Die Diskussion über eine mögliche „Rente mit 70“ ist in Deutschland wieder aufgeflammt. So ist der aktuelle Stand.

Digital Desk: Lukas Böhl (lbö)

Wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in einer Pressemitteilung vom 7. Januar 2026 erklärt, hat Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) eine 13-köpfige Alterssicherungskommission (ASK) eingesetzt. Diese Kommission hat bereits ihre Arbeit aufgenommen und soll bis Ende des zweiten Quartals 2026 Vorschläge für Reformen in der Alterssicherung vorlegen.

 

Nach Angaben des Ministeriums soll die Kommission Vorschläge erarbeiten, wie die Alterssicherung „stabil, gerecht und nachhaltig“ bleiben kann. Dabei sollen sowohl die gesetzliche Rente als auch die betriebliche und private Vorsorge betrachtet werden.

Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70?

Nach einem Bericht der „Bild“ vom 16. Februar 2026 soll sich die Kommission in einer Sitzung am 23. Februar mit einem besonders umstrittenen Thema beschäftigen. Einer möglichen Anhebung des Rentenalters bis auf 70 Jahre.

Wie die Zeitung schreibt, würden dabei verschiedene Modelle diskutiert, unter anderem mögliche Abschläge für Menschen, die früher als mit 70 Jahren in Rente gehen. Außerdem sei laut „Bild“ im Gespräch, das Arbeiten über 70 hinaus attraktiver zu machen, etwa durch eine „sehr großzügige“ Belohnung.

Bas: „Kein Fan symbolischer Zahlen“

In einem Interview mit dem Tagesspiegel vom 21. November 2025 äußerte sich Ministerin Bas noch zurückhaltend zu einer pauschalen Festlegung auf ein höheres Renteneintrittsalter. Dort sagte sie: „Grundsätzlich bin ich kein Fan symbolischer Zahlen.“

Sie betonte zudem, dass es aus ihrer Sicht Unterschiede geben müsse, je nachdem, wann jemand ins Berufsleben eingestiegen ist: Wer früh einzahle, solle eher in Rente gehen können als jemand, der erst später Beitragsjahre sammelt.

Auch Beamte und Politiker im Fokus

Nach Informationen der „Bild“ soll die Kommission außerdem darüber beraten, ob künftig auch Beamte und Politiker in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen sollen.

Im Tagesspiegel-Interview sagte Bas ebenfalls, dass solche Themen „auf den Tisch“ gehörten. Sie wies dort darauf hin, dass Gutverdiener wie Ärzte und Anwälte nicht Teil des Systems seien und dass auch über Beamtenpensionen gesprochen werden müsse.

Was heißt das für die Bürger?

Der wichtigste Punkt: Eine Rente mit 70 ist derzeit nicht beschlossen. Stattdessen läuft laut Medienberichten eine politische und fachliche Prüfung im Rahmen der Alterssicherungskommission.

Fest steht aber: Die Bundesregierung erwartet von dem Gremium bis spätestens Ende des zweiten Quartals 2026 konkrete Vorschläge. Erst danach könnte – wie es in den Regierungsinformationen heißt – eine gesetzgeberische Umsetzung erfolgen. Bis dahin bleibt offen, ob ein höheres Renteneintrittsalter tatsächlich empfohlen wird und ob daraus später ein Gesetz entsteht.