Ideen von Studierenden aus Stuttgart für den Stuttgarter Marktplatz, vorgestellt im Rathaus. Weitere Bilder in unserer Fotostrecke. Foto: privat, Lichtgut/Leif Piechowski
Am Hitzeschutz für den Stuttgarter Marktplatz beißt man sich die Zähne aus. Nun sollen Entwürfe von Studierenden um Lucio Blandini, Werner Sobecks Nachfolger, neue Inspiration bringen.
Ein Flickenteppich an bunten Tüchern, eine bogenartige Überdachung oder doch trichterförmige Schirme? Studierende der Universität Stuttgart haben ihre Kreativität spielen lassen und verschiedene Lösungen für ein altes Problem entworfen. Der Hitzeschutz auf dem Stuttgarter Marktplatz.
„Halten Sie sich nicht an einzelnen Bildern fest“, sagte Professor Lucio Blandini jüngst bei der Präsentation im gemeinderätlichen Ausschusses für Stadtentwicklung und Technik. „Keiner der Entwürfe ist die Lösung“, so Blandini. Aber man wolle mit ihnen inspirieren und eine Diskussion anstoßen.
In unserer Bilderstrecke zeigen wir die verschiedenen Ideen, die es für mehr Hitzeschutz am Stuttgarter Marktplatz gibt.
Im Sommer an der Eichstraße: der Ecotrii der beiden Stuttgarter Gründerinnen Rosa Pöttinger (links) und Miriam Köpf. Foto: Archiv Lichtgut/Max Kovalenko
Blandini ist der Nachfolger von Werner Sobeck als Leiter des Instituts für Leichtbau, Entwerfen und Konstruieren an der Universität Stuttgart. Gemeinsam mit seinen Studierenden hat er Ideen entworfen, wie man dem Marktplatz mehr Schatten spenden könnte.
Bunker unter Großteil des Stuttgarter Marktplatzes
Die beiden Grundherausforderungen: Unter einem Großteil des Stuttgarter Marktplatzes befindet sich ein Luftschutzbunker. In diesem Bereich ist eine tiefere Verankerung von egal was nicht möglich, das geht nur außerhalb der Bunkerkante. Dort fällt der Schatten allerdings in die falsche Richtung. Zweite Schwierigkeit: Auf dem Marktplatz finden viele Veranstaltungen statt, die Fläche brauchen, allen voran der Wochenmarkt.
Seit Jahren wird in Stuttgart über mehr Schatten für den Marktplatz diskutiert. Echte Bäume auf dem Marktplatz hatte der Gemeinderat 2019 zuletzt mehrheitlich abgelehnt. Das war der Vorschlag der Stadtklimatologen gewesen. Nun hat sich ein interdisziplinäres Team gebildet aus Vertretern der Uni Stuttgart und der Stadt.
Die Studierende von Lucio Blandini sind aber nicht die Ersten, die sich Gedanken machen. Auch am Institut für Baukonstruktion der Uni Stuttgart wird an einem besonderen Schirm getüftelt, der optisch an die Lichtaugen des neuen Stuttgarter Tiefbahnhofs anknüpfe soll. Der Traum für die Beteiligten wäre, wenn ihr Schirm zur Internationalen Bauausstellung 2027 stadtweit Beachtung fände.
Veronika Kienzle wirbt für Start-up aus Stuttgart
Veronika Kienzle, die Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Mitte, warb in der Ausschussitzung für eine bereits vorhandene Idee made in Stuttgart: den Ecotrii. Entworfen und auf den Markt gebracht von einem Start-up aus Stuttgart und gefördert durch den Klima-Innovationspreis der Stadt. „Ich möchte appellieren, auch solche Modelle in die Überlegungen mitaufzunehmen“, so Kienzle.