Der Himmel über Stuttgart wirkt heute ungewöhnlich blass, fast gelblich. Verantwortlich dafür ist Saharastaub. Doch müssen Autofahrer nun auch mit dem gefürchteten „Blutregen“ rechnen?

Volontäre: Janina Link (jali)

Wer heute in Stuttgart aus dem Fenster nach draußen blickt, bemerkt schnell: Das Blau des Himmels wirkt heute etwas blasser, fast milchig, und über der Stadt liegt ein leicht gelblicher Schimmer. Der Grund dafür kommt aus mehreren tausend Kilometern Entfernung – aus der Sahara.

 

Tatsächlich hat der Saharastaub die Region bereits erreicht. „Der Saharastaub ist teilweise schon über Stuttgart“, sagt Meteorologe Marc Joußen vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Allerdings liege der Schwerpunkt derzeit noch etwas weiter westlich.

Saharastaub besteht aus feinen Sandkörnern, die auf Lack, Scheiben und Kunststoffoberflächen Kratzer hinterlassen können. Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich

Besonders über dem Südwesten Deutschlands sowie über Ostfrankreich sei die Konzentration höher. Von Südosten aus ziehe die Staubwolke über die Region hinweg.

Saharastaub filtert Sonnenlicht und verändert Himmel

Im Laufe des Tages dürfte der Effekt jedoch auch in Stuttgart noch deutlicher werden. Der Staub in den höheren Luftschichten sorgt dafür, dass sich der Himmel sichtbar verändert. Der Staub wirkt dabei wie ein natürlicher Filter für das Sonnenlicht. Die Sonnenstrahlen werden gestreut, wodurch das Licht weniger klar durch die Atmosphäre dringt.


„Durch den Saharastaub wird die Sonne etwas abgebremst, so wie das auch bei hohen Wolkenfeldern der Fall ist“, sagt Joußen. In solchen Situationen scheine die Sonne zwar noch, doch sie wirke gedämpft. Auch der leicht dunstige Eindruck am Himmel passe dazu, erklärt der Meteorologe.

Roter Saharastaub gefährdet Autolack

Ein besonders auffälliges Phänomen kann entstehen, wenn der Staub auf Regen trifft. Dann kommt es zum sogenannten Blutregen – ein rötlicher Niederschlag, der durch die im Wasser gebundenen Staubpartikel entsteht. Vor allem auf Autos ist das schnell zu erkennen: Nach dem Regen bleibt häufig eine feine rötlich-braune Staubschicht auf dem Lack zurück. „Die muss man dann rasch weg machen, denn das ist für den Lack nicht gut“, so Joußen.

Für Autofahrer in der Region gibt es jedoch vorerst Entwarnung. Mit größeren Niederschlägen sei in den kommenden Tagen nicht zu rechnen, erklärt der Wetterexperte. Der Saharastaub dürfte daher vor allem als gelblicher Schleier am Himmel sichtbar bleiben.