Eine rechte Demo und zwei Gegendemos auf dem Marienplatz beschäftigten die Polizei am Samstag. Die Polizei setzt Pfefferspray ein, linke Gruppen sprechen von Polizeigewalt.

Bei einer Demonstration rechter Gruppierungen und zwei Gegendemos linker Gruppierungen ist es am Marienplatz im Stuttgarter Süden zu Auseinandersetzungen zwischen Teilen der linken Gruppierungen und der Polizei gekommen. Die Beamten setzten unter anderem Pfefferspray ein und setzten etliche Teilnehmer am Marienplatz fest. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs.

 

Wie ein Sprecher der Stuttgarter Polizei auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt, versammelten sich rund 250 Teilnehmer der rechten Demo – angemeldet waren 500 – gegen 12.30 Uhr unter dem Motto „Baden-Württemberg steht auf“ auf dem Marienplatz. Die zwei Gegendemos, an denen laut Polizei zwischen 150 und 200 Menschen teilnahmen – das Bündnis gegen Rechts spricht von rund 700 Teilnehmern – , fanden rund 50 Meter davon entfernt im Bereich des Denns Biomarkts statt. Beamte aus der bereits zuvor gebildeten Polizeikette versuchten die Demonstranten zu trennen.

Die rechte Demo findet unter dem Motto „Baden-Württemberg steht auf“ statt. Foto: Frederik Herrmann/StZN

Schläge und Tritte gegen Polizeibeamte

Nach Angaben der Polizei habe sie die Gegendemonstranten aufgefordert, den Platz zu verlassen. Als diese sich weigerten, sollen mehrere linke Demonstranten auf die Polizisten eingeschlagen und -getreten haben. Als Reaktion darauf setzten die Beamten Pfefferspray ein. Dort wurden laut dem Polizeisprecher seit 12.30 Uhr etwa 150 bis 200 Personen festgesetzt, deren Ausweise kontrolliert und die Identität festgestellt wurden. Wie die Polizei am Abend mitteilte, wurden 323 Menschen festgesetzt und kontrolliert.

Das Bündnis gegen Rechts wirft den Beamten Polizeigewalt und ungerechtfertigtes Verhalten vor. So sagt Sebastian Henrich vom Bündnis gegen Rechts: „ Die Eskalation war vorprogrammiert, es war vorhersehbar, dass sich die Menschen hier auf dem Marienplatz wehren werden, wenn Verschwörungstheoretiker, Rechte und teils Rechtsextremisten demonstrieren“. Der Protest bestehe auch aus Kindern und Rentnern, aus Menschen aus der Mitte der Gesellschaft.

Die rechten Demonstranten konnten gegen 13.30 Uhr wie geplant in Richtung Schlossplatz aufbrechen. In der Cottastraße sei es laut dem Polizeisprecher noch zu einem Blockadeversuch der linken Demonstranten gekommen, diesen habe man aber im wörtlichen Sinne umgehen können.

Die Polizei hat nun ihre Ermittlungen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs aufgenommen.