Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung Schule kann nicht alle Probleme lösen

Jeder fünfte zwischen acht und 17 Jahren fühlt sich in der Schule nicht wohl, sagt das Schulbarometer. Foto: IMAGO/Jochen Tack/IMAGO/Jochen Tack

Wer sich in der Schule nicht wohlfühlt, bewertet auch seine Lebensqualität niedriger, zeigt eine Studie. Schule so umzugestalten, dass sich Heranwachsende gut aufgehoben fühlen, ist wichtig, findet unsere Autorin. Eine gewisse Dialektik des Lebens aber wird bleiben.

Familie/Bildung/Soziales: Lisa Welzhofer (wel)

Schule war schon immer mehr als dieser Ort, an dem man binomische Formeln nicht versteht oder eine faszinierend tote Sprache lernt. Sie ist der Ort, an dem Freundschaften wachsen und erste Liebeleien wehtun, Lehrer nerven oder prägen, Kinder lernen, dass Erfolg und Scheitern Zwillinge sein können. Kurz: Schule, das ist ein Ort, an dem das Leben in all seiner Dialektik stattfindet.

 

Wie wichtig dieser Lebensraum für Heranwachsende ist, zeigt auch das repräsentative Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung. Die Autoren sehen schulischen Leistungsdruck und die Polykrisen der Zeit als Hauptgründe dafür, dass jeder vierte zwischen acht und 17 Jahren seine Lebensqualität als niedrig einstuft. Um das zu ändern, wünschen sich die jungen Menschen unter anderem Lehrkräfte, die ihnen zuhören, Rückmeldungen geben, Probleme mit ihnen besprechen – und weniger Notenstress.

Dass die soziale Funktion von Schule wichtiger wird, ist in der Pädagogik und teils in der Bildungspolitik angekommen. Konzepte wie das der Gemeinschaftsschulen, die auf individuelle Lernbegleitung setzen, zeigen es. Ebenso Modellversuche ohne Noten und multiprofessionelle Schulteams mit Psychologen und Sozialarbeitern. Klar sollte aber sein, dass Schule nicht alle Dialektik des Lebens und gesellschaftlichen Probleme auflösen kann. Und es gilt im Blick zu behalten: Zwar fühlt sich jeder fünfte in der Schule nicht wohl, 80 Prozent aber schon.

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