RSG: TSV Schmiden Mit Glanz und Gloria zum vierten Titel
Das Gymnastik-Team des TSV Schmiden mit Olympiasiegerin Darja Varfolomeev verteidigt erneut den Titel als deutscher Vereinsmeister.
Das Gymnastik-Team des TSV Schmiden mit Olympiasiegerin Darja Varfolomeev verteidigt erneut den Titel als deutscher Vereinsmeister.
Schon seit 2022 steht der große silberne Meisterpokal für alle sichtbar im Eingangsbereich des Bundesstützpunkts für Rhythmische Sportgymnastik in Schmiden – und er wird für mindestens weitere zwölf Monate dort bleiben. Die Gymnastinnen des TSV Schmiden haben zum vierten Mal in Folge den nationalen Titel gewonnen und das recht souverän. Im Finale der Deutschen Turnliga (DTL) besiegten sie am vergangenen Samstag in der heimischen 1-2-3-Sporthalle das Team vom TSV Bayer 04 Leverkusen mit 18:9 Scorepunkten. Den Kampf um den dritten Platz gewann das Team von Bremen 1960 mit 14:11 gegen den TB Oppau.
„Es war leichter als erwartet. Ich dachte, dass wir aufgrund der vielen guten Gast-Gymnastinnen im Team von Leverkusen mehr Mühe haben“, sagte Sina Maier nach dem vierten Triumph. Die Standortmanagerin im Stützpunkt Schmiden hatte sich im Vorfeld jede Konkurrentin vom TSV Bayer 04 Leverkusen auf Video angeschaut. Sie hatte Stärken und Schwächen an den Geräten notiert und bewertet, um die perfekten Finalpaarungen zu finden und im direkten Zweikampf der Gymnastinnen die größtmögliche Differenz in den Noten zu erreichen und viele Scorepunkte – bis zu vier gab es – zu sammeln.
Sina Maier hat einen guten Job gemacht. Die Titelverteidigerinnen meldeten gleich mit dem Auftaktgerät, dem Reifen, ihre Ansprüche an. Margarita Kolosov gewann ihr Duell mit der Ukrainerin Veronika Krupytska, Alisa Datsenko dominierte gegen Jasmin Bodrug – und der TSV führte mit 5:0 Scorepunkten. Als dritte und letzte Gymnastin mit dem Reifen ging Schmidens Olympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin Darja Varfolomeev auf die Fläche – und brillierte bei ihrem ersten Auftritt in der DTL. Die 19-Jährige gewann gegen die Polin Liliana Lewinska, die bei den Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro Sechste im Finale mit den Keulen gewesen war, und bekam für die Note 30,350 drei weitere Zähler.
Die Titelverteidigerinnen hatten früh die Kontrolle übernommen, und das blieb auch mit dem Ball so. Viktoria Steinfeld holte im Duell mit Sabina Gasanov vier Scorepunkte, Anastasia Simakova, die Bronzemedaillengewinnerin von Rio mit dem Reifen, steuerte trotz eines kleinen Fehlers ebenfalls vier Scorepunkte bei. Zwar holte Tara Dragas, Gastgymnastin aus Italien, für Bayer 04 Leverkusen die ersten drei Punkte, doch es blieb beim deutlichen Zwischenstand von 16:3 für den TSV Schmiden.
Auch mit den Keulen konnten die Leverkusenerinnen nur punktuelle Erfolge verbuchen, während das TSV-Team seinen Vorsprung kontrolliert verteidigte. Melissa Diete holte zwei Zähler gegen Mascha Grunmach, bevor Olivia Misterek gegen Margarita Kolosov um einen Punkt für die Gäste aus Leverkusen verkürzen konnte. Das Duell zwischen Anastasia Simakova und Liliana Lewinska endete unentschieden und mit null Punkten für beide Kontrahentinnen.
Beim Stand von 18:4 für die Titelverteidigerinnen vor den finalen drei Duellen mit dem Band war bereits klar, dass der Pokal ein weiteres Jahr in Schmiden bleiben würde. Doch die Gäste ließen sich nicht hängen und zeigten ihre besten Auftritte. Die Italienerin Tara Dragas gewann gegen Melanie Diete, Olivia Minnie Misterek gegen Sophia Dreger und Viktoria Steinfeld und Veronika Krupytska legten eine Nullrunde ein – Endstand 18:9 für den TSV.
Dass die Gastgeberinnen mit großem Selbstbewusstsein in die dritte Titelverteidigung gegangen waren, demonstrierten sie bei der Siegerehrung zu der sie in den längst gedruckten schwarzen T-Shirts mit vier goldenen Sternen über dem TSV-Logo und der Aufschrift „Meister Deutsche Turnliga 25“ kamen. Das Team aus Leverkusen konnte sich zumindest ein wenig damit trösten, dass es stärker aufgetreten war verglichen mit dem Vorjahr, als es im DTL-Finale an gleicher Stätte gerade einmal zwei Zähler gegen den TSV Schmiden geholt hatte. Der große silberne Meisterpokal aber, der für die Dauer des Wettkampfes am Samstag in die benachbarte Sporthalle gewandert war, stand um 21 Uhr wieder an seinem angestammten Platz im Eingangsbereich im Stützpunkt in Schmiden.