Rems-Murr-Kreis Ebenbürtiges Trio: Spannender Dreikampf um den Chefsessel in Remshalden
Bürgermeisterwahl im Remstal: Der amtierende Rathauschef Reinhard Molt hat Konkurrenz von zwei durchaus respektablen Kandidaten.
Bürgermeisterwahl im Remstal: Der amtierende Rathauschef Reinhard Molt hat Konkurrenz von zwei durchaus respektablen Kandidaten.
Wenn bei einer offiziellen Kandidatenvorstellung in einer Gemeinde mit rund 15 000 Einwohnern die lokale Festhalle mit 700 Sitzplätzen nicht mehr ausreicht und zahlreiche Interessenten wegen drohender Überfüllung wieder weggeschickt werden müssen – dann spricht dies dafür, dass der Wahlausgang durchaus spannend werden könnte. So wie an diesem Sonntag, 19. April, in Remshalden (Rems-Murr-Kreis).
Drei Männer sind es jedenfalls, die zuletzt in den fünf Ortsteilen intensiv auf Wählerfang gegangen sind. Oft, wenn der Amtsinhaber antritt, scheint es naheliegend, dass er seinen Heimvorteil ausspielen und erneut den Chefsessel erklimmen kann. Doch für den aktuellen Bürgermeister Reinhard Molt könnte es knifflig werden. Bei der offiziellen Runde in der Wilhelm-Enßle-Halle jedenfalls ließ sich kein klarer Favorit ausmachen. Der Beifall war ziemlich ausgeglichen.
Molt, der vor acht Jahren auf 72 Prozent der Stimmen kam, will jedenfalls weitere acht Jahre Bürgermeister sein, und zwar für die komplette Amtszeit. Dann sei er 69 – und immer noch jünger als zum Beispiel der bisherige Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Molt räumt eigene Fehler ein, etwa bei der Informationspolitik zur Flüchtlingsunterkunft in der Krone in Remshalden-Buoch. Zu dem gelegentlichen Vorwurf, er lebe ja gar nicht vor Ort, sagt er: „Mein Bett steht in Lorch, aber mein Herz schlägt zu 200 Prozent für Remshalden.“
Einer der beiden Herausforderer ist der 29-jährige Felix Wiesner. Ihn kennt man in Remshalden vor allem als Vorsitzender der CDU-Fraktion im Gemeinderat. „Ich bekomme jeden Tag hautnah mit, wo es hier hakt“, verweist Wiesner, der beruflich als Geschäftsstellenleiter der Jungen Union Baden-Württemberg unterwegs ist, auf seine Detailkenntnisse der Probleme in der Gemeinde.
Der Dritte im Bewerberbund, der 46-jährige Kevin Latzel, kann als Bezirksvorsteher von Stuttgart-Untertürkheim Verwaltungserfahrung vorweisen. Er lebt seit 15 Jahren im Remshaldener Teilort Grunbach und ist, so die Bewertung unserer Zeitung nach der offiziellen Präsentation, „rhetorisch fast schon mit Entertainment-Qualitäten gesegnet“. Latzel sagt: „Auch ein Bürgermeister kann nicht zaubern. Aber er kann hart arbeiten – rechtssicher, solide und fundiert.“