Investition in Rüstungsunternehmen Porsche SE setzt in der Autokrise auch auf Drohnen

Porsche SE sieht viel Potenzial in den Drohen der Firma Quantum Systems. Foto: QS

Um dem Verlust durch die Kernbeteiligungen bei Porsche und VW etwas entgegenzusetzen, investiert die Holding in ein Rüstungsunternehmen.

Automobilwirtschaft/Maschinenbau: Peter Stolterfoht (sto)

Die Zahlen bei Porsche SE gehen in den Keller. Das fängt schon bei der Teilnehmerzahl der Hauptversammlung der Holding an. Waren es vor ein paar Jahren noch 4000 bis 5000 Aktionäre, die an den Präsenzveranstaltungen teilgenommen hatten, sind es bei der am Freitag erneut virtuell ausgerichteten HV gerade einmal knapp 300.

 

Weitere Einbußen vermeldet der Vorstandsvorsitzende Hans Dieter Pötsch. So beträgt der Nettoverlust aufgrund hoher Wertminderungen im Geschäftsjahr 2024 insgesamt 20 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor sprang noch ein Gewinn von 5,1 Milliarden Euro raus.

Dennoch wird die Porsche Automobil Holding SE am 27. Mai eine Dividende in Höhe von 1,91 Euro pro im Dax notierter Vorzugsaktie auszahlen. Im Jahr 2024 lag die Dividende noch bei 2,56 Euro.

Autobranche orientiert sich Rüstungsindustrie

Der Grund für den Verlust ist die Autokrise, die Porsche SE als Aktionär von VW (53,1 Prozent) und der Porsche AG (25 Prozent) mit voller Wucht trifft. „Unsere Kernbeteiligungen müssen wettbewerbsfähiger und rentabler werden“, fordert der Porsche-SE-Chef Hans Dieter Pötsch und schaut in diesem Zusammenhang auch auf die Rüstungsindustrie.

Schließlich richtet die gesamte Autobranche in der Krise ihren Blick Richtung Verteidigungsindustrie, die wie kein anderer deutscher Wirtschaftszweig auf dem Vormarsch ist. Deshalb forciert Daimler Truck sein Geschäft mit militärischen Nutzungsfahrzeugen und Mercedes-Benz hofft auf weitere Aufträge, nachdem zuletzt auf den Kampfeinsatz ausgerichtete G-Klassen-Fahrzeugen an die Bundeswehr ausgeliefert worden sind.

Wobei Porsche als Holding der Familien Porsche und Piëch nur indirekt der Autobranche zuzuordnen ist. In ihrer Funktion als Beteiligungs-AG investiert sie nun dem Börsentrend folgend in ein Verteidigungs-Startup – und zwar eine mittlere zweistellige Millionensumme in die Firma Quantum Systems, die in Gilching bei München Drohnen entwickelt. Das die moderne Militärstrategie prägende Kriegsgerät besitzt durch den Einsatz von KI noch viel Potenzial.

„Quantum stellt Drohnen her, die für Aufklärungszwecke, aber nicht für Kampfhandlungen genutzt werden“, so ein Porsche-SE-Sprecher. Eine zusätzliche Funktion ist jetzt aber, dem derzeit schlechten Geschäft von Porsche SE mit den automobilen Kernbeteiligungen etwas entgegenzusteuern.

Neuer Außenminister mit Trumps alter Forderung

Dabei befeuern Ansagen der Bundesregierung das ohnehin schon florierende Geschäft der deutschen Rüstungsunternehmen zusätzlich. Der neue Außenminister Johann Wadephul gibt die alte Forderung von Donald Trump in Richtung der Nato-Partner als deutsches Ziel aus. Fünf Prozent der Wirtschaftsleistung für die Verteidigung auszugeben, sei mit Blick auf die Bedrohung durch Russland eine angemessene Reaktion. Einen sich im Vergleich zu heute mehr als verdoppelnden Wehretat in Höhe von 200 Milliarden Euro soll die Bundeswehr dann mittelfristig zur stärksten Armee in Europa machen. Außerdem betont Bundeskanzler Friedrich Merz, die Ukraine im Verteidigungskampf gegen Russland umfangreicher zu unterstützen als es die Ampel-Regierung getan hatte.

Dies alles führt dazu, dass sich die deutsche Rüstungswirtschaft durch die Milliardenaufträge aus dem In- und Ausland zu einem sehr lukrativen Geschäft entwickelt.

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