Sanierung im Sommer Verdoppelt sich bald die Zwangspause für Oper und Ballett?

Die Technik aus den 80er Jahren ist reparaturanfällig – und muss in Stuttgart noch zehn Jahre funktionieren. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Erhaltung des Großen Hauses am Eckensee bis zur Sanierung wird noch teurer und aufwendiger. Das teilt das Land auf Antrag der SPD mit.

Das Land und die Stadt Stuttgart müssen in Zukunft deutlich mehr Geld zur Verfügung zu stellen, um den Littmann-Bau so zu ertüchtigen, dass dort weiter Opern- und Ballettaufführungen stattfinden können. Von 2027 an dürften die immer aufwendigeren Baumaßnahmen zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebs dann noch mehr Zeit als bisher in Anspruch nehmen.

 

Der SPD-Abgeordnete Martin Rivoir hat ein Moratorium und einen Neubau für die Oper gefordert. Das Ballett würde nach Ansicht der Genossen in einem überschaubar sanierten Littmann-Bau seinen Spielbetrieb fortsetzen können. Kürzlich wurde bekannt, dass sich die Einweihung des Interimsgebäudes am Nordbahnhof um vier Jahre verzögert. Der Umzug aus dem Littmann-Bau könnte erst 2033 erfolgen, dessen Einweihung dann 2042.

Reparieren nur in der Sommerpause

Laut Gisela Splett (Grüne), Staatssekretärin im Finanzministerium, werden in den von den Staatstheatern genutzten Gebäuden in der Sommerpause Wartungsmaßnahmen umgesetzt, um den Spielbetrieb sicherzustellen. Im Littmann-Bau stehen die Erneuerung des Bühnenbodens, die Aufarbeitung der Zuschauerbestuhlung und die Instandhaltung der Bühnentechnik sowie Maßnahmen aus Brandverhütungsschauen und Tüv-Begehungen an.

Damit der Littmann-Bau bis 2033 durchhält, müssen die Decken im Unter- und Erdgeschoss ertüchtigt und das Dach abgesichert werden. Der Austausch der Kälteanlage sei ebenso nötig wie die Erneuerung der Druckstation der Bühnenhydraulik. Auch eine Erneuerung des Eisernen Vorhangs und des Tonpults werden wohl nötig sein. Wegen des Alters der Anlagen könne es sein, dass weitere Maßnahmen hinzukommen.

Sanierungspläne bis 2027 sind fertig

Bei der Generalsanierung werden die bauliche Substanz instandgesetzt und erneuert sowie insbesondere die bestehende Haus- und Bühnentechnik ausgetauscht und modernisiert. Die Regierung geht nicht davon aus, dass die nun zu sanierenden Anlagen im Bereich der Bühnentechnik nach der zehnjährigen Bauzeit wieder eingebaut und weiterverwendet werden können. Die Sanierungspläne für die nächsten zwei Jahre stehen bereits. Derzeit wird das Programm für die Arbeiten von 2027 an – unter Berücksichtigung des Spielbetriebs bis 2033 statt nur bis 2029 – erarbeitet. Man nimmt an, dass dafür die Spielpause von sechs auf zwölf Wochen verlängert werden muss. „Die Instandhaltung dürfte aufwendiger werden“, sagt Staatssekretärin Gisela Splett.

4,5 Millionen Euro fürs Notwendigste

Die Instandhaltungskosten teilen sich das Land und die Stadt Stuttgart. Bisher waren pro Jahr 3,5 Millionen Euro angesetzt, für 2024 bis 2026 sind 4,5 Millionen Euro veranschlagt. Davon entfallen Stand heute auf den Littmann-Bau 2025 rund 1,3 Millionen und 2026 etwa 1,6 Millionen Euro. Es wird aber davon ausgegangen, dass die Instandhaltung noch teurer wird.

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