens Bahnrad-Olympiasiegerinnen 2021 in Tokio.
Junioren
Den Auftakt bildet um 9 Uhr der Start des Junioren-Rennens. Die Teilnehmer des U 19 Rad-Bundesliga-Rennens müssen 13 Runden absolvieren, was einer Länge von 117 Kilometern entspricht. Bereits um 9.05 Uhr wird die Altersklasse U 17 für sechs Runden auf die Strecke geschickt.
Kinder
Der Startschuss zum Laufradrennen der Kinder in der Hofstraße fällt um 11 Uhr. Um 12 Uhr erwartet die Zuschauer dort mit dem Hindernisparcours ein weiteres Spektakel.
Schüler
Ebenfalls um 12 Uhr nehmen die Schüler U 15 das Rennen auf, ihre drei Runden entsprechen 27 Kilometern.
Amateure
144 Kilometer (16 Runden) beträgt die Distanz für die CT und Elite-Amateure, los geht es für sie um 12.05 Uhr. Um 13.30 Uhr schließlich folgt der Start der Elite Frauen und der U 19-Juniorinnen. Sieben Runden und 63 Kilometer müssen sie strampeln.