Das als Pop-up-Café gestartete Livea in Sachsenheim (Kreis Ludwigsburg) hat nun eine dauerhafte Heimat gefunden. Ab Mitte April geht es im Bahnhofskiosk weiter. So kam es dazu.
Ein echtes Happy End hat die Geschichte um den erfolgreichen Pop-up-Store Livea in Sachsenheim nun erfahren. Die junge Betreiberin Begüm Yilmaz hatte vergangenes Jahr mit ihrem zeitlich befristeten Café so viel Erfolg, dass sie es unbedingt auf Dauer probieren wollte. Gar nicht so leicht, wie sie schnell feststellen musste.
Die bis dato genutzte Ladenfläche in der Großsachsenheimer Hauptstraße – eine von der Stadt extra für das Pop-up-Projekt angemietete Fläche, die mehreren Gründern günstig zur Verfügung gestellt wurde – fiel für eine dauerhafte Lösung relativ schnell flach. Eine Einigung mit der Eigentümerin gelang nicht. Weil ihr Laden aber auf so viel positive Resonanz stieß, hatte der Gemeinderat ihr ausnahmsweise erlaubt, länger im Pop-up-Store zu bleiben.
„Es ist gar nicht so leicht, hier in der Umgebung etwas zu finden, das passt“, sagt Yilmaz. Entweder seien die Läden zu groß oder nicht geeignet für eine gastronomische Nutzung gewesen. Sie wollte in Sachsenheim bleiben, zentral in Großsachsenheim am besten, weil sie sich dort schon in kurzer Zeit einen Kundenstamm aufgebaut hat. Immer wieder nutzten auch Jugendliche das Café für Treffen nach der Schule oder bei Freistunden.
Aber das Café mit selbstgemachten Kuchen, Kaffee und Matcha-Spezialitäten kam bei allen Altersgruppen gut an. Dass es nun tatsächlich eine Fortsetzung geben wird, macht die Betreiberin überglücklich. Fast hatte sie bei der Suche nach einem Standort die Hoffnung schon aufgegeben. „Entweder hier in der Nähe oder gar nicht“, sagte die Sachsenheimerin über die Standortsuche.
Neueröffnung am Bahnhof
Dann wurde sie mit Unterstützung der Stadt tatsächlich fündig, direkt am Sachsenheimer Bahnhof, nur einen Steinwurf von der Pop-up-Location entfernt. Yilmaz übernimmt ab Mitte April den Bahnhofskiosk. Bis Ende März hatte Livea noch an der bisherigen Location geöffnet, am 16. April folgt die Neueröffnung am Bahnhof.
„Wir haben weniger Platz, aber im Sommer mehr Möglichkeiten für die Außenbewirtung.“
Begüm Yilmaz, Café-Betreiberin
„Bis dahin ist noch einiges zu tun“, sagt Yilmaz. Neben dem Einrichten des neuen Ladens benötigt sie auch noch eine Schulung. Sie ist gespannt auf den Standort am Bahnhof und rechnet mit viel Laufkundschaft. „Wir haben weniger Platz, aber im Sommer mehr Möglichkeiten für die Außenbewirtung“, sagt die junge Gründerin.
Bürgermeister unterstützt Café
Sie dankt ausdrücklich der Stadt und Bürgermeister Holger Albrich. Das Rathaus habe sich sehr für sie eingesetzt und als Eigentümer des Kiosks eine entscheidende Rolle gespielt. Das Gebäude ist laut Stadt zwar vermietet, aber bei der Suche nach einem neuen Untermieter hat sich Albrich für Yilmaz und das Café Livea starkgemacht.
Am neuen Standort hat Yilmaz nun einen langfristigen Vertrag unterschrieben. Wie es mit dem Pop-up-Store weitergeht ist indes noch nicht ganz klar. „Wir planen einen Regional Store mit Produkten aus Sachsenheim. Es sieht sehr gut aus, dass wir damit im Juni starten können“, sagt Arved Oestringer, Sprecher der Stadtverwaltung. Danach endet dann die Pop-up-Store-Zeit erst mal. Ob nächstes Jahr wieder ein solches Projekt in Sachsenheim gewagt wird, steht noch nicht fest.