S-Bahn-Sperrung und Baustelle Stuttgart droht ein Verkehrschaos mit massiven Staus

Nur noch zwei Spuren in jede Richtung aufgrund der Baustelle: Die Cannstatter Straße könnte zur Engstelle werden. Foto: S. Steegmüller

Ab dem 24. Februar ist nicht nur die S-Bahn zwischen Waiblingen und Bad Cannstatt gesperrt, sondern auch kurzfristig der Leuzeknoten. Experten erwarten erhebliche Einschränkungen.

Reporter: Alexander Müller (ale)

Wenn vom 24. Februar an die Bahnstrecke zwischen Waiblingen und Bad Cannstatt einen Monat lang für den Zugverkehr gesperrt wird, müssen Pendler und Besucher, die aus nordöstlicher Richtung in die Landeshauptstadt kommen wollen, viel Geduld mitbringen. Auch der oft übliche Umstieg auf das Auto droht dieses Mal zur Staufalle zu werden, warnt die Integrierte Verkehrsleitzentrale Stuttgart (IVLZ). Denn zeitgleich läuft der Neubau des Nesenbachkanals unter der B14. Zudem muss der Leuzeknoten kurzzeitig gesperrt werden.

 

Bereits während der vorangegangenen Bahn-Sperrungen der Linie S2 und S3 aus dem Rems-Murr-Kreis im vergangenen Dezember bildeten sich täglich laut IVLZ im morgendlichen Berufsverkehr knapp fünf Kilometer lange Staus auf der B14 vor dem Fellbacher Kappelbergtunnel in Richtung Stuttgart. Damit rechnen die Verkehrsexperten auch dieses Mal – aber bei weitem nicht nur.

Staus an zahlreichen Stellen erwartet

Auf den gesamten Einfallstraßen aus dem Rems-Murr-Kreis und aus Esslingen sei mit einer deutlichen Mehrbelastung zu rechnen. Dabei macht sich der Rückbau der Cannstatter Straße auf zwei Spuren bereits jetzt bemerkbar. Laut IVLZ kommt es in den Spitzenstunden stadtauswärts zu einem Stau bis auf Höhe des Landtags. Auch in Richtung Innenstadt bilde sich fast täglich eine lange Schlange von Autos im Schwanenplatztunnel. Durch die noch laufende Baumaßnahme an der Kreuzung zur Poststraße in Stuttgart-Berg im Zuge der Umgestaltung des Leuzeknotens habe sich dieser aber auf die B10 verlagert. In der morgendlichen Rush-Hour staue sich der Verkehr bis zum Dreieck Neckarpark. Mit dem geplanten Ende der Baustelle an der Poststraße am 20. Februar könnte sich dieser pünktlich zur S-Bahn-Sperrung wieder in den Schwanenplatztunnel verlagern.

Für das absolute Chaos könnten aber die abschließenden Arbeiten am Leuzetunnel sorgen. In den vergangenen Jahren war die wichtige Verkehrsdrehscheibe zwischen Neckartal, Pragsattel und Stuttgarter Innenstadt mit täglich bis zu 120 000 Fahrzeugen im Zuge des Baus des Rosensteintunnels aufwendig umgestaltet. Doch noch sind die Maßnahmen an der Verknüpfung der B10 und B14 neben dem namensgebenden Mineralbad am Neckar in Bad Cannstatt nicht gänzlich abgeschlossen.

Großräumige Umfahrungen des Leuzeknotens

Zwar wurden diese auf das Wochenende gelegt, aber dennoch ist mit Problemen zu rechnen. So wird die B10 zwischen Poststraße und Leuzeknoten vom Abend des 6. bis zum Morgen des 9. März für die Erneuerung der Fahrbahndecke in Richtung Stuttgart gesperrt werden. Zwei Wochen später, vom 20. bis 23. März, erfolgen dann die Arbeiten in Richtung Neckarpark. Die Folge: „Es kommt zu großräumigen Umleitungen“, erklärt die IVLZ. Das betreffe auch den Schienenersatzverkehr mit Bussen der Deutschen Bahn.

Für die endgültige Abnahme der Betriebstechnik seien zusätzlich an den Wochenenden 21. bis 23. März sowie 28. bis 30. März Brandversuche im Schwanenplatz-, Leuze- sowie Rosensteintunnel notwendig. Dafür müssten einige Tunnelröhren nachts gesperrt werden. Die Arbeiten dienten der Fertigstellung zur Erneuerung des Leuzeknotens und seien seit langem geplant. Ein weiteres Aufschieben komme laut IVLZ aufgrund von Großveranstaltungen und geplanten, weiteren Maßnahmen nicht in Frage.

Staus in Stuttgart: Wer kann, sollte im Homeoffice bleiben

Um den größtmöglichen Stau zu vermeiden, raten die Stuttgarter Verkehrsexperten den Pendlern, auf Schleichwege zu verzichten. Die Bundesstraßen blieben – wenngleich durch Baustellen eingeschränkt – die leistungsfähigsten Zufahrtswege in die Innenstadt. Wer kann, sollte aber im Homeoffice bleiben oder Fahrgemeinschaften bilden.

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