Regionale Produkte Neuheit: Fruchtgummis aus Filderstädter Äpfeln
2025 hat die Stadt den Filsecco herausgebracht, nun gibt es ein zweites Produkt aus örtlichem Apfelsaft: Die Fil-Äpfele sollen nicht nur die Stadt in den Vordergrund rücken.
2025 hat die Stadt den Filsecco herausgebracht, nun gibt es ein zweites Produkt aus örtlichem Apfelsaft: Die Fil-Äpfele sollen nicht nur die Stadt in den Vordergrund rücken.
Die runde Form stimmt schon mal, die goldgelbe Farbe auch, und spätestens beim intensiven Duft ist klar: Hier steht nicht nur Apfel drauf, sondern es steckt auch Apfel drin. Die Stadt Filderstadt hat ein neues Produkt auf den Markt gebracht, nämlich Fruchtgummis namens Fil-Äpfele. Hergestellt sind sie mit 20 Prozent sortenreinem Direktsaft von Muskatellerluike und Hofapfel. Beide Apfelsorten wachsen im Museumsobstgarten in Bonlanden.
„Wenn sie uns aus der Hand gerissen werden, haben wir noch Saft in der Pipeline und können nachproduzieren. Jetzt haben wir eigene Filderstadt-Produkte, die wirklich von hier sind.“
Claudia Arold, Umweltschutzreferat
Auf dem 60 Ar großen Grundstück sind um die 70 alte, fildertypische und wilde Obstsorten zu finden. Den städtischen Schaugarten gibt es seit 1987. Die Pflege teilen sich kommunale Teams und Ehrenamtliche. Sinn des Ganzen: die alten Sorten und die Streuobstwiesen erhalten. Und aus diesem Wunsch heraus sind auch die Fil-Äpfele entstanden. „Es ist alles mit einem Naturschutzgedanken verbunden“, sagt Claudia Arold, eine der beiden Leiterinnen des Filderstädter Umweltschutzreferats.
Nicht nur die Fil-Äpfele sind aus echtem Filderstädter Apfelsaft, sondern auch der Filsecco, ein spritziger Apfelschaumwein. Der feierte 2025 seine Premiere, anlässlich des 50. Geburtstags der Stadt. Hergestellt wurde er aus zehn ausgewählten Apfelsorten, die ebenfalls im Museumsobstgarten zu finden sind, der Saft wurde schließlich in der Manufaktur „Natur & Mohr“ in Weil im Schönbuch zu Secco vergoren. Das Ganze war seinerzeit ein Versuch gewesen – der jedoch eingeschlagen hat wie eine Bombe. „Der Secco war sehr beliebt und schnell ausverkauft“, sagt Claudia Arold. Deswegen gibt es in diesem Jahr eine Neuauflage, diesmal aus zehn anderen Apfelsorten. „Das macht es auch interessant“, findet sie. Rund 900 Flaschen wurden abgefüllt.
Der Streuobstanbau steht seit 2021 im bundesweiten Verzeichnis „Immaterielles Kulturerbe“ der deutschen Unesco-Kommission. Neben dem kulturellen und ästhetischen Wert ist vor allem auch der ökologische hoch. Die Areale beherbergen etliche Tier- und Pflanzenarten. Doch die Streuobstwiese als solche ist bedroht. Das Hauptproblem ist mangelnde Pflege.
Die Bäume gehen dadurch kaputt, „und die Misteln geben ihnen den Rest“, sagte Simone Schwiete, die andere Leiterin des Umweltschutzreferats, 2025 im Gespräch mit unserer Zeitung. Tatsächlich habe sich der Mistelbefall auf der Gemarkung Filderstadt seit der letzten Obstbaumkartierung 2016 bis heute etwa verfünffacht. Wird nichts gegen die Parasiten getan, sterben betroffene Bäume ab, die Areale gehen verloren. Filderstadt verfüge noch über ungefähr 250 Hektar Obstwiesen.
Dass sich die Bewirtschaftung lohnt, kann man nun durch die Fil-Äpfele schmecken. Eigentlich seien die Süßigkeiten zunächst als exklusive Präsente der Stadt gedacht gewesen, nun sind sie aber auch für jedermann erhältlich. Kaufen kann man sie exklusiv im Bernhäuser Unverpackt-Laden Tante Filda. Produziert wurde im Hohenlohischen. 400 Kilogramm Fil-Äpfele wurden dort gemacht. Nun will die Verwaltung abwarten, wie die Süßigkeiten ankommen. „Wenn sie uns aus der Hand gerissen werden, haben wir noch Saft in der Pipeline und können nachproduzieren“, sagt Claudia Arold. Sie betont: „Jetzt haben wir eigene Filderstadt-Produkte, die wirklich von hier sind.“