Mit mehr als 3300 dokumentierten Bäumen darf sich Reichenbach deutscher Inventarmeister nennen. Auch der Zustand der Ortsstraßen wurde erfasst.

Region: Corinna Meinke (com)

Deutscher Inventarmeister darf sich die Gemeinde Reichenbach neuerdings nennen, weil sie mit dem Programm des Stuttgarter Anbieters Vialytics viele Bäume in der Kommune digital dokumentiert hat. Für dieses digitale Engagement erhielt die Kommune den Roadstar Award des Unternehmens.

 

Alle Grünflächen mit mehr als 3300 Bäumen sind nach Angaben der Gemeinde in einem digitalen Kataster erfasst worden. Die optimale Pflege der Bäume sei das langfristige Ziel, um Astbruch und Baumsterben zu verringern und mit Blick auf die Umwelt für eine bessere CO2-Bilanz zu sorgen.

Bäume werden fotografiert und auf Schäden kontrolliert

Das Werkzeug dafür liefere ein Infrastruktur-Management-System des Unternehmens, mit dessen Hilfe Bäume klassifiziert, fotografiert, vermessen und auf Schäden kontrolliert werden und neue Einträge mit wenigen Klicks per Smartphone-App hinzugefügt werden könnten, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Alle Inventarobjekte erhielten Arbeitsaufträge für akute Maßnahmen oder die nächste Kontrolle.

Außerdem seien mehr als 100 Spielgeräte auf den Reichenbacher Spielplätzen zur regelmäßigen Zustandskontrolle inventarisiert worden, was Transparenz über Bestand, Zustand und Handlungsbedarf schaffe und „damit eine verlässliche Grundlage für mehr Sicherheit und Nachhaltigkeit in Reichenbach“, erklärte die Kommunalverwaltung.

„Die Auszeichnung zeigt, wie nachhaltig unsere Gemeinde ist. Für einen Verdichtungsraum sind wir ein extrem grüner Ort mit über 3300 Bäumen an Straßen und Parkanlagen – ohne unsere Wälder und Forste mitzuzählen“, sagte Bürgermeister Bernhard Richter.

Die Reichenbacher Straßen im Visier – auch die Holperstrecken

Und wie sieht es mit den Straßen im Ort aus? Immer wieder werden Klagen laut, wonach bestimmte Reichenbacher Ortsstraßen von Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern als Holperstrecken moniert werden. Auf der Grundlage einer kreisweiten nicht repräsentativen Umfrage unserer Zeitung landeten die Christofstraße auf Platz neun und die Lützelbachstraße auf dem elften Rang. Gefragt worden war nach den schlechtesten Straßen im Kreis Esslingen.

Schlaglöcher (hier ein Beispielbild) kommen bei Verkehrsteilnehmern nicht gut an. Foto: picture alliance/dpa

In Reichenbach seien rund 35 Kilometer und „damit der größte Teil des örtlichen Straßen- und Wegenetzes erfasst und ausgewertet“ worden, heißt es in der Mitteilung. Der Gesamtzustand werde aktuell nach dem Schulnotensystem mit 2,7 bewertet. „Es lassen sich dadurch Sanierungsschwerpunkte identifizieren.“ Man gehe beim Thema Sanierung aufgrund zahlreicher äußerer Faktoren, wie beispielsweise Nutzung von Synergieeffekten im Zuge von baulichen Maßnahmen anderer Akteure wie Leistungsträger, Versorger und dem Land, erfahrungsgemäß von Zeiträumen um die fünf Jahre aus.

Die Frage nach Bestnoten für Straßen sowie die jeweiligen Noten für bekannte Holperstrecken wurden von der Reichenbacher Verwaltung so beantwortet: „Es gibt eine Gesamtnote, aber jede Straße ist für sich genommen immer in unterschiedlichen Abschnitten zu sehen.“ Insofern könne das nicht seriös beantwortet werden.