Der Bau der Riedwiesenhalle kostet Renningen 16 Millionen Euro. Doch nicht nur hier müssen Vereine künftig für Trainings- und Turnierbetrieb zahlen.
Vereinssport in Renningen könnte künftig teurer werden. Denn ab dem neuen Jahr werden erstmals Nutzungsgebühren für die Sporthallen in der Rankbachstadt fällig. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen.
Erst vor wenigen Wochen ist die neue Riedwiesensporthalle in Betrieb gegangen, deren Bau etwa 16 Millionen Euro kostet. Zur teilweisen Deckung der Kosten werden ab 2026 nun erstmals Nutzungsgebühren erhoben – allerdings für alle städtischen Hallen. Dies wird auch Auswirkungen auf Vereine und deren Mitglieder haben.
Renningen ist eine von noch zwei Kommunen im Kreis Böblingen, in denen die Nutzung der Sportstätten für Vereine bisher kostenlos war. Der Schulsport als hoheitliche Aufgabe bleibt auch weiterhin kostenfrei. Neu sind dagegen Entgelte für den Trainings- und den sogenannten Verbandssportbetrieb, beispielsweise Punktspiele und Rundenwettkämpfe. So wird etwa eine Trainingsstunde je Hallenteil der Riedwiesenhalle 6,77 Euro netto kosten. Zur Berechnung wurde ein Kostendeckungsgrad von 15 Prozent herangezogen.
Schon bisher wurden Nutzungsentgelte fällig bei Veranstaltungen wie etwa Festen, Turnieren oder Konzerten. Diese Gebühren wurden nach 34 Jahren neu kalkuliert und entsprechend erhöht.
Der Gemeinderat hatte die Verwaltung im September beauftragt, nach weiteren Einsparmöglichkeiten zu suchen, um so die Gebühren niedriger ansetzen zu können. Gespart wird nun etwa bei der Reinigung, die etwa im Foyer oder den Fluren seltener durchgeführt wird.
Stadt Renningen hofft auf 115 000 Euro pro Jahr
Insgesamt, so hofft die Stadtverwaltung, könnten so jährlich bis zu 115 000 Euro an Einnahmen generiert werden. Hinzu kommt, dass die Stadt diese Gebühren steuerlich geltend machen kann. Auf zehn Jahre könnten so 1,3 Millionen Euro als Steuervorteil zusammenkommen.
Obwohl die Stadtverwaltung die Tarife als moderat einstuft, werden Renninger Vereine voraussichtlich ihre Mitgliedsbeiträge anpassen müssen. Die Abrechnung der Nutzungsgebühren erfolgt rückwirkend, die erste Zahlung wird somit erst Anfang 2027 fällig.
Zeit genug für die Renninger Vereine, um Lösungen für die finanzielle Mehrbelastung zu finden. Diese beläuft sich nach Berechnungen der Stadtverwaltung auf 250 bis 36 000 Euro jährlich. Der größte Teil davon entfällt vermutlich auf die Spvgg Renningen, den größten Verein in der Stadt.
Kommen also auf die Mitglieder höhere Beiträge ab 2026 zu? „Eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge für den Hauptverein steht derzeit nicht im Raum“, sagt Vereinspräsidentin Silke Bächtle. Allerdings könne es in den Abteilungen dazu kommen, dass deren Abteilungsbeiträge erhöht oder gar eingeführt werden. „Eine Vorhersage zu dieser Entwicklung ist aber rein spekulativ, da dazu noch genaue Zahlen fehlen“, betont Bächtle.
Die Spvgg Renningen sei wie die anderen Vereine auch frühzeitig von der Stadt einbezogen worden. „Das Thema kam nicht überraschend für den Großteil der Renninger Vereine“, sagt Bächtle. Man habe früh Bereitschaft signalisiert, die Hallennutzungsgebühren zu zahlen. Das sei quasi Grundvoraussetzung für den Bau der Riedwiesenhalle gewesen. „Es muss auch ganz klar gesagt werden, dass die Renninger Vereine schon immer davon profitiert haben, keine Hallen- und Nutzungsgebühren bezahlt haben zu müssen“, betont die Präsidentin der Spvgg Renningen.