Raserunfall in Ludwigsburg Tränen, Kerzen und Blumen: „Wir sind alle fix und fertig“

Immer mehr Blumen säumen die Unfallstelle. Foto: Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Immer mehr Menschen gedenken am Freitagmittag an der Unfallstelle in der Schwieberdinger Straße den beiden Opfern. Ein Freund der Familie einer der jungen Frauen hatte noch versucht, Erste Hilfe zu leisten.

Die Unfallstelle am Tag nach dem mutmaßlichen Autorennen mit tödlichem Ende gleicht einem Blumenmeer. Der Baumstamm, gegen den der Wagen der beiden jungen Frauen prallte, ist zum Teil mit einer Polizeiplane umhüllt. Auch Fotos der verunglückten Frauen wurden abgelegt.

 

Alle paar Minuten kommen kleine Menschengruppen – viele weinen, manche schluchzen. „Selin, Selin“, ruft eine tränenüberströmte Frau den Namen des einen Opfers immer wieder. Die meisten der Trauernden sind zwischen 15 und 30 Jahre alt. Eine Gruppe Jugendlicher legt Blumen am Baum nieder. Einige lassen ihren Tränen freien Lauf, andere ziehen an einer Zigarette. Wut, Trauer, Verzweiflung. Alles ist zu spüren.

Auf der Straße sind noch die Spuren der Kollision zu sehen. Foto: A

„Aus Möglingen kommen die beiden, wie wir alle“, sagt ein Freund der Familie einer der jungen Frauen. „Selin war früher immer bei uns, sie war die beste Freundin von meiner kleinen Schwester“, berichtet er. Er sei am Donnerstag selbst in der Nähe des Unglücksortes unterwegs gewesen. „Es hätte jeden treffen können, auch meine Schwester oder mich.“ Die Familie habe eine kleine Trauerfeier bei sich organisiert. „Alle sind komplett fix und fertig.“

15-köpfiges Ermittlungsteam arbeitet auf Hochtouren

Ein weiterer Freund der Familie war einer der ersten an der Unfallstelle. Er habe im Fitnessstudio um die Ecke einen Knall gehört. „Ich bin sofort hin und habe noch versucht, erste Hilfe zu leisten, aber ich konnte nichts mehr machen.“

Die Ermittlungen der Polizei – es gibt ein 15-köpfiges Ermittlerteam – laufen auf Hochtouren. „Die Ermittlungschancen stehen gut,“ sagt Polizeisprecher Steffen Grabenstein. Im Vergleich zu dem Raser-Fall in Stuttgart 2019 habe man sehr viel mehr Informationen. „Wir arbeiten daran, den zweiten Täter möglichst bald zu fassen.“

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