Schluchten-Touren Ab in die Schlucht
Erfrischende Naturerlebnisse versprechen die Schluchten, die Gebirgsbäche in Millionen Jahren ins Gestein der Alpen gefräst haben. Viele kann man gefahrlos auf Steigen und Pfaden erkunden.
Erfrischende Naturerlebnisse versprechen die Schluchten, die Gebirgsbäche in Millionen Jahren ins Gestein der Alpen gefräst haben. Viele kann man gefahrlos auf Steigen und Pfaden erkunden.
Kühle Klamm statt sonniger Gipfel: An heißen Tagen sind das die besten Adressen für Sommerurlauber in den Bergen.
Anfangs plätschert der Bach munter in seinem Bett, links und rechts ragen Felswände auf. Sobald sich das Tal verengt, stürzt der Almbach in Kaskaden über Stufen in tiefgrüne Gumpen, während ein Steig über Leitern und Stege direkt an der Felswand entlangführt und in luftiger Höhe die Schlucht überquert. Höhepunkt ist der Sulzer Wasserfall. Infos: www.berchtesgaden.de
So deutlich sieht man selten, wie die Erosion an den Bergen nagt. Nahe dem Watzmann versteckt sich bei Ramsau das Wimbachtal mit einem kilometerlangen Schuttstrom aus Dolomitgestein. Tief in den Kalk eingeschnitten schäumt der Wimbach. Moospolster sorgen für Farbe, es tropft von oben und spritzt von unten. Nach gut 200 Metern wird es ruhig und man tritt in ein weites Tal. Ein Forstweg führt zurück zur Wimbachbrücke oder weiter zur Einkehr im Wimbachschloss. Infos: www.berchtesgaden.de
Angesichts der glatten Wände und des tosenden Wassers in der Seisenbergklamm glaubt man kaum, dass Holzknechte schon 1831 einen ersten Triftweg durch den 600 Meter langen Felsspalt bauten. Mitunter ist die Klamm so schmal, dass man beide Seitenwände gleichzeitig berühren kann. Entsprechend dunkel ist es hier, wobei der Bach mal schmale Spalte gefräst, mal riesige Vertiefungen ausgewaschen hat. Infos: www.naturgewalten.at
Auch wenn heute nur noch ein Teil des Wassers durch den Felsspalt rauscht – das meiste wird für Stromerzeugung abgezweigt – die Schlucht macht was her. 1893 führte ein erster Holzsteg durch die 320 Meter lange Klamm. 1938 wurde die Steganlage geschlossen und erst 1992 neu eröffnet. Zum Glück für alle, die vom Krafthaus Kaprun-Hauptstufe hinauf zum Klammsee wandern. Dicht über den Wasserfällen und Strudeln verläuft der Steig, unter einem zwängt sich das Wasser schäumend durch die Engstellen. Infos: www.kaprunmuseum.at
Bis zu 100 Meter tief hat sich die aus dem Kleinwalsertal kommende Breitach in den Schrattenkalk geschnitten und damit eine der eindrucksvollsten Klammen der Bayerischen Alpen geschaffen. Leider ist man nie allein bei der spannenden Wanderung von Tiefenbach durch die Klamm. Kühn verläuft der gut gesicherte Weg am Fels, darunter rauscht das glasklare Wasser. Die Breitachklamm ist eine Einbahnstraße, vom oberen Ende wandert man zurück zum Ausgang. Infos: www.breitachklamm.com
Unten tosendes Wasser, darüber der Klettersteig in der Felswand und noch höher ein auskragender Holzsteg für Wanderer – die Galitzenklamm bietet Nervenkitzel pur. Am eindrucksvollsten ist der Klettersteig mit den beiden Seilbrücken. Danach geht es auf dem Wasserschaupfad bequem talwärts und man genießt von Aussichtskanzeln imposante Blicke in die Klamm. Infos: www.osttirol.com
Eben noch stand man im sonnigen Tal, kurz darauf steckt man in einem engen Schlund inmitten hochhaushoher Felswände. Nur wenige Meter breit ist der Felsspalt hier unten, und beim Blick nach oben scheinen die Wände zusammenzuwachsen. Das Thermalwasser aus der Taminaschlucht ist seit dem 13. Jahrhundert bekannt für seine Heilwirkung. Früher wurden Patienten an Stricken in die Schlucht hinabgelassen, um in quer über die tosende Tamina gebauten Badehäusern zu baden. Heute geht das gemütlicher in der Therme in Bad Ragaz.
Infos: www.heidiland.com
Kein Geheimtipp, aber trotzdem lohnend ist die Partnachklamm in der Wildenau. Gleich nach den Souvenirläden verengt sich das Tal zu einer 700 Meter langen und 80 Meter tiefen Schlucht, die 1912 erschlossen wurde. Nachdem 1991 ein Felssturz Teile der Klamm verschüttet hatte, sprengte man einen Stollen durch den Fels, um die Gefahrenzone zu umgehen. Infos: www.partnachklamm.de
Nach dem Anstieg durch einen stillen Wald ist es aus mit der Ruhe: Man betritt die imposante Höllentalklamm, die der Hammersbach seit Jahrtausenden in die Felsen schlägt. Seit 1902 ermöglichen in den Fels gesprengte Stollen, Treppen, Stege und Brücken die Begehung. Auf Schritt und Tritt spürt und hört man die Gewalt des Wassers, es tost und schäumt – trocken bleibt hier keiner. Lange halten sich in dieser dunklen Schlucht Schneelawinen, unter denen sich der Bach den Weg bahnt. Oberhalb der Klamm weitet sich das Höllental und ein Steig führt zur Höllentalangerhütte mit Zugspitz-Blick. Infos: www.hoellentalklamm-info.de
Auch wer viel erlebt hat wird in der Rappenlochklamm in Vorarlberg kaum aus dem Staunen herauskommen. Bis zu 80 Meter tief haben sich die Wasser der Dornbirner Ache in den Fels eingeschnitten, flankiert von senkrechten und überhängenden Felsen, die den Blick zum Himmel verdecken. Die Rappenlochklamm entstand am Ende der Eiszeit und zählt zu den größten Schluchten der Ostalpen. Infos: www.rappenlochschlucht.at