Schüsse in Weilimdorf Weiterer Vorfall mit Schusswaffe bereits eine Woche zuvor
Die Schüsse mit einem Schwerverletzten in Weilimdorf erschüttern den Ort nach wie vor. Jetzt zeigt sich: Bereits eine Woche zuvor hatte es dort einen Vorfall gegeben.
Die Schüsse mit einem Schwerverletzten in Weilimdorf erschüttern den Ort nach wie vor. Jetzt zeigt sich: Bereits eine Woche zuvor hatte es dort einen Vorfall gegeben.
Am vergangenen Samstagabend ist der Spielplatz „Beim Esel“ in Weilimdorf in den Blickpunkt gerückt. Nachdem dort Schüsse gefallen waren, wurde sieben Kilometer entfernt am Stuttgarter Nordbahnhof ein 16-Jähriger mit einer schweren Schussverletzung gefunden. Nach Angaben der Polizei hat es auf dem Spielplatz wohl eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen gegeben.
Wie sich jetzt herausstellt, hat sich in Weilimdorf bereits eine Woche zuvor ein Vorfall mit einer Schusswaffe ereignet. Am Samstag, 29. November, ist eine Gruppe, die in der Solitudestraße unterwegs war, auf Jugendliche aufmerksam geworden, die dort randalierten. Dabei ist die Gruppe mit einer Schusswaffe bedroht worden. Als nach einem Notruf die Polizei eintraf, so ist von Augenzeugen zu hören, sei deren Reaktion eher uninteressiert gewesen.
Der Vorfall ist auch auf einem der Handyvideos festgehalten, die zuletzt ins Internet gestellt worden sind. Zunächst war nicht ganz klar, von wann es stammt. Aufgenommen worden ist es von der Gruppe, die die beiden Jugendlichen angesprochen hat. Zu sehen ist, wie einer aus der Gruppe die Straße überquert und auf die beiden zugeht, um „zu fragen, was das soll“. Während die jungen Männer zunächst noch provozieren, ändert sich die Atmosphäre schlagartig, als einer der beiden, der vermummt ist, eine Schusswaffe zieht und sie dem Filmenden vors Gesicht hält. „Soll ich euch abknallen? Soll ich abdrücken?“, brüllt er immer wieder. Bis ein weiterer Mann die Situation entschärft, indem er den Filmenden wegzieht.
Die Polizei bestätigt den Einsatz am 29. November gegen 23 Uhr. Einer der Geschädigten habe angerufen, sagt eine Sprecherin. Eine Streife sei in die Solitudestraße gefahren, um den Vorfall aufzunehmen. Weitere Kräfte hätten zeitgleich die Fahndung aufgenommen. Laut Polizei hätten die Jugendlichen wohl zuvor randaliert und unter anderem gegen Zäune getreten.
Dem Eindruck, man habe den Notruf nicht ernst genommen, tritt die Polizei entgegen. Es sei festgehalten, dass die Geschädigten vor Ort sich darüber beschwert hätten, die Polizei tue zu wenig, um die Jugendlichen zu fassen. Dieser Eindruck könne daher kommen, dass den Betroffenen in diesem Moment nicht klar gewesen sei, dass parallel bereits gefahndet werde, so die Sprecherin.
Gefasst worden sind die Verdächtigen indes nicht. Es werde weiter nach ihnen gefahndet, auch anhand des Videos, das der Polizei zur Verfügung gestellt worden sei, heißt es dort. Der Fall liegt beim Polizeiposten in Weilimdorf. Ermittelt werde wegen Bedrohung, so die Polizeisprecherin.
Im Fall der Schüsse vom vergangenen Samstag dagegen ist man inzwischen weiter. Bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag sind in Feuerbach und Gerlingen zwei junge Männer im Alter von 16 und 18 Jahren festgenommen worden. Der Jüngere der beiden sitzt in Haft, der Ältere ist wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Ob und wie sie mit der Tat in Verbindung stehen sollen, sagen Polizei und Staatsanwaltschaft bisher noch nicht.