Selbst die griechische Küche geht mit dem Trend. In Stuttgart-Vaihingen heißen Grillplatten jetzt Meat Fusion Menu. Anja Wasserbäch hat sich an große Fleischportionen gewagt.
Wer das Leventi betritt, der merkt sogleich, dass hier eine frische Brise weht. Das griechische Restaurant hat sich zumindest optisch etwas angepasst an den Lifestyle: schicke Lampen, eine gut ausgestattete Bar, etwas Backstein-Industriechic und Ledersitzbänke. Das Leventi im Industriegebiet Vaihingen, nur fünf stramme Fußminuten vom Bahnhof entfernt, hat sich zeitgemäß herausgeputzt. Wirt ist Georgios Delisavvas, der bei seinen Eltern im Lokal zwischen Küche und Gastraum aufgewachsen ist und nebenan den griechischen Imbiss „Merakles – Eat like a Greek“, ein Fast-Food-Konzept, betreibt.
Das Restaurant ist rappelvoll
Mit dem Leventi hat er seit Juni 2025 sein Restaurant dazu eröffnet. Es ist am Testabend, einem Dienstag, gerappelt voll. Auf den Nachbartischen ist überall ein ähnliches Bild: es gibt Fleisch mit Fleisch und frittierten Kartoffeln. Zumindest kulinarisch scheint hier nichts aus der Mode zu kommen. Auf den laminierten Karten bietet sich das übliche Bild.
Ein Garant für einen guten Start sind die Vorspeisen. Auf der gemischten Platte (Mezé Paréa für zwei Personen, 14 Euro) tummeln sich Tzatziki, weißes Kaviarmousse, makedonische Fetacreme, Pepperoni, Bohnenmousse, gefüllte Weinblätter, Hummus, Rote Bete und Schafskäse. Die Portion ist ordentlich. Geschmacklich interessanter wird es mit der zarten Aubergine (9 Euro), getoppt mit Fetakäse und Olivenöl, sowie den Zucchini-Gemüsechips in Tempura-Teig (8 Euro). Hier bestätigt sich die alte Weisheit: Was durch heißes Fett geht, kommt meistens besser raus.
Fleischplatte heißt im Leventi „Meat Fusion Menu“. Das Bifteki hat etwas zu viel Feuer abbekommen, die Schweinefleischspieße waren ordentlich. Foto: nja
Was früher schlicht „Grillplatte“ hieß, firmiert hier unter „Meat Fusion Menu" – auf dem Teller aber liegen alte Bekannte. Wer bestellt, kann quasi von allem etwas bekommen, abgerechnet wird pro Stück: Souvlaki kostet 5,50 Euro pro Spieß, Bifteki 11 Euro, Lammkarree 4 Euro pro Kotelett. Dazu gibt es Krautsalat und wahlweise Pommes, Reis oder Olymposkartoffeln – letztere sind dünne Scheiben, in Fett ausgebacken, was auch hier zuverlässig funktioniert.
Es geht ums Praktische, ums Sattwerden
Die gemischten Vorspeisen Foto: nja
Die Hauptgerichte bewegen sich zwischen 19 Euro (Gyros) und 28 Euro (Tomahawk). Für Vegetarier stehen Ofentomaten und Krautwickel bereit. Hier sind offensichtlich alle Fleischfans, und zwar solche, die ordentliche Portionen zu schätzen wissen. Es geht ums Praktische, ums Sattwerden. Der Schweinespieß ist wirklich gut. Das Bifteki hingegen hat seinen Moment am Grill etwas zu lange genossen und ist zu schwarz geworden. Dem Salat fehlen Essig und Salz. Die Kalamari vom Grill (19 Euro) waren in Ordnung, der Tomatenreis dazu blieb geschmacklich etwas blass. Als Dessert gibt es einen Vanillegrieskuchen (8 Euro), der in Zuckersirup badete, flankiert von einer Kugel Vanilleeis.
Im Vaihinger Gewerbegebiet Wallgraben hat das Restaurant Leventi eröffnet. Foto: StZN-Grafik/Yann Lange
Restaurant Leventi Ruppmannstraße 38, Stuttgart-Vaihingen; Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 11.30 bis 14 und 17 bis 22 Uhr, Samstag 17 bis 22 Uhr; www.leventi.deB
Bewertung
Küche ***
Service ***
Atmosphäre ***
***** = herausragend, **** = überdurchschnittlich, *** = gut, ** = Luft nach oben, * = viel zu verbessern
Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.