Die Rockabilly Days in Asperg feiern Musik, Mode und Lebensgefühl der 1950er. Die Leidenschaft verbindet Generationen.

Ludwigsburg: Julia Amrhein (jam)

„Eins, Zwei – in den Arm“, weist Günter Deisenhofer an und dreht sich mit seiner Tochter Laura vor der Bühne. Dutzende Pärchen machen es den beiden nach. Petticoats wirbeln durch die Luft. Wenn die Bands am Nachmittag die Bühne betreten, können nun wieder ein paar Besucher der Rockabilly Days mehr den Lindy Hop aufs Parkett bringen.

 

Der Lindy Hop ist ein Tanzstil aus den 1930er-Jahren in den USA, der unter anderem als Vorläufer der Tänze Jive, Boogie-Woogie und Rock ’n’ Roll gilt – und damit sind wir in der Ära angekommen, die an diesem Wochenende in Asperg zelebriert worden ist. Im Rockabilly wird nicht nur die Musik der 1950er-Jahre gefeiert, sondern auch das Lebensgefühl, die Mode und Frisuren.

Besucher nehmen teilweise eine weite Anreise auf sich

Die Szene lässt sich weder von grauen Wolken, noch von weiten Wegen abschrecken. „Die weiteste Anreise am Freitag hatte ein Besucher aus Holland“, weiß Hagen Offterdinger, der gemeinsam mit Florian Lutz, Marcel Müller und Alexander Rödiger einer der Köpfe der Veranstaltung ist. „Aber es kommen auch Gäste aus Hamburg oder Münster.“ Es sei und ist ein harter Weg gewesen, aber die Rockabilly Days hätten sich mittlerweile etabliert.

Das Fachsimpeln über Oldtimer gehört ebenfalls mit dazu. Foto: Simon Granville

Und das nicht nur in der Szene, sondern auch außerhalb. Das Publikum, das am Wochenende über das Gelände im Osterholz flaniert, ist bunt gemischt. „Die Rockabilly-Szene ist sehr offen“, so Offterdinger. „Und wir brauchen die Laufkundschaft auch.“ Der Eintritt zu den Rockabilly Days ist nämlich gratis, das gilt nicht nur für die beiden Bühnen, auf denen Rock’n’Roll, Two-Step, Rockabilly und Boogie-Woogie gespielt wird, sondern auch für die Angebote wie den erwähnten Tanzworkshop oder die Oldtimer-Show am Nachmittag. Wenn die Motoren röhren, schlagen die Herzen der Autoliebhaber höher.

Die Leidenschaft verbindet die Generationen

„Jeder hier zelebriert den Rock’n’Roll“, so Hagen Offterdinger. Die Stimmung sei familiär und friedlich, die gemeinsame Leidenschaft verbinde über Generationen hinweg. Und genau das sei es, worauf es ihnen als Veranstalter auch ankomme: „Wir sind mit Herzblut dabei und machen das für die Leute. Ohne die Besucher sind wir nichts.“

Alte Bekannte und neue Gesichter kommen zusammen. Foto: Simon Granville

Natürlich koste die Organisation eines solchen Festivals viel Kraft, viel Schlaf bekommen sie am Wochenende definitiv nicht: „Die glücklichen Gesichter sind dann unsere Belohnung.“